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Erpressung und Täuschung: FC brandmarkt Ultra-Szene

Der Streit mit den Ultras erreicht eine neue Stufe

Wohl noch nie in der Geschichte der Bundesliga hat sich ein Klub derart ausführlich zum aktuell gescheiterten Dialog zwischen Verein und Teilen der Ultra-Szene geäußert wie der 1. FC Köln am Mittwoch. In einem siebenseitigen Schreiben veröffentlichten die Geissböcke detaillierte Abläufe des Konflikts aus den vergangenen Monaten.

Köln – Mit drastischen Worten und in einer bisher nie dagewesenen Ausführlichkeit hat der 1. FC Köln auf die Verfehlungen und Straftaten einiger weniger FC-Fans aus der Ultra-Szene reagiert. Damit dürfte der Konflikt zwischen beiden Seiten weiter eskalieren. Doch das, so auch im Statement vermerkt, will der Effzeh in Kauf nehmen.

Frankfurt-Vorfall bringt Fass zum Überlaufen

Die Vorfälle vor dem Spiel in Frankfurt haben das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht. Zwischen 300 und 400 FC-Fans, zum überwiegenden Teil Ultras, waren wegen Sachbeschädigung, Randalen und Schlägereien auf dem Weg nach Frankfurt von der Polizei aufgehalten und zurück nach Köln geschickt worden. Es war die Fortsetzung einer seit Monaten anhaltenden Eskalation einiger weniger FC-Fans, die ihren bisherigen negativen Höhepunkt beim Auswärtsspiel in Belgrad erreicht hatte.

Die der Effzeh erklärte, hatte sich in den letzten Monaten immer wieder Mitglieder an den FC gewendet mit der Aufforderung, den Umgang mit den Ultras zu verschärfen. Dies scheint nun zu geschehen. In deutlichen Worten brandmarkten die Verantwortlichen Teile der Ultra-Gruppen für „vorsätzliche Täuschung“ (in Bezug auf Choreografien), Gewaltanwendung innerhalb des RheinEnergieStadions gegenüber Ordnern und „Erpressung“, um sich die Südkurve als „rechtsfreien Raum“ zu erhalten.

Loswerden muss der Klub jene Minderheit von Kriminellen

Ungewöhnlich auch, dass der FC explizit mit David Barr und Stephan Schell zwei Personen namentlich nannte. Beide Wilde-Horde-Mitglieder seien als Vorstand von „Südkurve 1. FC Köln e.V.“ und zugleich „Meinungsmacher der Ultra-Szene“ mitverantwortlich für die bewusste Eskalation seitens der Ultras in den vergangenen Monaten. Jeglicher Dialog wurde bekanntermaßen im Sommer 2017 durch die entsprechenden Fan-Gruppierungen aufgekündigt.

„Wir wissen, dass dies (das Statement des FC) eine weitere Verhärtung der Position der angesprochenen Ultra-Gruppen zur Folge haben kann“, heißt es seitens des FC. „Wir halten es aber für vorrangig, dass alle Fans und Mitglieder die Gründe für das derzeit gestörte Verhältnis zwischen dem Club und Teilen der Ultra-Gruppen kennen.“ Es gehe nicht darum, sich von den FC-Fans zu entfremden oder die gesamte Ultra-Szene loszuwerden, betonten die Verantwortlichen, fügte aber hinzu: „Loswerden muss er (der Klub) in der Tat jene Minderheit von Kriminellen, die wie in Belgrad Raketen auf eigene Spieler, auf Einlaufkinder und in andere Blöcke schießt, Sitzschalen anzündet oder mit ihnen wirft, […] die in London grundlos Polizisten angreift, den Eingang für Menschen mit Behinderung stürmt – oder wie in Heimspielen unsere Ordner verprügelt.“ Man darf gespannt sein, wie die Fans reagieren werden. Der Konflikt zwischen Klub und Teilen der Ultra-Szene hat jedenfalls eine neue Stufe erreicht.

22 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Bei der Gelegenheit fällt mir unser alter FC-Spieler Lukas Podolski ein. Poldi äußert sich doch immer wieder einmal in den Medien zu allen möglichen Sachen rund um den FC.
    Hat er sich eigentlich mal zum Verhalten der Kölner Ultras geäußert? Und wenn ja, wie? Würde mich mal interessieren.

