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Kein Roulette-Aufstieg: „Setzen nicht alles auf eine Saison“

Der 1. FC Köln hat nach einem schleichenden Tod nun Planungssicherheit für die Zweite Liga. Natürlich planen die Geißböcke nach dem unnötigen Abstieg die direkte Bundesliga-Rückkehr. Dafür ist der Verein bereit ins Risiko zu gehen, wenngleich nicht alles auf eine Karte gesetzt wird. 

Köln – Der sechste Abstiegs der Vereinsgeschichte schmerzt. Zwar konnte sich der Verein mitsamt seiner Anhänger mehrere Monate auf das scheinbar Unvermeidliche einstellen, dennoch ist die bittere Gewissheit brutal. Selten wäre ein Abstieg mit den vorhandenen Mitteln vermeidbarer gewesen. Die Aufgabe der Kölner Verantwortlichen ist es nun, einen Kader zusammenzustellen, mit dem Neu-Trainer Markus Anfang die Mission des direkten Wiederaufstiegs angehen kann.

Kalkuliertes Risiko für die Bundesliga-Rückkehr

Auch wenn die Geißböcke ein finanziell „gesunder Verein“ sind, wie Armin Veh zuletzt auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Freiburg erklärte, werden die Kölner für das angestrebte Ziel keine horrenden Summen auf dem Transfermarkt verschleudern. Zwar wird der Effzeh für die direkte Rückkehr einiges investieren, aber nicht um jeden Preis. Denn ansonsten würde bei Verpassen des Zieles ein neuerlicher Angriff auf den Aufstieg im Folgejahr ungleich schwieriger. „Wir sind kaufmännisch so aufstellt, dass, sollten wir nicht sofort wieder aufsteigen, weiter gut leben zu können. Wir werden nicht alles auf eine Saison setzen“, sagte Veh. Die Verantwortlichen scheinen sich also durchaus bewusst zu sein, dass der sofortige Wiederaufstieg sich nicht erzwingen lassen wird. Vielmehr setzt man in der Domstadt auf ein kalkuliertes Risiko, statt wie beim Roulette alles auf eine Farbe zu setzen.

Verträge mit Leistungsträgern bieten Sicherheit

Die Treuebekenntnisse und (angestrebten) Vertragsverlängerungen von Kölns Top-Stars Hector und Horn haben in der vergangenen Woche für Euphorie im Klub und bei den Fans gesorgt. Gleichzeitig erhöht sich mit dem Verbleib der Leistungsträger die Chance, weitere ambitionierte Spieler an den Rhein zu lotsen und damit den Wiederaufstieg zu realisieren. Allerdings verzichtet der Effzeh damit auch auf hohe Transfereinnahmen, die ein Wechsel der Leistungsträger mit sich gezogen hätte. In der kommenden Saison können sich die Kölner den Verbleib der auch auf der Gehaltsliste teuren Spieler leisten. Verpasst der Verein jedoch den sofortigen Wiederaufstieg, müssten sich die Kölner wohl von ihrem Nationalspieler und Top-Torhüter trennen. Die Ausstiegsklauseln, die nach dem Abstieg in die Zweite Liga verfallen, werden neu aufgelegt und bekommen dann wieder ihre Gültigkeit, sollte der Klub den direkten Wiederaufstieg verpassen. Dann aber wohl zu anderen (höheren) Summen als bisher. Somit könnte der Klub bei einem zweiten Jahr in Liga zwei hohe Transfereinnahmen generieren und erneut einen aufstiegsfähigen Lizenzspieler-Etat stemmen.

Nicht alle Spieler werden dem Effzeh die Treue schwören

Nach dem Verbleib von Marco Höger, Jonas Hector und Timo Horn ist es vorstellbar, dass auch weitere FC-Profis dem Effzeh in den kommenden Wochen die Treue schwören. Um den Verbleib von Flügelflitzer und Publikumsliebling Leonardo Bittencourt kämpft Armin Veh derzeit. Wie sich der Doppeltorschütze aus Freiburg schlussendlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Bei anderen Spielern wie Dominique Heintz oder Yuya Osako stehen die Zeichen hingegen deutlich auf Abschied. Einige Spieler sind bei den Kölner nach der schwachen Saison auch nicht mehr gefragt, den Gang in die Zweitklassigkeit mitzugehen. Dem Vernehmen nach will sich Armin Veh von bis zu zehn Spielern trennen. Dadurch wird dem wohl ohnehin schon finanzstärksten Klub der kommenden Zweitligasaison noch einmal zusätzliches Geld in die Kassen gespült. Somit werden die Geißböcke mit den besten Voraussetzungen auf den direkten Wiederaufstieg in die neue Saison gehen. Und sollte das ausgegebene Ziel am Ende nicht erreicht werden, muss man in Köln zumindest nicht direkt den Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit der zweiten Liga befürchten.

