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Sofortiger Wiederaufstieg: Was der FC von Freiburg lernen kann

Die Konkurrenz hat es vorgemacht

Nach 32 Spieltagen ist der Abstieg des 1. FC Köln auch rechnerisch besiegelt. Die Kölner müssen ihre Kräfte nun bündeln und die Mission Wiederaufstieg angehen. Einige Vereine haben es in der Vergangenheit vorgemacht. Die Ausgangslage für den Effzeh könnte trotz der desaströsen Saison kaum besser sein. Dennoch wird der Aufstieg kein Selbstläufer. 

Köln – Seit Samstag steht es also fest: Der sechste Abstieg der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln ist nicht mehr abzuwenden. Nach einer katastrophalen Spielzeit war der Abgang am Ende nur noch eine Frage der Zeit. Doch allen in Köln und über die Stadtgrenzen hinaus ist klar: Der Verein muss wiederkommen. Auf den direkten Wiederaufstieg in der Saison 2018/19 ist alles ausgerichtet und das Ziel bereits unzweideutig ausgegeben. Bereits zwei Mal schafften es die Geißböcke, einen Abstieg in der Folgesaison wettzumachen. Und auch in der jüngeren Vergangenheit der Liga schafften einige Vereine die sofortige Rückkehr ins Fußball-Oberhaus.

Freiburg, Stuttgart und Hannover als Vorbilder

Nachdem es in der Saison 2015/16 mit dem VfB Stuttgart und Hannover 96 zwei große Vereine der Bundesliga erwischt hatte, gingen beide ehemaligen Deutschen Meister als Top-Favoriten auf den Aufstieg in die ungeliebte Zweitligasaison. Sowohl der VfB als auch Hannover 96 wurden ihren Ansprüchen gerecht und schafften den sofortigen Sprung zurück in die höchste deutsche Spielklasse. Beide hielten wichtige Teile ihres Kaders zusammen, überragten die Gegner alleine schon aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und machten – wenn auch beide mit Trainerwechseln in der Saison – den Aufstieg letztlich perfekt.

Auch der SC Freiburg, der sich am Samstag durch den Sieg gegen den Effzeh etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen konnte, zeigte in der Vergangenheit schon häufiger, was es heißt, seine Lehren aus einem Abstieg zu ziehen und gestärkt daraus hervorzugehen. In der Spielzeit 2014/15 waren die Breisgauer am letzten Spieltag dramatisch ins Unterhaus abgestiegen. Ähnlich wie die Kölner jetzt mit dem Verbleib von Höger, Horn und Hector, konnte der Klub von Trainer Christian Streich mit Nils Petersen einen der absoluten Leistungsträger trotz Abstiegs in den eigenen Reihen halten.

Junge Spieler bekommen ihre Chance

Zudem baute der Verein mit hochtalentierten Spielern wie Maximilian Philipp, Vincenzo Grifo und Christian Günter eine junge und schlagkräftige Truppe auf, die es schaffte, am Ende mit 72 Punkten mehr als souverän wieder aufzusteigen. Mit 21 Treffern hatte Petersen dabei maßgeblichen Anteil am Erfolg und wurde in der Torschützenliste Zweiter – hinter Simon Terodde, der in der kommenden Saison die Kölner zurück in die Bundesliga schießen soll. Dies schaffte er in der Vorsaison beim VfB Stuttgart und bewies damit, wie elementar wichtig ein funktionierender Mittelstürmer für die Mission Aufstieg ist.

7 Kommentare
  1. Norbert Neuheisel says:

    Im Fachblatt „Kicker“ bezeichnet Toni Schumacher den Abstieg als „Unfall“ und gibt sich ahnungslos, was den Auslöser, nämlich das zerrüttete Verhältnis Schmadtke/Stöger anbetrifft. Kann man das so stehen lassen?

    • Stefan Schmitz says:

      Stöger und Schmadtke hatte gegensätzliche Meinungen über diverse Personalien, so viel ist mittlerweile bekannt. Das ist der HEUTIGE Wissensstand, der erst nach monatelangem bohren seitens der Medien zum Vorschein kam.

      Vielleicht wusste das Präsidium über die Probleme bescheid, vielleicht aber auch nicht. Es besteht durchaus die Möglichkeit, das die beiden ihren Knies zu lange unter sich ausgetragen haben. Wer läuft schon für jeden Zwist mit einem Kollegen gleich zum Chef? Als es dann langsam durchsickerte, war es zu spät.