  2. NICK says:

    Letzten Endes steht in dem Schreiben ja nichts Falsches. Aber ich finde den Zeitpunkt der Veröffentlichung fragwürdig. Fühlt sich der Vorstand von „Vorstand raus“ und „Standort Müngersdorf unverhandelbar“ so dazu benötigt? Möchte er der angekündigten Erklärung der Südkurve unbedingt zuvorkommen? Will man von den eigenen Fehlern in der jetzigen Situation ablenken??? Ich finde hier sollte von Vorstandseite nicht noch ein zusätzliches Fass, in der ohnehin schon schwierigen Situation auf gemacht werden…das hätte alles nach der Saison oder im Hintergrund geklärt werden sollen…tja…zu spät…

    In dem Schreiben der Südkurve wird auch nicht viel Falsches stehen, aber nur mit gegenseitigen Vorwürfen ala Kindergarten „Der war gemein zu mir!“ wird es nicht besser werden.

    Es klafft zwar wirklich ein tiefer Riss zwischen Ultras und Normalen Fans, der auch immer grösser zu werden scheint, aber es wird auch nicht besser wenn Vorstand und Ultras nun die andere Seite öffentlich in ein schlechtes Licht stellen und so den Keil noch weiter treiben. So geht „Verein vereinen“ nicht.

    @KHL – wie LP zu unseren Ultras steht sollte jeder eigentlich wissen. Evt. wäre er mal nach der Karriere ein guter Vermittler, wenn er nicht, wie als Spieler von unseren Verantwortlichen nicht erwünscht ist.

  3. Fan says:

    Ich finde die Wortwahl und die Argumentation im offenen Brief des Vorstandes sehr gelungen.
    Für mich als Normalfan, der nicht in alle Vorgänge rund um die Randalos einen Einblick erhalten kann, ist es sehr interessant, den Standpunkt des Vereins kennenzulernen.
    Nun wäre es mM nach wichtig, dass die namentlich genannten Ultras ihre Sicht der Dinge darlegen. Und zwar ebenso nachweisbar und durch Fakten belegt!
    Ich bin vor einiger Zeit für einen Kommentar angegangen worden, in dem ich die Ultras dazu ermuntern wollte, wieder mehr Choreos vorzubereiten. Ich würde zurechtgewiesen und solle doch für die Choreos unterschreiben für Verfehlungen aller anderer Fans.
    Nun weiss ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist und sehr einseitig formuliert war.
    Daraus ziehe ich meine Schlüsse zur bisherigen Argumentation einige Ultras, wobei ich mir sicher bin, dass der grösste Teil aller Ultras sich vernünftig verhält und nur die schwarzen Schafe auffallen.
    In unserem Fanclub gibt es momentan Sorgen, mit unseren Kindern ins Stadion zu gehen. Hoffentlich erreicht der Vorstand mit dem offenen Brief diese Vernünftigen und diese Sorgen gehören schon bald der Vergangenheit an.
    Der FC ist zu wichtig um persönliche Eitelkeiten auf dem Rücken aller auszutragen.
    Darum sucht bitte den Dialog!!!

    • NICK says:

      Wenn Du mich meinst – Du bist von mir nicht „angegangen“ worden. Ich hab Dir nichts anderes gesagt als der Vorstand jetzt auch – „Seitdem wird eine Choreografie nur genehmigt, wenn der Anmelder mit seiner Unterschrift die Haftung für etwaige Verbandsstrafen übernimmt“. Aber wenn Du die Infos der Vorstandes anders deutest und selbst noch in einem Fanclub bist, steht eine baldigen Choreo ja nichts mehr im Wege…

      • Fan says:

        …Ja, Haftung aber doch nur dann, wenn man sich nicht an die Absprachen der Genehmigung hält.
        Ich will da auch gar kein Öl ins Feuer giessen, aber deine Reaktion ist genau das, was ich meinte mit „halbe Wahrheiten“!
        Und, wie du lesen konntest, besteht unser Fanklub zu grossen Teilen aus Kindern und die haben tatsächlich manchmal Angst.
        Ich würde mir wünschen, das der stimmungsvolle Rahmen von anders aufgestellten Gruppen organisiert wird. Vielleicht sehen das ja auch andere so wie ich. Oder stehe ich alleine mit dieser Meinung da.

        • NICK says:

          Du musst für die Folgen haften – irgendein Besoffener (ist ja schon im Norden vorgekommen) zündet während „Deiner“ Choreo nen Böller oder gar Pyro. Dafür gibst dann schnell mal >10.000€ Strafe. Weicht das dann nicht von der vorher angekündigten Version ab? Wirst Du dann nicht in die Haftung genommen??? Glaubst Du das wirklich?

          Ich kann jeden verstehen, der das nicht unterschreibt. Und Du würdest es ja auch nicht und daher nochmal, ohne das ich Dich „angehen“ möchte – fordere nicht von anderen, was Du nicht selbst bereit wärest zu tun.