18 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    „Einige Spieler sind bei den Kölner nach der schwachen Saison auch nicht mehr gefragt, den Gang in die Zweitklassigkeit mitzugehen. Dem Vernehmen nach will sich Armin Veh von bis zu zehn Spielern trennen.“

    Zehn Spieler? Das ist auch richtig so. Der FC hat einen großen Kader. Auf der aktuellen Homepage des FC stehen 28 Spieler. Ich habe mal die Jungs zusammengezahlt, die ich in der nächsten Saison gerne noch dabei hätte. Das sind 12 (einschl. der beiden Ersatztorhüter). Dann zählte ich die Spieler, von denen ich meine, dass der FC sie aus verschiedenen Gründen abgeben sollte bzw. die schon angedeutet haben, dass sie wegwollen und wo ich das Gefühl habe, man sollte sie auch ziehen lassen. Das sind 12. Bleibt also noch eine kleinere Gruppe von 4 Spielern, die vielleicht beim FC noch ein Perspektive haben, bei denen ich mir aber unsicher bin.
    Wenn an meinen Gedankenspielen etwas dran wäre, dann könnte es sein, dass – über den Daumen gepeilt – in der kommenden Saison nur noch der halbe Kader dabei ist. Es gibt ja Beispiele aus jüngster Zeit, in denen Vereine mit rasanten Umbrüchen im Kader sehr gut gefahren sind. Ich denke da zum Beispiel an die Frankfurter Eintracht. Fredi Bobic hatte es dort geschafft, den Kader mit vielen Neuen stark zu verändern, ohne dass diese Transfers den Verein finanziell in Schieflage gebracht haben. Das traue ich auch Armin Veh zu. Es muss ja nicht jeder Neuzugang 17 Millionen kosten! ;-)

    • Klio says:

      Allein aus psychologischen Gründen wird es gut sein, einen merkbaren Umbruch im Kader vorzunehmen. Der zermürbende Kampf in dieser Saison hat sich sicher auch den Köpfen festgesetzt. Da kann es nicht schaden, wenn ein gewisser Anteil unbelasteter neuer Spieler in den Kader kommen.

      Teils wird sich das mit den Abhängen per Ausstiegsklausel erledigen: Der Abgang von Bittencourt und Osako scheint ja schon festzustehen, wenn man dem Kicker glaubt. Mit z.B. Heintz, Sörensen und Meré rechne ich, auch wenn es noch nichts Konkretes zu hören gab. Schließlich wird es bei der Zusammenstellung des Kaders darum gehen, die Art Fußball spielen zu können, den man als selbsterklärter Aufstiegsfavorit und Krösus der Liga spielen will und muss.

  2. Georg Scherr says:

    So weit so richtig. Bis auf eine Passage:

    „Dem Vernehmen nach will sich Armin Veh von bis zu zehn Spielern trennen. Dadurch wird dem wohl ohnehin schon finanzstärksten Klub der kommenden Zweitligasaison noch einmal zusätzliches Geld in die Kassen gespült“

    Das wird m.E. zu undifferenziert dargestellt, auch wenn es in Summe stimmen mag. Aber Spieler wie Olkowski, Lehmann, Clemens oder Jojic haben hier sehr gute laufende Verträge. Deutlich besser dotiert als ihr aktueller Leistungsstand. Aus sportlichen Gründen muss man sich von Ihnen trennen. Aber ob das gelingt? Die dürften maximal ablösefrei gehen, beim Ein oder Anderen dürfte sogar eine Einmalzahlung für eine Vertragsauflösung notwendig werden.

