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Der Mut wird belohnt: Das war gut, das war schlecht

Kölner Mut wird belohnt

Der 1. FC Köln hat tatsächlich noch einmal ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf gesetzt. Die Geissböcke haben mit dem 2:0 gegen Bayer Leverkusen die Tür zur Rettung noch einmal einen Spalt geöffnet. Mit Mut und großem Willen, mit Konzentration und den richtigen Entscheidungen des Trainers.

Köln – Die Anfangsphase beim SV Werder Bremen hatte bei den Verantwortlichen des Effzeh noch bis zum Derby gegen Leverkusen für Verstimmung gesorgt. Das durfte den Kölnern gegen Bayer nicht passieren. Das mussten die Geissböcke unbedingt ändern. Es gelang in fast allen Bereichen.

Das war gut

Die Umstellungen des Trainers griffen. Stefan Ruthenbeck zog die richtigen Asse aus dem Ärmel und ging dabei auch ins Risiko. Er stellte Jorge Meré auf die rechte Seite gegen Leon Bailey. Eine Maßnahme, die perfekt aufging. Der Spanier zog dem Leverkusener Wirbelwind den Zahn, Bailey konnte seine Stärken nie ausspielen. Dafür rückte Dominic Maroh ins Zentrum und zeigte, warum er in den letzten Jahren so wichtig für die Mannschaft war: Lautstark dirigierte er seine Mitspieler, ging konsequent in die Zweikämpfe, war der unangenehme, nervige und provokante Gegenspieler, der Alario schließlich zur Tätlichkeit brachte. Die Defensive stand mit Meré rechts und Maroh im Zentrum so sicher wie lange nicht mehr.

Die Offensive baute Ruthenbeck ebenfalls mutig um. Simon Terodde fehlte ohnehin verletzt, doch neben dem zuletzt schwachen Mittelstürmer nahm der FC-Coach auch den starken Claudio Pizarro aus der Mannschaft. Leonardo Bittencourt kam auf links und spielte im ungleichsten Duell des Tages Leverkusens Schwachpunkt, Tin Jedvaj, schwindelig. Dieses im Amerikanischen „Mismatch“ genannte Eins gegen Eins ließ Ruthenbeck seine Spieler immer wieder heraufbeschwören. So fiel das 1:0 und so hätte Köln auch noch weitere Tore erzielen können.

Die vierte Personalie war Simon Zoller, der aufgrund seiner Schnelligkeit gegenüber Pizarro den Vortritt bekam. Der Angreifer, gegen Leipzig und Stuttgart noch auf der Tribüne, zahlte es mit hoher Laufintensität und vielen Wegen über außen zurück. Am 27. Spieltag absolvierte Zoller mit 43 Sprints die zweitmeisten der gesamten Liga (hinter Yussuf Poulsen, 46). Einer dieser Sprints verhalf ihm zum 2:0. Dieser zweite Treffer des Spiels war zudem das Paradebeispiel für Kölns Willen an diesem Tag. Bis auf die ersten Minuten in der zweiten Hälfte hetzte der FC die Leverkusener über den Platz, griff immer wieder mutig an, attackierte früh und hoch, lauerte auf Fehlpässe und Unsauberkeiten im Spiel. Ruthenbecks Matchplan mit einer veränderten Startelf ging so perfekt auf.

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