  4. Bernd Müller says:

    Nun kann sich jeder „normale“ Fan ein genaues Bild der Situation aus der Sicht des 1. FC Köln machen. Finde den Support der Ultras immer gut, lehne Gewalt aber grundsätzlich ab. Das die Stimmung ohne organisierten Support nicht ganz so prickelnd ist durften wir ja schon mehrfach erfahren.
    Hatte auch das „Vergnügen“ 6 Stunden in Belgrad im Auswärtsblock zu stehen und war ehrlich gesagt froh, dass ich relativ weit oben stand. Die gemäßigten Fans haben ja auch eine Reaktion auf das Verhalten einiger unverbesserlichen Ultras gezeigt.
    Für mich stellt sich nur die Frage warum es dem Großteil der Fans nicht möglich ist eine Minderheit – gewaltlos – in Ihre Schranken zu weisen, bzw. warum es dem Verein und den Behörden nicht gelingt Straftäter konsequent aus dem Stadion zu verbannen.
    Bei Heimspielen und nationalen Auswärtsspielen habe ich seit 4 Jahren immer meinen 8-jährigen Sohn dabei – passiert ist noch nichts – aber sein Wortschatz hat sich um Hurensohn, Wichser u.ä. erweitert :-(.

    • NICK says:

      Du willst aber jetzt nicht behaupten, dass Dein Sohn diese Worte von den Ultras aufgeschnappt und die niemand anderer benutzt hat… ;) Ich war auch in Belgrad, relativ weit unten…aber ich habe es auch begrüßt das diese Reaktion von Oben kam…sie ist, denke ich, auch angekommen. Jedoch geht sie mit Sicherheit auch einigen, die auch DAS Problem sind, am Arsch vorbei. Leider scheinen die Führungsfiguren der Ultras selbst der Gewalt und dem Wettbewerb „wer ist die krasseste Szene“ nicht abgeneigt – ist das alles eigentlich noch „Ultra“??? Ich würde diejenigen die durch Ziehen der Notbremse verhindern, dass die komplette Szene das Spiel in Frankfurt verpasst, aus der Szene rausschmeißen…

      Eigentlich wäre es Zeit für eine neue große Ultra-Gruppe, die sich wieder auf das konzentriert, was Ultra eigentlich bedeutet. Davor, Geltung und Einfluss zu verlieren, davor haben die Führenden auch am meisten Angst. Ähnlich wie ich unserem Vorstand vorwerfe, dass er im Erfolg die Bodenhaftung verloren hat, so sehe ich auch diese Tendenzen bei den Ultras, die sich und ihre Interessen über andere Fans und den Verein stellen. Es klafft ein tiefer Riss auch zwischen den Fans – es wird durch öffentliche Schuldzuweisungen nur nicht besser werden.

  5. Michael H says:

    Die paar Dutzend „Ultras“, die hier angeprangert werden, können beim besten Willen nicht als Fan bezeichnet werden.

    Für mich als einigermaßen Außenstehenden (keine Südkurve mehr im Rheinenergie Stadion) sind das auch keine „Ultras“ mehr, sondern halbstarke Hooligans – ohne „ehrenhafte“ Prinzipien, die es damals doch noch weitgehend gab. Über die Begrifflichkeit mag man streiten, der Inhalt bleibt der gleiche: unter dem Deckmantel des Fandaseins werden strafrechtlich relevante Taten begangen, bei denen sie sich selbst und andere bewußt in Gefahr bringen und materielle Schäden gewollt verursachen.

    Und wenn sich davon die Wilde Horde und Co. nicht distanziert – und das tun sie halt nicht ernsthaft – dann sind sie moralisch keinen Deut besser (das gilt auch für Podolski, Herr Lenz).

    PS: Rauchen im Zug? Geht die Welt nicht von unter. Ein paar dümmliche Gesänge oder Banner im Block? Was soll’s. Zahlt der Verein halt für – budgetiertes Geschäftsrisiko. Wenn sich zwei Gruppen solcher Menschen auf einem Feld treffen und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen wollen – nur zu. Können sie von mir aus auch machen. Aber alles, was Unbeteiligte – inklusive Polizisten und Ordner – in Gefahr bringt (sei es Böller, Pyro, Faust oder Schlagring), ist nicht zu entschuldigen.