    Mir wird der Abstieg generell etwas zu läpsch gesehen. Das wird ja auch vom Präsidium befeuert, indem er einfach so als Betriebsunfall abgetan wird. Das sportliche Versagen von einigen Spielern darf man aber nicht einfach so unter den Teppich kehren. M.E. muss jeder Spieler – unabhängig von der vertraglichen Situation – genau hinterfragt werden. Und genau das erhoffe ich mir jetzt von Veh: Das eben hinter den Kulissen viel deutlicher Klartext geredet wird, als das derzeit in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Wenn im Kicker berichtet wird, Markus Anfang könne sich auf den Verbleib von Leistungsträger Lehmann freuen, kommen einem doch die Tränen. Wenn der Verbleib von M. Höger als ein grandioses Zeichen von Vereinsverbundenheit dargestellt wird, darf man zumindest auch die Stirn runzeln. Höger hat hier nämlich auch einen sehr guten langfristigen Vertrag und muss – nach einer sehr guten ersten halben Saison – auch erst mal wieder konstanter liefern!…

    Man kann für den 1. FC Köln jedenfalls nur hoffen, dass Veh und bald Anfang sich von dieser Schunkelmentalität nicht anstecken lassen. Hier sollte es primär immer noch um Leistungssport gehen. Und da haben wir diese Saison mehr als kläglich versagt, sonst wären wir nicht so abgeschlagen hinter solchen Trümmer-Truppen wie Hamburg und Wolfsburg gelandet!

    • Britt Leukert says:

      Ganz meine Meinung! Der Verein, und damit meine ich nicht den Vorstand, der gefühlt oder tatsächlich durch mentale und physische Abwesenheit glänzte, sondern die Herren Veh und Wehrle, sollte die Krise als Chande nutzen und einen großen Kehraus im Kader machen. Die Karteileichen gnadenlos entsorgen und die dadruch entstandenen „Lücken“ auch durchaus sinnvoll mit Talenten aus den eigenen Reihen der U21 und U19 auffüllen. Die sind nämlich zahlreich vorhanden, um mit Führich, Goden oder Ouahim nur drei Namen zu nennen. Auch einen Lukas Klünter so einfach ziehen zu lassen, halte ich für falsch, denn auch wenn er unter Ruthenbeck zuletzt in Ungnade gefallen ist, Klünter hat Potenzial, nicht nur wegen seiner enormen Schnelligkeit, sondern auch wegen seines Durchsetzungsvermögens. Natürlich braucht er hier und da noch Schliff, genau wie Salih Öczan, aber mit den beiden wäre die Mannschaft gut bis sehr gut ergänzt. Dafür kann man andere versilbern, die den Verein eh nur noch Geld kosten und denen es an Einstellung und Einsatzwillen fehlt. Und einen Stürmer zu halten, der nicht ein einziges Tor geschossen hat? Lieber Herr Wehrle, verbuche Sie die 17 Millionen unter „Besondere betriebliche Ausgaben“ und sehen Sie zu, dass wir diese Nullnummer gegen einen der trifft ersetzt bekommen!

  3. Matthias Wiegand says:

    fest: Horn, Hector, Höger, Terodde, Koziello, Nartey, Bissek, Kess, Handwerker…..

    mein Wunsch wer bleiben soll: Mere, Risse, Bittencourt, Özcan, Jojic (der muss nur alles was er kann abrufen, Anfang könnte ihn hinbekommen), Guirassy, Dome (leider kein Vertrag), Klünter (muss Erfahrung sammeln), Zolli (muss aber mehr kommen)

    bloß weg damit: Heintz und Sörensen (Katastrophe in der Rückrunde), Y.Horn, Lehmann, Olkowski, Pizarro, Osako, Cordoba, Quieros, Clemens

    wunsch Neuzugänge: Köpke (Aue)…Drexler (Kiel)

    mal sehen wie es kommt

  4. unbedacht says:

    Mein Wunsch, ohne nah an den Spielern dran zu sein, oder etwas gegen Spieler sagen zu wollen wäre eher so, das folgende Spieler bleiben:

