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Kommentar: Köln vermeidet ein unwürdiges Schauspiel

Nun ist es also klar: Stefan Ruthenbeck bleibt nicht über den Sommer hinaus Trainer der FC-Profis. Der 1. FC Köln hat reinen Tisch gemacht. In offizieller Form, zum erstmöglichen Zeitpunkt und ohne den Trainer weiter Spekulationen und Fragen auszusetzen.

Köln – Die Ankündigung kam zwar überraschend, doch sie war die logische Konsequenz aus den Gerüchten um Markus Anfang zu Wochenbeginn. Dass der 1. FC Köln nun Klarheit geschaffen hat, war die einzig richtige Entscheidung. Andernfalls hätte der Klub seinen Trainer einem öffentlichen Schauspiel ausgesetzt, obwohl längst alle Fronten geklärt waren.

Ruthenbeck kann Entscheidung selbst bekannt geben

„Ihr wolltet Klarheit haben, wir wollten Klarheit haben“, sagte Ruthenbeck am Donnerstag. „Im Sinne des Klubs ist es wichtig, dass jetzt Ruhe reinkommt.“ Aber auch in Ruthenbecks Sinne, denn nun muss der Trainer keine Fragen mehr zu seiner Zukunft beantworten. Fünf Spiele liegen noch vor ihm als Profi-Coach des 1. FC Köln. Danach, so Sportchef Armin Veh, „wären wir sehr glücklich, wenn er bei uns bliebe“. Die beiden sportlichen Verantwortlichen wirkten erleichtert, die Personalentscheidung bekannt gegeben zu haben.

Es hatte jedem am Geißbockheim klar sein müssen, dass an einem bestimmten Moment die Gerüchte Fahrt aufnehmen würden. Und zwar genau an dem Tag, an dem die Kölner ihre Chancen auf den Klassenerhalt verspielt haben. Dieser Moment schien nach dem 1:1 gegen Mainz gekommen. Und so landete Markus Anfang umgehend auf den Titelblättern des Kölner Boulevards. Ganz einfach, weil sich der Trainer von Holstein Kiel und der 1. FC Köln wohl schon länger einig sind. Das wusste offenbar auch Ruthenbeck.

Verantwortliche haben aus der Stöger-Posse gelernt

So nutzte der 1. FC Köln die erste Gelegenheit, um den Spekulationen um Ruthenbeck ein Ende zu setzen. Die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hertha war für den Trainer und Sportchef Veh der richtige Zeitpunkt, gemeinsam für Ruhe zu sorgen und ohne weitere Verzögerung das Spiel um den 45-Jährigen zu beenden. Ruthenbeck muss nun keine lästigen Fragen mehr zu seiner Zukunft beantworten. Die Spieler, die Medien und die Fans wissen Bescheid. Die Diskussionen um den Nachfolger werden zwar weitergehen, doch nicht über Ruthenbecks Kopf hinweg, sondern in dessen Gewissheit, die Entscheidung selbst bekannt gegeben zu haben.

Das hat es in dieser Saison bekanntlich nicht immer so gegeben. Man darf sich an das Possenspiel und die letztlich unwürdige Trennung von Peter Stöger erinnern. Eine solch blamable Außendarstellung ließ der Klub diesmal nicht zu. Die Verantwortlichen haben aus ihren Fehlern gelernt.

18 Kommentare
  1. Juergen Lex says:

    Gute und für beide Seiten vernünftige Lösung. Rute sollte die Jugend weitet trainieren. Man hat gesehen das die Jungs topfit waren als sie ins Wasser geworfen wurden. ABER.. Sieg in Berlin u. Hsv u. M05 verlieren. Dann werden wir weiter sehen. Immer sportlich bleiben!!