  6. Michael__ says:

    Ich glaube, dass kaum jemand die meisten der angesprochenen Verfehlungen ernsthaft bestreiten oder entschuldigen würde. Dennoch finde ich es nicht hinnehmbar, dass in der Stellungsnahme wiederholt alle kritischen Fans in einen Topf mit dem gewalttätigen Teil der Ultras geworfen werden. Somit wird sämtliche Kritik am Vorstand oder den Entscheidungen des FCs als von den Ultras gesteuerte Kampagne dargestellt.
    Der Umgang (auch im speziellen von Herrn Spinner) mit dem 100%-Antrag VOR der Abstimmung bei der Jahresversammlung wird nicht mal erwähnt. Die Darstellung des Antrags als Misstrauen gegen den Vorstand (trotz anders lautendem Statement im Antrag selbst) offenbart ein merkwürdiges Demokratieverständnis.
    Die Äußerungen (leider mal wieder von Herrn Spinner) zur Menschrechtslage in China und der darin begründeten Ablehnung von einigen/vielen Fans als Unwissenheit/Dummheit eben dieser Kritiker schlägt leider in die gleiche Kerbe.
    Es folgt halt alles dem gleichen Muster: der Vorstand entscheidet, der Rest hat zu folgen. Oder er hat keine Ahnung, will den Verein spalten, ist der verlängerte Arm der gewalttätigen Ultras oder oder oder…
    Ich empfinde den Vorstand daher weiterhin als kritikunfähig (ja, auch immer noch nach dem Statement vom letzten Herbst, in dem eher Rechtfertigungen standen und nach dem ich auch bislang keine Besserung gesehen habe) und selbstherrlich. Dass das zum Bruch mit Teilen der Fans führt, ist wohl nicht zu verhindern. Und solange es einen kleinen Teil bei diesen Fans gibt, die weiterhin solche hirnlosen Aktionen wie in Belgrad oder Hamburg abzieht, werden die meisten anderen Fans der Darstellung des Vorstands folgen. Nach diesem Bruch wird der FC sicher nicht mehr der selbe sein. Ob es dann besser sein wird, muss dann jeder für sich selbst entscheiden…

    • Michael H says:

      Zum 100%-Antrag: inhaltlich war der Antrag völlig daneben, die Art und Weise wie er präsentiert wurde, ebenfalls. Dennoch war die Reaktion vom Vorstand daneben und auch ich hätte mir eine (deutlichere) Entschuldigung für die mindestens unglücklichen Äußerungen von Spinner gewünscht.

      Zu China: Spinners Aussage ist dämlich, respektlos und, in der Rolle als Vorstandsvorsitzender, dilletantisch. Inhaltlich liegt er aber mit ziemlicher Sicherheit richtig (wobei ich anzweifle, dass er selbst viel Ahnung vom Land, dessen Kultur oder Geschichte hat – da kann er noch so viele Male geschäftlich mit Chinesen zutun gehabt haben).

      Zur Selbstherrlichkeit des Vorstandes: das ist halt schwierig. Einerseits möchte man Menschen, die Erfolg in ihrem Arbeitsleben gehabt haben, vielleicht sogar in der Öffentlichkeit häufig präsent sind, und gleichzeitig findet man es doof, wenn sie von sich selbst überzeugt sind und sich für qualifizierter als andere halten. Leider gibt es mit Kandidaten, die beides verkörpern, eher selten.

      Allerdings ist etwas viel Offensichtlicheres anscheinend manchen hier nicht klar geworden: das Schreiben war überhaupt nicht an die FC-Ultras gerichtet. Das richtet sich an die Vereinsmitglieder (Stimmrecht) und den Durchschnittsfan (Stadionbesucher/Fanartikelbezieher). Und die überwältigende Mehrheit dieser beiden Gruppen wird dem Schreiben zustimmen und den Vorstand für diesen Schritt loben.

      Meines Erachtens haben die Ultras nur eine Chance: zum Dialog zurückzukehren. Sonst werden sie weiter marginalisiert und schaffen sich selbst ab. Das mag der Stimmung zeitweise ein wenig schaden. Das wird man – und muss man – in den Gremien aber für das öffentliche Bild des Vereins in Kauf nehmen.

      • NICK says:

        Was war denn am 100%-Antrag inhaltlich daneben? Und die Präsentation im Vorfeld waren doch sehr professionell…die Argumentation auf der JHV war etwas von Emotionen getragen, aber sonst…ich war und wäre immer wieder dafür.

        Das Schreiben richtet sich an die Mitglieder, richtig. Jedoch geht es inhaltlich doch nur gegen die Ultras und das obwohl die nicht mal jeden Punkt zu verantworten haben…100% FC – keine Ultras. Ich hab auf der JHV auch bei manch bescheuertem Redebeitrag bebuht – ich bin aber gar kein Ultra. Übrigens auch Ultras wurden ausgebuht. Auch sind genug Mitglieder gegen Investoren und für den Standort Müngersdorf und nicht nur die „Ultras“…

        Für mich richtet sich dieser Brief an alle Kritiker des Vorstandes und damit sind diese wohl alle in den Augen des Vorstandes „Ultras“. Für mich ist das billige Meinungsmache beim nicht so informierten Fan. Billig ohne Stil. Schade.