    Horn, Hector, Koziello, Nartey, Bissek, Kess, Handwerker, Mere, Bittencourt, Guirassy, Domme, Heintz, Cordoba … (Höger, Terodde und Klünter) … Bei einigen würde der Abgang schmerzen, bei anderen könnte man sich freuen sie los zu werden … Aber ein bloß weg damit wird man von mir nicht hören. Ich muss aber mal fragen wie man einen Heintz, der fast als Einzigster über die saison gesehen als konstanter Leistugsträger einzustufen ist nun so gebasht wird, wegen den letzten, unglücklichen Spielen. Andere, Fan-Lieblinge aber immer total unkritisch durchgewunken werden … Hier sollte wohl auch der ein oder andere Fan mit dem anfangen was wir von Veh und Konsorten erwarten

    • Boom77 says:

      Haben Sie die letzten Spiele von Heintz gesehen? Heintz wird hier nicht gebasht. Wir sollten mal damit aufhören, als würden unsere armen Spieler „wie die Sau durchs Dorf getrieben“, nur weil man objektiv deren Leistungen beurteilt. Auch Heintz wird nicht „wie die Sau durchs Dorf getrieben“.

      Er ist Innenverteidiger. Ein Innenverteidiger muss Zweikämpfe gewinnen. Da gibt es keine Diksussion. Punkt! Da kann man ab einer Zweikampfquote von 2/3 davon anfangen zu sprechen, dass ein Innenverteidiger eine normale (nicht gute/überragende) Leistung gezeigt hat. Alles unter 50 % Zweikampfquote ist für einen Innenverteidiger sogar eine schlechte Quote. Und da muss man objektiv einfach feststellen, dass Heintz in den letzten 12 spielen es nur ein Mal geschafft hat, eine gute Zweikampfquote (besser als normal) zu erreichen. Das war im Spiel in Frankfurt. Da hatte er eine Zweikampfquote von 80 %.

      Dagegen hatt er in 4 der letzten 12 Spiele eine Zweikampfquote zu verzeichnen, die sogar lediglich bei 30 % und darunter lag. Das ist unterirdisch schlecht. Mit solchen Werten ist ein Innenverteidiger eigentlich so anzusehen, als wäre er gar nicht auf dem Platz.

      In lediglich einem (weiteren Spiel neben dem Spiel in Frankfurt) Spiel hat er den Normalwert erreicht. Sonst war er immer darunter. Hier die Werte von Heintz der letzten 12 Spiele:

      – Dortmund: 55 % Zweikampfquote
      – Frankfurt: 80 % Zweikampfquote
      – Hannover: 62 % Zweikampfquote
      – Leipzig: 30 % Zweokampfquote
      – Stuttgart: 56 % Zweikampfquote
      – Bremen: 25 % Zweikampfquote
      – Leverkusen: 56 % Zweikampfquote
      – Hoffenheim: 33 % Zweikampfquote
      – Mainz: 58 % Zweikampfquote
      – Hertha: 67 % Zweikampfquote
      – Schalke: 50 % Zweikampfquote
      – Freiburg: 29 % Zweikampfquote

      Nochmal: Das sind die nackten und objektiven Zahlen. Da ist nichts persönliches gegen Heintz dabei. Für einen Innenverteidiger sind die ganz schön miserabel. Dazu kommt sein mäßiges bis schlechtes Aufbauspiel von hinten raus. Heintz war also ersichtlich schelecht. Da wird jetzt nicht aus der Laune heraus ein „Sündenbock“ gesucht. Mag sein, dass er zuvor gute Leistungen gezeigt hat. Warum er die eingestellt hat, wird nur er uns erklären können.

      Wegen mir kann Heintz mit den gezeigten Leistungen der letzten 12 Spiele gerne den Verein Richtung Schalke verlassen. Er wird sich schwer wundern, wie oft er sich da auf der Bank und der Tribüne wiederfinden wird, wenn er diese Leistungen zeigt, nämlich sehr oft. Er gehört für mich zu den Spielern, die sich ersichtlich nicht am Riemen gerissen haben, was die objektiven Zahlen belegen.

