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FC-Niederlage zum Abschluss: Wolfsburg hofft weiter, HSV muss runter


Der 1. FC Köln hat sich im letzten Spiel der Saison mit einer 1:4-Niederlage (1:1) gegen den VfL Wolfsburg aus der Bundesliga verabschiedet. Der Effzeh stemmte sich nur phasenweise gegen die offensiven Wolfsburger. Dank des Sieges bleibt den „Wölfen“ zumindest der direkte Abstieg erspart. Doch der VfL muss weiterhin um den Klassenerhalt zittern. Der Hamburger SV ist hingegen zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte abgestiegen. Ein 2:1-Sieg gegen Gladbach reichte dem HSV am Ende nicht.

Aus Wolfsburg berichten Marc Merten und Jonas Klee

Der 34. Spieltag hatte es noch einmal in sich. Insbesondere im Abstiegskampf stand die Entscheidung noch aus, welche Mannschaft den Effzeh in die Zweite Liga begleiten würde. Wolfsburg, Hamburg und Freiburg lieferten sich ein Fernduell. Über 4000 Köln-Fans unterstützten ihre Mannschaft beim VfL. Und dem 1. FC Köln kam am letzten Spieltag eine Schlüsselrolle zu.

Ausgangslage

Für den VfL Wolfsburg ging es vor dem letzten Bundesligaspieltag noch um den Klassenerhalt. Während der 1. FC Köln längst als Absteiger feststand, wollten die Gastgeber dieses Szenario unbedingt verhindern. Mit 30 Punkten auf dem Konto stand Wolfsburg vor dem letzten Spieltag auf Relegationsrang 16. Bei einem Sieg über die Kölner wäre sogar der Sprung auf das rettende Ufer möglich. Dafür müsste der SC Freiburg sein Heimspiel gegen den FC Augsburg verlieren. Ein Punkt würde den „Wölfen“ im Fernduell mit dem Hamburger SV reichen, um zumindest den Relegationsplatz zu sichern. Bei einer Niederlage gegen den Effzeh und einem gleichzeitigen Dreier der Hamburger über Borussia Mönchengladbach, müsste Wolfsburg hingegen als Tabellensiebzehnter den direkten Gang in Liga Zwei antreten. Vor der Partie gab sich FC-Coach Stefan Ruthenbeck kämpferisch: „Wer mit uns absteigt, ist uns völlig egal. Wir wollen zeigen, dass für uns in dieser Saison eigentlich mehr drin gewesen wäre.“ Ruthenbeck wählte eine offensive Startaufstellung. Etwas überraschend spielte Claudio Pizarro, der Köln nach der Saison verlassen wird, von Beginn an im Angriff. Leonardo Bittencourt, der ebenfalls vor dem Abschied steht, musste hingegen auf der Bank Platz nehmen.

Moment des Spiels

Die Partie begann bereits nach 43 Sekunden mit einem frühen Schock für den 1. FC Köln. Marco Höger hatte im Zentrum den Ball verloren. Josip Brekalo marschierte über die linke Seite, von Marcel Risse und Jorge Meré nicht richtig angegriffen, und der Kroate legte unbedrängt in den Rückraum zum aufgerückten Josuha Guilavogui. Der 27-Jährige Franzose fackelte nicht lange und schloss trocken ins linke untere Eck zum frühen 1:0 ab.

Die wichtigsten Szenen

Der Effzeh zeigte sich trotz des frühen Rückstandes zwar nicht geschockt, dennoch war der VfL Wolfsburg zunächst überlegen und drückte auf das 2:0. Origi (7.) und Brekalo (19.) vergaben beste Gelegenheiten für das Heimteam. Die Kölner hatten defensiv alle Hände voll zu tun, kamen jedoch durch Simon Terodde zu einigen guten Chancen (5., 20. und 23.). Mitte der ersten Hälfte wurden die Domstädter dann besser. In der 32. Minute spielten Milos Jojic und Jonas Hector einen Doppelpass durch das Wolfsburger Zentrum. Hector nahm den Ball im Sechzehner mit einer feinen Drehbewegung mit, ließ zwei Wolfsburger stehen und chippte die Kugel aus halblinker Position über den herausstürmenden Koen Casteels ins Tor zum 1:1-Ausgleich.

Im zweiten Durchgang zeigte sich der VfL Wolfsburg dann wieder spielfreudiger. In der 54. Minute vergab Terodde nach einer Ecke per Kopf und der VfL konterte. Brekalo trieb den Ball durch das Mittelfeld und spielte einen Pass in die Gasse auf Yunus Malli. Der Mittelfeldspieler hatte viele Platz und bediente den mitgelaufenen Divock Origi, der aus kurzer Distanz nur noch zur 2:1-Führung einschieben musste. Eine Viertelstunde später legte Wolfsburg das 3:1 nach. Brekalo brachte einen Freistoß auf den zweiten Pfosten. Dort stieg Robin Knoche höher als Meré und köpfte den Ball unhaltbar für Timo Horn an den Innenpfosten. In der Folge war Köln zwar bemüht, konnte sich aber keine gefährlichen Chancen mehr erspielen. In der Nachspielzeit setzte Wolfsburg einen weiteren Konter. Nach einem langen Ball von Guilavogui umkurvte Brekalo Risse und schloss zum 4:1-Endstand ab. Mit der Niederlage im letzten Spiel ist auch klar: Dieses FC-Team ist mit 22 Punkten das schlechteste in der Vereinshistorie des 1. FC Köln.

 

Fazit

Zum Freuen: Zumindest stemmten sich die Kölner lange gegen die drohende Niederlage.

Zum Ärgern: Jannes Horn verletzte sich nach einem Zusammeprall mit Paul Verhaegh am Kopf und musste nach einer Viertelstunde vom Platz.

Mann des Tages: Jonas Hector. Der FC-Kapitän unterstrich mit seinem Traumtor seine Extra-Klasse und ist ein Hoffnungsträger für die kommenden Saison.

Aufstellung

T. Horn – Risse, Meré, Heintz, J. Horn (15. Bittencourt) – Koziello, Höger, Jojic (62. Clemens), Hector – Terodde, Pizarro (72. Osako)

Tore

0:1 Guilavogui (1.), 1:1 Hector (32.), 2:1 Origi, 3:1 Knoche (71.), 4:1 Brekalo (91.)

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