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Respekt vor Ruthenbeck: „Man muss Eier haben“


Simon Zoller hatte es unter Stefan Ruthenbeck zwischenzeitlich nicht leicht. Gegen Bayer 04 Leverkusen stand er wieder mal in der Anfangsformation des 1. FC Köln und zahlte es mit einem Treffer zurück. Nun fand er lobende Worte für das Trainerteam unter Stefan Ruthenbeck.

Köln – Es war ein kurioses Tor, das Zoller im Derby erzielte: Mit dem Knie schoss er den Ball über die Linie, nachdem er einen Rückpass auf Bernd Leno erlaufen und den Torhüter überlupft hatte. „Der Trainer sagte vor dem Spiel, ich solle mich reinknien“, sagte Zoller nun mit einem Lächeln dem „Express“.

Wir reden viel, der Trainer hört auch uns zu

Der Stürmer hatte zuvor drei Spiele lange keine Einsatzzeit erhalten, zweimal sogar auf der Tribüne gesessen. Ein Schicksal, das ihn auf aufgrund der großen Konkurrenz im Sturm ereilte und weil Spieler wie Trainer den 26-Jährigen nicht mehr auf der Außenbahn sehen, sondern im Zentrum. „Dort bin ich zu Hause und es fällt es mir leichter, mein Spiel zu machen“, sagte Zoller. „Dass ich keiner bin, der über die Außenbahn eine Reihe von Gegnern stehen lässt, ist auch klar. Aber wenn es ums Toreschießen im Sechzehner geht, braucht mir keiner was zu erklären.“

Tatsächlich spielt Zoller seine statistisch gesehen stärkste Saison im Kölner Dress. Auch, wenn diese Zahlen aufgrund der schwachen Kölner Spielzeit bislang nicht zur Geltung kamen. Das könnte sich zum Saisonende hin noch einmal ändern. Auch, weil der FC unter Ruthenbeck wieder die Kurve bekommen hat. Dem neuen Coach und dessen Trainerteam zollte Zoller Respekt. „Wir reden viel, der Trainer hört auch uns zu – was man besser machen oder verändern kann. Es ist mit dem gesamten Team ein gutes Miteinander. Das ist ganz wichtig. Und: Man muss Eier haben, um eine Mannschaft, die drei Punkte aus 14 Spielen geholt hat, zu übernehmen.“

Es geht irgendwann darum, dass man regelmäßig spielt

Dass die Geissböcke nun mit fünf Punkten Rückstand noch auf den Klassenerhalt hoffen dürfen, wäre vor Beginn der Rückrunde undenkbar gewesen. In der Winterpause, so heißt es inzwischen, hätte Zoller den Verein verlassen können. Doch der Klub ließ den Angreifer nicht ziehen. Im Sommer hat der 26-Jährige nun eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag stehen, sollte es für den Effzeh doch in Liga zwei gehen. Doch Zoller gehört zu den Profis, die schon jetzt betonen, sich einen Verbleib vorstellen zu können. „Ich haben mich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt, egal, wie meine persönliche Situation aussah. Ich habe Sachen angenommen, wo andere vielleicht erst mal die Nase gerümpft hätten“, sagte Zoller.

Er könne sich vorstellen auch im Abstiegsfall zu bleiben. „Ich hatte in den vier Jahren beim FC viele gute Momente, an die ich mich gerne erinnere. Und ich glaube, dass viele in der Mannschaft so denken. Sollten wir wirklich runtergehen, kann ich mir vorstellen, dass wir nächsten Sommer einige wiedersehen, die das reparieren möchten.“ Zoller deutete aber an, dass er in jedem Fall in der Sommerpause mit den Verantwortlichen das Gespräch suchen wird. „Ich bin hier unheimlich gerne. Fest steht aber auch, dass ich im Sommer 27 Jahre alt werde. Es geht dann irgendwann darum, dass man regelmäßig spielt.“

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