  5. OlliW says:

    Ja, mir dieser Kader-Aufstellung gehe ich weitestgehend mit. Allerdings glaube ich kaum, dass Lehmann geht bzw. vom Hof gejagt wird. Er hat dank Schmadtke noch Vertrag, ist 34 und: wo soll er hin? Er ist ein verdienter Spieler des FC. Warum ihn also nicht als Backup, als erfahrenes Schlachtross für die Jungen und Neuen und als Stabilisator behalten? Er war bei Stöger gesetzt, und das hat sich bis auf die laufende Saison auch in der Regel bezahlt gemacht. In Liga 2 bereits damals. Ihm sein Karriere-Ende nahezulegen müsste man ihm finanziell schmackhaft machen – also eher Kosten und kein Transfergeld sind hier angesagt. Es war mal die Rede davon gewesen, dass Matze ggf. nach der aktiven Karriere eine Rolle beim FC übernehmen würde/könnte…

    Ich hoffe auch auf eine weitere „Erweckung“ von Jojic durch das neue Trainer-Team. Wiederum kann man auch sagen es reicht, der hatte wahrlich Chancen genug beim FC dauerhaft durchzustarten. Einzelne Geniestreiche wechselten bei ihm mit unterirdischen Aktionen und bedenkenswert lahmen Auftritten ab.

    Guirassy muss halt gesund bleiben. Dann kann er vorne mit Terodde Alarm machen. Auch Zoller sehe ich da noch. Für ihn gilt aber ähnliches wie für Jojic.

    Dome Maroh – alle wollen ihn behalten, nur Veh nicht offenbar. Seine Aussetzer sind relativ selten. Aber wenn er gehen muss, weil er keine Rolle mehr spielen soll, dann ist das eben so.

    Clemens – tja. Ob es für Liga 2 reicht? Auch hier geht es um ein endgültiges Ankommen, eine Erweckung. Wobei ich befürchte, das die ausbleibt.

    Risse wird sein Bleiben verkünden. Das ist eine Art offenes Geheimnis. Ebenso wie der Abgang von Pizza. Schade, dass er am Ende nicht hat helfen können. Es fehlten Zentimeter. Der aberkannte Siegtreffer gegen Hannover, der verpasste Ausgleich in Bremen und der Siegtreffer vorgestern. Eine Tragödie statt ein kleines Fußballmärchen.

    J. Horn fehlt es wohl an Durchsetzungskraft. Oder Anfang setzt auf ihn. Keine Aber von mir aus kann e gehen. ich „spüre“ keine Identifikation. Er scheint sich zu „Höherem“ berufen zu fühlen. Und Verträge erfüllen scheint auch nicht sein Hobby. Also – wenn RB ihn noch will, gerne.

    Klünti – hat es gezeigt, dass er was kann. Vor genau einem Jahr war er die Überraschung. Wenn er geht, startet er woanders durch und man fragt sich dann, wie der FC den nur gehen lassen konnte.

      • Boom77 says:

        Ich glaube nicht an Klünter. Ich habe letztens eine Reportage über den FC Barcelona gesehen. Viele werden jetzt die Augen rollen und denken, was vergleicht der uns jetzt mit Barca. Schon klar… Schaut man sich aber die Geschichte von Barca an, waren die durchaus vergleichbar mit dem FC.

        In den 1980ern Jahren war Barca eigentlich tot. Finanziell vor dem Bankrott war nicht daran zu denken, dass man jemals wieder ein Wörtchen im spanischen Fußball mitreden kann und davon, auf Augenhöhe mit Real Madrid zu sein, war überhaupt nicht zu denken.

        Dann kam Johan Cruyff als Trainer zu Barca. Gemeinsam mit Carles Rexach bauten sie die berühmte Talentschmiede „La Masia“ auf, wie man sie heute kennt.

        Natürlich hatte Barca schon vorher auch Jugendmannschaften und bildete Jugendspieler aus. Darauf angesprochen, was sich denn bei Barca durch Cruyff und „La Masia“ geändert hat, sagte Herr Rexach, der damals für die Jugendarbeit zuständig war, etwas, dass mich sehr stark an Klünter denken ließ. Er sagte:

        „Früher haben wir in der Jugendabteilung nach Athleten gesucht, die wir dann zu Fußballern ausbildeten. Als Cruyff kam, haben wir angefangen nach Fußballern zu suchen, die wir dann zu Athleten gemacht haben. Letzteres ist einfacher und im Fußball erfolgreicher.“

        Und da haben wir das Problem bei Klünter. Er ist ein Athlet aber kein Fußballer. Kaum einer rennt die 100 Meter so schnell wie er. Aber wirklich Ahnung davon, wie man sich stellt (Stellungsspiel) und wie man in die Zweikämpfe geht, hat er nicht. Auch kann er ein Spiel nicht lesen. Er reagiert immer nur, agiert aber nie. Geradeaus rennen können und das schnell, qualifiziert einen für die Leichtathletikabteilung bei Bayer 04 Leverkusen, aber weder für die 1. noch für die 2. Fußballbundesliga.