        • Michael H says:

          …weil die Annahme des Antrags de facto bedeutet, dass es keine Investoren geben würde. Solch eine Entscheidung würde nicht nur die Profimannschaft weniger wettbewerbsfähig machen, sondern auch den Vorstand stark in ihrem Einfluss und ihrer Arbeit beschneiden – und das unabhängig davon, ob sie einen (kleinen) Investor wirklich an Bord bringen wollen würden. Bspw. in Verhandlungen mit der Stadt zu Renovierung und Ausbau oder Neubau des Stadions würde sowas zu einer deutlich schlechteren Verhandlungsposition führen. Das kann nicht im Sinne des Vereins/der KGaA sein. Von daher erwarte ich, dass der Vorstand sich gegen solche Anträge positioniert.

          Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Unterstützer von Investoren im klassischen Sinne. Ich sehe, was sie in England (und den USA!) anrichten und realisiere, dass Invstoren mit der Fußballtradition in Deutschland, um die wir nicht nur auf der Insel immens beneidet werden, schlecht vereinbar sind.

          Andererseits führt mittelfristig kein Weg an „strategischen Partnerschaften“ vorbei, wenn man in der Bundesliga bestehen möchte und die Liga selbst nicht den Anschluss an andere europäische Ligen verlieren soll. Ob solch ein Partner dann Merzenich, REWE, BMW oder Li Ning wird, steht auf einem anderen Blatt und kann zu gegebener Zeit diskutiert werden.

          • NICK says:

            Finde ich nicht. Wir Mitglieder sind nun mal die Eigentümer der KGaA. Ab 25% ist verankert, dass wir generell über Investoren zu entscheiden haben. Wenn 25% kein Problem darstellen, warum dann 5%? Und wer sagt, dass die Mitglieder einer Rewe-Beteiligung nicht zustimmen würden? Zudem gab es immer noch eine Notfall-Klausel um z.B. dem Vorstand die Möglichkeit zu geben allein zu entscheiden um z.B. eine Insolvenz abzuwehren…

            Für mich liegt der Plan schon fertig in der Schublade des Vorstandes. Vereinswert auf Summe X bringen, Investor reinholen, Stadion bauen, sich selbst ein Denkmal setzen…für mich alles abgehobene Gedankenspiele, ohne Rücksicht auf einen Grossteil der Fans. Vielleicht stelle ich vor der nächsten JHV den Antrag 100%-Müngersdorf – jeder weiß wie der Vorstand darauf reagieren würde…aber fragt euch lieber wie er reagieren sollte.

  7. Dieter says:

    16 Kommentare über Vorstand, Mitgliederrat, Ultras und andere hochgehiefte Personen. Geht es eigentlich noch um Fußball, um die Existenz des Vereins oder um die Mannschaft? Man hat den Eindruck dass sich nur noch über Befindlich-keiten ausgetauscht wird und alles andere tritt nach hinten.
    Sorry, an die oben genannte denke ich kein bisschen. Jeder muss in dieser Situation für den Verein und die Mannschaft denken und fühlen, alles andere ist kalter Kaffee; ich kenne niemanden der diesen mag.

    • Michael H says:

      Ganz einfach: wenn der Verein „die Ultras“ weitre gewähren lässt, ist es irgendwann nicht mehr mein Verein.

      Mit dem Schreiben geht es um die Meinungshoheit im Zwist. Manche halten das Schreiben und die härtere Gangart für richtig, andere sehen sich bzw. die Ultras als Ganzes stigmatisiert und ungerecht behandelt. Das ist es doch, worum es den Menschen geht. Emotionen. Respekt. Umgang miteinander.

      Ob die Mannschaft letztlich gewinnt oder verliert, ist für viele zweitrangig. Und, meines Erachtens, schließt dies die Mehrheit der Ultras mit ein.

    • NICK says:

      Es gibt eben mehr im Fan-Dasein, als immer wieder und wieder vor und nach Spielen die selben Kommentare über Aufstellung, Spielweise und Ergebnisse zu wiederholen…Aber das machen eben die Leute, die den Brief des Vorstandes lesen und sich ohne eigene Gedanken zu machen der Meinung dann anschließen oder noch schlimmer, meinen, das hätte m dem Verein nix zu tun…

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