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Osakos Wiedergeburt als Hoffnung im Abstiegskampf

Ruthenbecks System schmeckt dem Japaner

Im Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen gehörte Yuya Osako zu den besten Spielern auf dem Platz. An sechs von acht Torschüssen beteiligt, lieferte er zudem die meisten Torschussvorlagen und belohnte sich mit seinem Treffer zum 1:0 selbst. Kein Wunder, dass der Japaner zu den kölschen Hoffnungsträgern im Abstiegskampf gehört. 

Köln – Yuya Osako gehört zweifelsfrei zu den technisch versiertesten Spielern im Kader des 1. FC Köln. Doch im Vergleich zur Vorsaison, in der der Stürmer sieben Treffer erzielen und acht vorbereiten konnte, kam der Japaner in dieser Spielzeit lange Zeit auf keinen grünen Zweig. Auch, weil mit Anthony Modeste sein Nebenmann im Angriff verkauft worden war. Seit Stefan Ruthenbeck im Amt ist, lief es für Osako langsam wieder besser. Zuletzt platzte endlich der Knoten. Dabei kommt ihm vor allem die neue Spielphilosophie des Trainers zugute.

Osakos Formstärke ein Trumpf im Abstiegskampf?

Nach seinem Tor in Bremen stellte Osako mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Bayer Leverkusen seinen eigenen Bestwert ein. Erst zum zweiten Mal in seiner vierten Bundesliga-Spielzeit traf der 27-Jährige in zwei aufeinanderfolgenden Spielen. Nach seiner Lungenentzündung im Dezember und Januar brauchte der ehemalige Münchener Löwe Zeit, um körperlich wieder gänzlich fit zu werden. Zwischenzeitlich warf ihn ein grippaler Infekt gegen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt noch einmal zurück. Doch seit Osako wieder mit vollen Kräften auf dem Feld steht, ist er für die Kölner im Angriff Gold wert. Mit drei Toren und einer Vorlage in den letzten fünf Spielen hatte er maßgeblichen Anteil an den gewonnenen sieben Punkten und dem Verlassen des letzten Tabellenplatzes. Osakos Rückkehr zur alter Stärke könnte in den verbleibenden sieben Partien zu einem echten Trumpf im Kampf um den Klassenerhalt werden.

Neue Ausrichtung tut dem Japaner gut

Gerade die direkten Konkurrenten aus Mainz und Hamburg dürften sich nach einem solchen spiel- und abschlussstarken Stürmer sehnen. Selbst unter Druck weiß Osako sich wieder aus diesen Situationen zu befreien und fungiert wieder wie in der letzten Saison als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff. Dabei profitiert er vor allen Dingen von der spielerischen Ausrichtung, die der Effzeh mit Stefan Ruthenbeck auf das Feld bringt. Ex-Trainer Peter Stöger setzte vornehmlich auf eine stabile Abwehr und lange Bälle auf Anthony Modeste respektive Jhon Cordoba oder Sehrou Guirassy.

In der Vorsaison funktionierte dies mit Modeste und Osako daneben so gut, dass sich der Effzeh am Ende mit 32 Treffern des Sturm-Duos für die Europa League qualifizierte. Nach dem Verkauf von Modeste fehlte aber eben jener kongeniale Sturmpartner neben Osako. Stöger hielt jedoch weitgehend an der Spielweise fest und der Japaner hing zunehmend in der Luft.

5 Kommentare
  1. OlliW says:

    Osako ist ein klassischer Fall dafür, wie FC Fans Spieler oft mit zweierlei Maß messen. Ich bin zB noch nie einer gewesen, der dem Kerl seine Fähigkeiten abspricht. Er wird von vielen allerdings sehr kritisch beäugt. Macht er ein schwaches Spiel, wollen ihn viele gleich verkaufen und sagen er sei ohnehin maßlos überschätzt und könne eigentlich nichts. Macht er sein Tor, zieht Gegenspieler auf sich und gibt Vorlagen, dann sind alle erst mal ruhig. Gelobt wird er dann aber kaum, höchstens von der (Fach-)Presse. Verspielt er mal eine Chance, verliert im Zweikampf den Ball (was bei Gott allen mal passiert), geht das Gezeter wieder los.

