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Frankfurt nimmt den Effzeh in acht Minuten auseinander


Der 1. FC Köln hat sich von Eintracht Frankfurt mit 2:4 (0:1) aus der Commerzbank Arena schießen lassen. Die Geissböcke ließen sich zunächst taktisch aushebeln. Nach dem Ausgleich durch Simon Terodde folgte dann ein Sturmlauf der Frankfurter, dem die Kölner nicht gewachsen waren.

Aus Frankfurt berichtet Jonas Klee

Sieben Punkte Rückstand auf Mainz und Bremen – mit dieser Hypothek startete der Effzeh am Samstagmittag in die Partie gegen Frankfurt. „Es bringt für uns nichts, auf Unentschieden zu spielen“, hatte Stefan Ruthenbeck deshalb auch vor dem Anpfiff erklärt. Doch Vorsicht war geboten: Frankfurt kassierte bislang die zweitwenigsten Gegentore in der Liga und konnte mit einem Sieg auf Rang zwei in der Liga springen.

Ausgangslage

Ruthenbeck brachte im fünften Spiel mit Simon Terodde im Trikot des FC schon den vierten Sturmpartner für den Winter-Neuzugang. Dieses Mal sollte es Jhon Cordoba richten. Doch darüber hinaus überraschte der FC-Coach: Er brachte Kapitän Matthias Lehmann für den verletzten Christian Clemens, stellte Salih Özcan ins rechte Mittelfeld und verzichtete damit erneut auf Vincent Koziello. Eine Maßnahme, die schon früh im Spiel nicht greifen sollte.

Moment des Spiels

Eine Duplizität der Ereignisse: Innerhalb von acht Tagen schaffte es der 1. FC Köln, in einem Spiel zunächst auszugleichen und doch im unmittelbar nächsten Gegenangriff wieder in Rückstand zu geraten. Gegen Borussia Dortmund passierte dies aufgrund eines individuellen Fehlers. In Frankfurt schlief die Kölner Hintermannschaft bei einem Freistoß der Hausherren. Gerade erst hatte Terodde das 1:1 erzielt, da bediente Wolf nach einem ruhenden Ball den einlaufenden Marco Russ. Dieser setzte sich in der Luft gegen alle Kölner Abwehrrecken durch und köpfte zur Führung ein. Danach brach das Defensivgebilde des FC endgültig zusammen.

Die wichtigsten Szenen

Das Spiel begann für den Effzeh direkt mit viel Dusel. Sörensen ließ Chandler in seinem Rücken laufen. Der Linksaußen tauchte aus spitzem Winkel völlig frei vor Timo Horn auf, doch der FC-Keeper passte auf und konnte dessen Schuss abwehren. In der 15. Minute war es dann aber schon geschehen: Hector, Jojic und Heintz kamen auf links nicht in die Zweikämpfe, Lehmann konnte Jovic nicht folgen und Sörensen ließ sich von Rebic aus dem Tritt bringen – 0:1. Nur vier Minuten traf Chandler aus 14 Metern den Pfosten, als Köln wieder nicht die linke Seite dicht bekam. Eine taktische Schwäche, weil der FC im 4-4-2 die Flügelspieler der Eintracht nicht in den Griff bekam. Köln versuchte dies ab Mitte der ersten Hälfte mit höherem Pressing zu korrigieren. Wirkliche Torchancen resultierten daraus aber nicht. Erst in der 37. Minute profitierte Cordoba von einem Abwehrfehler, doch sein Schussversuch aus elf Metern wurde abgeblockt. Beinahe hätte der FC trotzdem noch vor der Pause ausgeglichen. Nach einem Hector-Freistoß kam Sörensen zum Schuss, doch Hradecky reagierte glänzend (45.).

Die zweite Hälfte begann ohne Wechsel, und als der FC bereits Simon Zoller zur Einwechslung bereit machte, kam die Chance zum Ausgleich. Terodde wurde von Hasebe auf der Strafraumgrenze gefoult. Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Daniel Siebert auf Elfmeter. Terodde schnappte sich die Kugel und verwandelte eiskalt zum Ausgleich. Doch nur zwei Minuten schlug pennte die Kölner Abwehr und kassierte nach einem Freistoß von der rechten Seite das 1:2. Russ übersprang Heintz, Meré und Sörensen und köpfte ins lange Eck. Wie gewonnen, so zerronnen. Ruthenbeck zog daraufhin nach Zoller den nächsten Joker und brachte Marcel Risse. Doch nur Sekunden später flog der nächste Freistoß in den Kölner Strafraum. Den ersten Versuch parierte Horn noch prächtig, doch Falette reagierte am schnellsten und machte das 1:3. Das Spiel war gelaufen. Auch, weil der FC nun zerfiel. Nur eine Minute später machte Wolf das vierte Tor. Köln nun blamabel, die Eintracht wie entfesselt. Daran änderte auch Teroddes zweites Tor nicht mehr, nachdem Risse einen Freistoß in den Strafraum gebracht hatte. Hinten raus hielt Horn mehrere Male stark, sodass das 2:4 sogar noch schmeichelhaft für den FC war.

Fazit

Zum Freuen: Wenigstens verloren auch der HSV und Mainz.

Zum Ärgern: Der FC verlor das Spiel am Taktiktisch.

Mann des Tages: Willkommen zurück, Marcel Risse – mit Assist!

Aufstellung

Horn – Sörensen, Meré, Heintz, Hector – Özcan, Höger, Lehmann (71. Koziello), Jojic (57. Zoller) – Cordoba (64. Risse), Terodde

Tore

0:1 Rebic (15.), 1:1 Terodde (56., FE), 1:2 Russ (58.), 1:3 Falette (64.), 1:4 Wolf (66.), 2:4 Terodde (74.)

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