  2. Paul der Troll says:

    Das ist keine vernünftige Lösung, das ist ein einziger Bullshit! Wenn der Verein kein Vertrauen in Ruthenbeck hat, dann fragt man sich schon, warum er dann noch die Mannschaft in den noch anstehenden 100-Millionen-Euro-Spielen betreut. Es gibt nur eine Erklärung: Weil der Verein sich aufgegeben hat. Von „Anfang“ an war der Ansatz falsch, auf einen bisher immer erfolglosen Trainer als Interimslösung zu setzen. Schmadke hatte vollkommen recht, als er Stöger durch Labbadia ersetzen wollte, und wer hat es verhindert: Präsident Spinner! PRÄSIDIUM RAUS!!!

      • Paul der Troll says:

        Der Verlust ist natürlich grob geschätzt, es handelt sich um Einnahmeverluste, geschätzt ca. 60 Millionen + Transferverluste, geschätzt ca. 40 Millionen, wenn alle attraktiven Spieler mit einer Ausstiegsklausel den Verein mit einer festgeschriebenen Ablöse unter Wert verlassen. Die Rechnung gilt nur bei einem sofortigen Wiederaufstieg, ansonsten wird es teurer.

        • Anti Raute says:

          Du bist auf dem falschen Dampfer, was die Höhe betrifft. Zum einen solltest du auch die geringeren Kosten (Gehälter, Stadionmiete etc.) mit in deine Berechnung einbeziehen, zum anderen ist der Effzeh gewappnet für einen Abstieg, Wehrle hat damals einen Rettungsschirm installiert, der bei einem Abstieg greifen würde. Wenn man das alles zusammenrechnet, dann beträgt der Verlust in etwa 30 Mio Euro, was auch noch viel ist, aber weit weg von deinen 100 Mio Euro ist.

          Transferwerte mit einzubeziehen ist immer ungenau und wenig aussagekräftig, da dies nur ein theoretischer Wert ist, da meistens Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, nicht irgendein Wert, der von transfermarkt.de Experten festgelegt wird.

          Der Effzeh kann diesen vermeidbaren Abstieg finanziell stemmen und wir sollten in der Lage sein, direkt wieder aufzusteigen, denn viele Vereine in der 2. Liga haben einen deutlichen geringeren Etat als unser Effzeh.

          • Boom77 says:

            Die Transfererlöse und etwaige Transferverluste darf man gar nicht einrechnen. Denn sollten wir die Klasse halten (ich glaube daran nicht), würden diese Spieler ja bleiben und wir würden keinen Transfererlös erzielen. Den Transfererlös erzielen wir nur in der 2. Liga, wenn die Spieler entscheiden zu gehen. Also stünde dieses Geld eher auf der Habenseite.

        • Boom77 says:

          Das Beste habe ich glatt vergessen. Sollten wir den Abstieg doch noch vermeiden, haben wir ja € 100 Mio. gespart, da wir in der ersten Liga ja auch wieder diese € 100 Mio. im Vergleich zur zweiten erzielen können, macht das nach Adam Riese € 200 Mio. Plus! Da können wir aber ordentlich investieren. Ich sehe den Neymar in diesem Fall schon nächste Saison im FC-Trikot spielen. Das sind doch glorreiche Aussichten!

          Aber die Summe habe ich gerade natürlich auch nur grob geschätzt ;-)

    • Klio says:

      Das ist wirklich trollig: „kein Vertrauen in Ruthenbeck“? Schon mal drüber nachgedacht, dass es hier um zwei verschiedene Aufgaben geht? Bei der Frage, wer ab Sommer 2018 übernimmt, geht es um den strategischen Neuaufbau (und um einen ganz bestimmten Trainer, den man erst ab der neuen Saison bekommen kann). Für die Rückrunde 17/18 ging es darum, in einer aussichtslosen Situation noch alles reinzuwerfen, egal wie. Da ging es darum, die völlig verunsicherte Mannschaft emotional zu packen (was Ruthenbeck gelungen ist) und es ging auch wegen der Verletztenmisere um die Einbeziehung von Spielern aus dem FC-Nachwuchs (Nachwuchsspieler, die Ruthenbeck gut kannte). Wenn man für eine langfristige Neuausrichtung einen anderen Trainer will, heißt das nicht, dass man Ruthenbeck für die restliche Saison nicht vertraut.