    Schaut man sich hingegen Bittencourt oder Risse an, so haben beide viel mehr Kredit bei den Fans. Ein, zwei schlechte oder schwache Spiele, Ballverluste, Fehlpässe – egal, kann halt passieren. Nie käme einer auf die Idee, ihren Verlauf zu fordern oder die Erstligatauglichkeit abzusprechen. Doch eine unglückliche Aktion des Japaners, und alle heulen rum. Ist so.

    Wir brauchen die alle! Und zwar fit! Wir haben Sonntag gesehen, wozu die fähig sind!

    Fakt ist: Ein fitter Osako war schon immer wertvoll für den FC. Und wenn er in der Form der letzten Wochen bleibt, wird das noch Gold wert sein. Denkbar, dass er noch drei, vier Mal knipst. Er darf sich halt auf keinen Fall bei den nun anstehenden Länderspielen der Japaner verletzen. Hatten wir ja schon mal.

    • udo schmidt says:

      Besonders im Vergleich mit Risse bin ich voll bei dir. Risse hat den „Einheimischen“ Bonus,den Osaka nicht hat.Dabei hat er nur in Leipzig und gegen Hannover gut oder passabel gespielt,in seinen sonstigen Spielen aber immer (Kicker)-Noten zwischen 4 und 5 bekommen.Osako hat zwar auch viele schwache Spiele in dieser Saison,sich aber besonders in der Rückrunde deutlich gesteigert,was sicherlich auch ein Verdienst von SR ist.Hoffentlich kommt er gesund und fit von seiner Länderspielreise zurück.

    • Klio says:

      „Wir brauchen die alle!“ – Genau so ist es! Die ständige einseitige Mäkelei hilft keinem. Zum Glück wird Osako wenigstens Fanforen usw. aus sprachlichen Gründen nicht allzu intensiv verfolgen können. Aber generell schadet es letztlich dem FC, wenn schlechte Stimmung gegen einzelne Spieler gemacht wird.

      Am extremsten war es in letzter Zeit sicher für Konstantin Rausch. Wenn ein Teil der eigenen Fans einen FC-Spieler auspfeift oder seine Einwechslung mit Murren begleitet, muss das jeden auf Dauer zermürben. Dass einige Fans so gerade dafür sorgen, dass diejenige Spieler seine beste Leistung für den FC kaum bringen kann, ist fatal. Solange ein Spieler sich reinhängt für den FC und alles gibt, was er kann, sollten wir das anerkennen und unterstützen. Ein FC-Spieler auf dem Platz kann nichts dafür, dass es im Kader für diese Position nicht den Spieler gibt, der auf höchstem technischen Niveau an jedem Spieltag absolute Höchstleistung bringt (solche Spieler sind bei den internationalen Spitzenmannschaften und haben auch dort ihre etwas schwächeren Spiele).

      Dass man aus lokalpatriotischer Sicht unterschiedliche Sympathien hat, ist auch in Ordnung. Aber bevor man sich öffentlich abwertend äußert, ob im Stadium oder im Netz, sollte man zumindest ansatzweise um Objektivität bemühen. Und als FC-Fan sollte man sich überlegen, ob man sich damit nicht ins eigene Fleisch schneidet.

  2. Paul Paul says:

    Osako profitiert wie alle anderen Stürmer davon, dass wir endlich wieder einen Mittelfeldspieler haben, der den Ball fordert und dann auch etwas damit anfangen kann. Schmadke hat nicht erkannt, dass das Spielen ohne Mittelfeld nur funktionieren kann, wenn die Abwehr absolut sattelfest ist und vorne ein Stürmer wie Anthony Modeste (… der mit dem Lied) Tore aus dem Nichts macht. In Dortmund kann man gut erkennen, dass Peter Stöger taktisch limitiert ist. Aber es gibt noch die Chance auf ein Happy-End, also die Rettung und ein Rücktritt des Vorstands! VORSTAND RAUS!!!

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