        Ich denke, Herr Rexach hat auch recht. In jungen Jahren kann man viel laufen einem Spieler noch durch Trainigsarbeit einfach beibringen. Auch schnell laufen, kann man einem jungen Spieler bedingt noch sehr einfach antrainieren (wobei da auch vieles von der Natur gegeben ist und das Training da irgendwann an seine Grenzen stößt). Aber eine von Natur aus fußballerische Begabung ist viel mehr wert und die kann man schwer antrainieren. Denn wer einen „Holzfuß“ hat, hat einen „Holzfuß“. Man kann dem zwar einigermaßen das Ballstoppen und Passen beibringen, er wird darin aber nie wirklich ein guter Spieler sein. Und ein Spiel lesen können, braucht auch Fähigkeiten, die man einfach grundlegend mitbringen mus. Sonst wäre bei Barca fast jeder ein Xavi oder Iniesta geworden, ist aber selbst dort nicht der Fall. Das kann man im Training dann ausbauen und verfeinern und somit auf ein Topniveau bringen, wenn das einem Jungen aber wirklich schon grundsätzlich abgeht, bekommt man das nicht antrainiert. Wenn man diese grundelgenden fußballerischen Qualitäten bei jungen Spielern erkennt, ist das für einen Fußballverein viel mehr wert und man kann diesen das körperliche sowie läuferische noch antrainieren. Aus einen schon von seinen Grundfähigkeiten lausigen Fußballer macht man aber auch in der Jugend sehr schwer bis kaum noch einen guten Profifußballer. Ich denke, Klünter ist in seinen fußballerischen Fähigkeiten grundlegend schon viel zu limitiert.

  6. Paul der Troll says:

    So, wie es aussieht, beginnt Herr Veh mit dem von ihm bekannten Optimismus, jetzt schon wieder kleine Brötchen zu backen. Natürlich muss er alles daran setzen, sofort wieder aufzusteigen, sonst wird es noch viel teurer als die ca. 80 Millionen Euro, der der Abstieg jetzt schon kostet. Es erinnert erstaunlich an den Winter, als er die Rettung für unmöglich erklärte und damit dann bekanntlich auch Recht hatte. Ich glaube, so etwas nennt man eine sich selbst erfüllende Prophezeiung!

    Aber der normale FC-Fan fängt jetzt lieber an, Transferphantasien nachzuhängen wie beim Fußball-Manager. Ein moderat veränderter Kader würde einem guten Trainer alle Möglichkeiten bieten, wir haben in der Rückrunde auch wieder Tore geschossen, die Abwehr muss natürlich mit schnelleren Spielern neu organisiert werden, aber wenn jetzt alles auf den Kopf gestellt wird, dann wird damit natürlich riskiert, dass die Mannschaft lange braucht, um sich einzuspielen. Viele Spieler im Kader haben ein viel größeres Potential, als sie unter Dauer-Interims-Trainer Ruthenbeck gezeigt haben, der alle Spieler schlechter gemacht hat, als sie sind.

    Aber unser Ex-Weltklasse-Torwart hat ja bei Sport1 ausgeführt, dass jetzt alles gut wird, weil die Verursacher der Probleme weg sind. Toni und das Pappnasen-Präsidium des eingetragenen Karnevalsvereins 1. FC Köln sind natürlich vollkommen unschuldig an der MIsere, und jetzt wird alles gut! Man fragt sich nur, wofür dieses Präsidium überhaupt da ist. Da muss ausgemistet werden! PRÄSIDIUM RAUS!!!