      Zum Thema „Labbadia“ konnte man beim letzten FC-Stammtisch auch erfahren, dass Labbadia ein Engagement beim FC abgelehnt habe, weil er keine aussichtslose Aufgabe übernehmen wollte – sich also seinen Ruf durch einen Abstieg, den er für sicher hielt, nicht ruinieren wollte.

      Zudem zum Versuch, Labbadia zum Heilsbringer zu stilisieren: Schau dir einfach mal an, wie „erfolgreich“ er als Feuerwehr-Trainer in Wolfsburg ist. 5 Punkte aus 6 Spielen = 0,83 Punkte pro Spiel. Wenn Labbadia den FC nach dem 14. Spieltag statt Ruthenbeck übernommen hätte, hätte der FC mit dieser Erfolgsquote jetzt noch nicht mal 16 Punkte auf dem Konto (statt der 21 Punkte mit Ruthenbeck). Oder soll man jetzt glauben, dass Labbadia so viel erfolgreicher gewesen wäre, wenn er früher gekommen wäre?

      • Boom77 says:

        Guter Kommentar, der zeigt, dass man das „Labbadia-Thema“ ruhig ad acta legen kann. Denn ohne Zweifel ist der VW-Kader qualitativ besser besetzt als unserer. Und dennoch bringt der „Feuerwehrmann“ Labbadia damit keine anständige Punkteausbeute zustande. Ich würde ja sagen, wer glaubt, dass es mit Labbadia besser gelaufen wäre, hat keine Ahnung und kann nur in Koblenz wohnen. Letzteres möchte ich aber zurücknehmen, da dies respektlos gegenüber den anderen 113.604 Kovelensern wäre, was diese nicht verdient haben.

  3. Huey L. says:

    Ich fand Armin Veh sehr klar und souverän in der Pressekonferenz. Man hatte -nicht nur hier- den Eindruck, dass da jemand spricht, der einen klaren Plan/ ein Konzept hat und genau weiß, was er vorhat und macht. Wir müssen nun einfach darauf vertrauen, dass dies aufgeht, bzw. nach seinen Vorstellungen umgesetzt werden kann, denn dabei spielen bekanntlich auch Faktoren eine Rolle, die er nicht immer beeinflussen kann.
    Stefan Ruthenbeck kann ich nur für sein Engagement und seine absolute Authentizität danken. Mit ihm und seinem Trainerteam in der Hinrunde wäre wahrscheinlich vieles anders gelaufen, auch wenn da jetzt natürlich viel Spekulation dabei ist. Ich finde, er hat sich mit seinem Auftreten auf alle Fälle einen Namen gemacht und steht nun deutlich besser da als vorher, als er „nur“ der Jugendtrainer mit Zweitligaerfahrung war. Ich hoffe, dass er dem FC im wichtigen Segment Jugendbereich/ Unterbau Lizenzspieler erhalten bleibt (deswegen eben auch die Anführungszeichen bei nur) und bin mir sicher, dass er fortan ein noch besseres Standing im Verein und der Mannschaft hat.
    Auf alle Fälle: „Danke, Herr Ruthenbeck, bleiben Sie uns bitte erhalten. Der Verein braucht (auch oder gerade) solche Leute wie sie.“

  4. Robert H. says:

    Ruthenbeck war für mich von Anfang an eine kostengünstige Marionette des Armin Veh. Es war für mich offensichtlich, dass er in der Position nicht das letzte Wort hatte.

    Seine ganzen teilweise gar nicht so schlechten Ideen wurden einkassiert. Hat schon seinen Grund, dass AV in letzter Zeit immer die Bank drückt.