      Das ist ALLES reine Spekulation, egal wie man es sieht oder sehen will. Die Wahrheit können wir uns abschminken.

      • Norbert Neuheisel says:

        Diesen Abstieg lapidar als „Unfall“ zu bezeichnen, so als wäre das Ganze vom Himmel gefallen, zeugt von wenig Selbstkritik. Außerdem wollte Schmadtke Stöger entlassen, ist damit aber am Vorstand gescheitert.
        Spätestens da wußte auch Schumacher Bescheid.

  2. Wilfried Pasch says:

    Letztendlich ist es müßig darüber jetzt noch darüber zu philosophieren. Ich war beim ersten Heimspiel gegen Hamburg beim 1:3. Gegen Hamburg!!! Schon da konnte man erkennen, dass etwas in der Mannschaft nicht stimmte. Kein Tempo, kein Biss, nach vorne ging nichts. Und schon da wurde die größte Schwachstelle sichtbar – die rechte Abwehrseite. Permanent spielte dort Sörensen. Und der war und ist dort viel zu langsam und unbeweglich. Wie viele Gegentore sind über diese Seite gefallen? Ich vermag sie nicht zu zählen! Viele Spieler hatten es sich unter Papa Stöger gemütlich gemacht. Den hat man viel zu lang gewähren lassen. Die mangelnde Fitness machte sich in zahllosen Muskelverletzungen bemerkbar. Und Ruthenbeck konnte das Defizit nicht mehr korrigieren. Außerdem hat er in Aufstellung und Taktik keine Kontinuität erkennen lassen. Wieso spielt z.B. Koziello nicht konsequent von Anfang an? Einer der wenigen der kaum Fehlpässe spielt. Man kann nur hoffen, dass die Abwehrschwächen erkannt und schnelle Spieler geholt werden. Ausserdem braucht der FC endlich jemand auf der „Zehn“. Das sind weder Osako noch Jojic noch sonst jemand in diesem Kader. Gerade wichtig in der 2. Liga wo sich die meisten Mannschaften in Köln hinten reinstellen werden!

  3. Paul der Troll says:

    Es ist nicht müßig, es ist notwendig! Die Hintergründe sind total gleichgültig, was zählt, sind die Ergebnisse. Der FC hat versagt, und dieses Versagen hat das Präsidium zu verantworten. Wenn sie Eier hätten, würden sie zurücktreten, aber das tun sie nicht. Deshalb müssen wir sie aus ihren Ämtern entfernen! PRÄSIDIUM RAUS1 Come on, FC!

  4. OlliW says:

    @Wilfried:

    „…beim 1:3. Gegen Hamburg!!! Schon da konnte man erkennen, dass etwas in der Mannschaft nicht stimmte.“
    Absolut. Ich gehe sogar noch weiter zurück. Man konnte das schon in den Testspielen und den müden, „Lasst-mich-doch-alle-in-Ruhe!-Kommentaren“ vom Stöger erkennen, wie fertig die alle sind. Ich war beim 0:0 (!) gegen Viertligist Uerdingen dabei. Da passierte auf FC Seite nichts! „Oh der Ball?! Hm…Hier, brauch ich nit, nimm du ihn!“ – „Watt, wieso isch? Hier…weg damit nach vorne…Modes…ach ne, der isst ja jetzt mit Stäbchen!“ – Es war müde, langsam, ideenlos und krampfig.
    Ich hab meinem Sitznachbarn gesagt, wenn da nichts mehr passiert, kein Spielmacher kommt, kein Außen und mehr Fitness und Spielwille und -witz, dann vernaschen uns 15 Teams aus der Liga wie auch Arsenal und Co zum Frühstück. Und so ist es ja auch fast gewesen.

    „Wieso spielt z.B. Koziello nicht konsequent von Anfang an?“ – Eine gute Frage. Ich habe mich das zuletzt am Samstag gefragt. Vor allem, weil Koziello ja bleibt und jede Minute auf dem Platz mit dem Team und in den deutschen Stadien eine weitere „Vorbereitung“ für die nächste Saison darstelt!

    „Gerade wichtig in der 2. Liga wo sich die meisten Mannschaften in Köln hinten reinstellen werden!“ – Ich hoffe inständig, dass Anfang hier einen Plan hat. Immerhin kennt er die Liga und hat hoffentlich Ideen, die man dort in die entscheidenden Situationen für Tore kommt.

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