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Kein Roulette-Aufstieg: „Setzen nicht alles auf eine Saison“


Der 1. FC Köln hat nach einem schleichenden Tod nun Planungssicherheit für die Zweite Liga. Natürlich planen die Geißböcke nach dem unnötigen Abstieg die direkte Bundesliga-Rückkehr. Dafür ist der Verein bereit ins Risiko zu gehen, wenngleich nicht alles auf eine Karte gesetzt wird. 

Köln – Der sechste Abstiegs der Vereinsgeschichte schmerzt. Zwar konnte sich der Verein mitsamt seiner Anhänger mehrere Monate auf das scheinbar Unvermeidliche einstellen, dennoch ist die bittere Gewissheit brutal. Selten wäre ein Abstieg mit den vorhandenen Mitteln vermeidbarer gewesen. Die Aufgabe der Kölner Verantwortlichen ist es nun, einen Kader zusammenzustellen, mit dem Neu-Trainer Markus Anfang die Mission des direkten Wiederaufstiegs angehen kann.

Kalkuliertes Risiko für die Bundesliga-Rückkehr

Auch wenn die Geißböcke ein finanziell „gesunder Verein“ sind, wie Armin Veh zuletzt auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Freiburg erklärte, werden die Kölner für das angestrebte Ziel keine horrenden Summen auf dem Transfermarkt verschleudern. Zwar wird der Effzeh für die direkte Rückkehr einiges investieren, aber nicht um jeden Preis. Denn ansonsten würde bei Verpassen des Zieles ein neuerlicher Angriff auf den Aufstieg im Folgejahr ungleich schwieriger. „Wir sind kaufmännisch so aufstellt, dass, sollten wir nicht sofort wieder aufsteigen, weiter gut leben zu können. Wir werden nicht alles auf eine Saison setzen“, sagte Veh. Die Verantwortlichen scheinen sich also durchaus bewusst zu sein, dass der sofortige Wiederaufstieg sich nicht erzwingen lassen wird. Vielmehr setzt man in der Domstadt auf ein kalkuliertes Risiko, statt wie beim Roulette alles auf eine Farbe zu setzen.

Verträge mit Leistungsträgern bieten Sicherheit

Die Treuebekenntnisse und (angestrebten) Vertragsverlängerungen von Kölns Top-Stars Hector und Horn haben in der vergangenen Woche für Euphorie im Klub und bei den Fans gesorgt. Gleichzeitig erhöht sich mit dem Verbleib der Leistungsträger die Chance, weitere ambitionierte Spieler an den Rhein zu lotsen und damit den Wiederaufstieg zu realisieren. Allerdings verzichtet der Effzeh damit auch auf hohe Transfereinnahmen, die ein Wechsel der Leistungsträger mit sich gezogen hätte. In der kommenden Saison können sich die Kölner den Verbleib der auch auf der Gehaltsliste teuren Spieler leisten. Verpasst der Verein jedoch den sofortigen Wiederaufstieg, müssten sich die Kölner wohl von ihrem Nationalspieler und Top-Torhüter trennen. Die Ausstiegsklauseln, die nach dem Abstieg in die Zweite Liga verfallen, werden neu aufgelegt und bekommen dann wieder ihre Gültigkeit, sollte der Klub den direkten Wiederaufstieg verpassen. Dann aber wohl zu anderen (höheren) Summen als bisher. Somit könnte der Klub bei einem zweiten Jahr in Liga zwei hohe Transfereinnahmen generieren und erneut einen aufstiegsfähigen Lizenzspieler-Etat stemmen.

Nicht alle Spieler werden dem Effzeh die Treue schwören

Nach dem Verbleib von Marco Höger, Jonas Hector und Timo Horn ist es vorstellbar, dass auch weitere FC-Profis dem Effzeh in den kommenden Wochen die Treue schwören. Um den Verbleib von Flügelflitzer und Publikumsliebling Leonardo Bittencourt kämpft Armin Veh derzeit. Wie sich der Doppeltorschütze aus Freiburg schlussendlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Bei anderen Spielern wie Dominique Heintz oder Yuya Osako stehen die Zeichen hingegen deutlich auf Abschied. Einige Spieler sind bei den Kölner nach der schwachen Saison auch nicht mehr gefragt, den Gang in die Zweitklassigkeit mitzugehen. Dem Vernehmen nach will sich Armin Veh von bis zu zehn Spielern trennen. Dadurch wird dem wohl ohnehin schon finanzstärksten Klub der kommenden Zweitligasaison noch einmal zusätzliches Geld in die Kassen gespült. Somit werden die Geißböcke mit den besten Voraussetzungen auf den direkten Wiederaufstieg in die neue Saison gehen. Und sollte das ausgegebene Ziel am Ende nicht erreicht werden, muss man in Köln zumindest nicht direkt den Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit der zweiten Liga befürchten.

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