  7. Britt Leukert says:

    Beim FC ein Präsidium zu etablieren, das den Verein zu alter Klasse zurückführen kann, scheint, wie die vergangenen Jahrzehnte gezeigt haben, ein schier unmögliches Unterfangen zu sein. Visionen und wirtschaftlicher Weitblick sind in Kölschem Klüngel, selbstverliebter Tagträumerei und einem ewigen Suhlen in der ruhmreichen Vergangenheit komplett ersoffen. Ich fürchte, auch nach diesem Präsidium wird sich beim FC wieder ein Triumvirat etablieren, dass die Linie seiner Vorgänger und Vorvorgänger nahtlos fortsetzen wird. “ „Tradition hat nur dann einen Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist“, hat Franz Krämer gesagt. Diese Worte sollte sich das künftige Präsidium als Ansporn nehmen. Beim jetzigen haben sie leider nicht wirklich gefruchtet!

  8. OlliW says:

    „Nur auf eine Saison setzen“ sollte man ja eigentlich auch nie. Es muss eine mittel- bis langfristige Planung und eine Idee verfolgt werden. Ziel muss der direkte Wiederaufstieg sein. Und wenn man den schafft, muss dieser Aufstiegskader ggf. mit ein paar Nachbesserungen auch erstligatauglich gemacht werden oder es schon sein!
    Sollte es nicht klappen, gilt das gleiche für die Liga 2. Es werden dann allerdings Horn, Hector und wohl auch weitere Leute gehen und den zweiten Versuch muss dann eine neuerlich umgestaltete Mannschaft starten. Das ist keine besonders schöne Aussicht.

    Also, ab jetzt: Mission Rückkehr aus allen Rohren!

  9. FC-Freund says:

    Der Umbruch im Kader kann und muss (und wird) sich nicht nur auf die Namen beschränken. Es muss eine komplett neue Spielkultur eingepflanzt werden. Die alte Spielweise mit langen Bällen auf einen Stürmer (Modeste), der oft was daraus macht ist laut Herrn Veh „zweckmässig“ gewesen, war aber nicht immer schön anzusehen. Was daraus wird wenn dieser Topstürmer (der übrigens in China munter weiter Tore schiesst) verkauft und nicht adäquat ersetzt wird, passiert, das spüren wir gerade alle. Die Mannschaft war zumindest in der Hinrunde mit dem Toreschiessen heillos überfordert, und wenn dann auch eine bislang sattelfeste Abwehr dann immer wieder patzt ….
    Ein kreatives Mittelfeldspiel mit dem Erspielen von Chancen fand auch in der Rückrunde nur in Ansätzen statt.
    Ich bin mal gespannt und vermute dass das neue Personal in enger Abstimmung zwischen MA und AV im Hinblick auf die neue Spielanlage ausgewählt werden wird. Und da muss man schonungslos ehrlich sein und vielleicht auch so manchem Spieler, der das eigentlich wieder ausbügeln will auch sagen: Sorry, danke für den Angebot, aber …

    • JonaHector says:

      „Und da muss man schonungslos ehrlich sein und vielleicht auch so manchem Spieler, der das eigentlich wieder ausbügeln will auch sagen: Sorry, danke für den Angebot, aber …“
      Das ist auch meiner Meinung nach die einzig richtige Konsequenz aus dem Resultat der letzen Saison. Einmal ordentlich im Kader alle Auslaufmodelle ausmisten und dann mit gutem Auge die LEISTUNGS-träger sinnvoll ergänzen.

  10. OlliW says:

    Wenn diese Saison und der Abstieg wirklich nur ein „Unfall“ waren, wie der Tünn sagt, dann dürfte es ja alles gar kein Problem sein. Ich denke aber, dass schon mehr dahintersteckt. Unfälle passieren ja nicht über 34 Spieltage plus Vorbereitung. Es liegt also vielschichtiger und tiefer, das Problem. Man darf jetzt weder Trübsal blasen noch überheblich sein und sich sagen: Wir sind relativ wohlhabend, wir sind eine tolle Stadt und ein toller Traditionsverein, bei dem sich alle wohlfühlen, der Rest wie etwa der Wiederaufstieg kommt von selbst.

    Meine Einschätzung ist aber, dass Veh das nicht so locker sieht. Zuversichtlich anpacken, ja. Aber er weiß, dass einiges zu tun ist bis Anfang August der Ball in der 2. Liga rollt.

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