    Scheint aber irgendwo einvernehmlich zu sein. Wie es aussieht fühlt sich Ruthenbekc nicht unbedingt für den Erstligajob berufen zu fühlen. Also schlussendlich alles gut.

    Dass man mit der Nachricht ruhig noch hätte warten können bis der Abstieg auch rechnerisch feststeht steht auf einem anderen Blatt.

    Was mich bei der aktuellen Diskussion unruhig macht, ist, dass die Bayern für Kovac gerade mal schlappe 2,2 Tacken berappen – und wir am Ende für einen Anfang am Ende 10 Mios an Kiel abdrücken müssen. Ich kann nur hoffen, dass es soweit nicht kommt (augen-zuhalten)

    • J B says:

      Die 10 Milionen ist ne Zahl die der Präsident von Holstein Kiel in einem Interview in der Winterpause herausposaunt hat um ein Wechselgerücht seines Erfolgstrainers im Keim zu ersticken. 10 Millionen für nen Trainer, lasst uns bitte aufm Teppich bleiben.
      Deiner Formulierung „kostengünstige Marionette“ kann ich auch nicht ganz zustimmen. Ruthenbeck war schon Interimscoach bevor Armin Veh seinen Job angetreten hat. Was es in der jetzigen Situation aber einleuchtend macht, dass nicht mit Ruthenbeck verlängert wurde. Der neue Trainer soll Veh´s Kandidat Nummer 1 sein.
      Man erinnere sich an Veh´s unglückliche Aussagen „Der Trainer hat bisher immer anders aufgestellt, als ich es getan hätte“. Das hallt jetzt natürlich nach.

  5. NICK says:

    „Seine ganzen teilweise gar nicht so schlechten Ideen wurden einkassiert. Hat schon seinen Grund, dass AV in letzter Zeit immer die Bank drückt.“ – das könnte gut sein…wenn ich an den Satz erinnere „Den Führich geb ich nicht mehr her“ und schupps war er plötzlich weg, un der Versenkung verschwunden…

    Könnte mir bei Veh vorstellen, das er nach Außen den Manager gibt, der den Trainer machen lässt und hintenrum vorgibt, wer spielen oder nicht spielen soll, evt. auch um Transferwerte nicht zu vernichten. Glaube nicht, dass er der Kumpeltyp ist. Auch wie er in der PK die Frage an SR an sich reißt, so das dieser kaum zum Thema Trennung zu Wort kam…naja…vielleicht ist das genau die Art, die bei uns gefehlt hat…die Zeit wird es zeigen…

    • Michael H says:

      Ohne das jetzt im Detail zu analysieren: ein „Kumpeltyp“ ist der letzte Typ, den ich in der Rolle eines Sportdirektors haben möchte.

      Dann lieber einen biederen oder latent ungeselligen Strategen, der weder von den Medien noch Fans geliebt, aber dafür respektiert, wird. Wehrle #2, quasi.

  6. Markus Kaja says:

    Einen neuen Trainer für die nächste Saison zu engagieren ist der richtige Schritt. Ruthenbeck hat sicherlich einen guten Job gemacht. Das entscheidende ist allerdings der wahrscheinliche Abstieg. Wir waren am 19. und 20. Spieltag nur 4 Punkte hinter dem Tabellensechszehnten!!! Auch wenn Ruthenbeck mir sympathisch ist, wir haben Riesen Chancen zum Relegationsplatz nicht nur einmal verspielt. Unsere Defensive ist weiterhin nicht in der Lage über 90 Minuten konzentriert zu verteidigen. Wie oft hat der Gegner ungestört von außen flangen können und wie viele Gegentore sind dadurch entstanden? Das ist aus meiner Sicht der Job des Trainerteams. Auf den Hauptschuldigen, J.S., möchte ich nicht näher eingehen. Hoffentlich bekommt Ruthenbeck irgendwo anders eine neue Chance, er hat es verdient.

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