Höherer Etat: Wolfsburg und HSV gefährden FC-Aufstiegspläne


Trotz Abstieg wird der 1. FC Köln in der kommenden Spielzeit keine finanziellen Probleme bekommen. So viel machte Geschäftsführer Armin Veh bereits klar. Dadurch wird der Aufstieg jedoch nicht zu einem Selbstläufer. Zudem bleibt abzuwarten, welche Mannschaften noch mit dem Effzeh in die zweite Liga müssen. 

Köln – Fünf Mannschaften müssen aktuell in der Bundesliga rein rechnerisch noch um den Klassenerhalt zittern. Lässt man Hannover 96, die sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz haben, außen vor, kämpfen noch Mainz, Freiburg, Wolfsburg und der HSV um die Rettung. Die schlechteste Ausgangssituation haben dabei derzeit die formstarken Hamburger sowie der VfL. Durch den 3:1-Erfolg der Hanseaten in der Autostadt haben die zwischenzeitlich schon abgeschriebenen Hamburger den Meister von 2009 wieder tief mit in den Abstiegskampf hereingezogen und sich gleichzeitig noch einmal in Lauerstellung auf den Relegationsplatz gebracht.

Wolfsburg und Hamburg mit höherem Etat

In spätestens zwei Spieltagen ist dann bekannt, welche Mannschaft am Ende über dem Strich stehen wird und wer sich vielleicht noch über die Relegation retten kann. Fest steht: Sollten am Ende sowohl der HSV als auch die Wölfe mit dem Effzeh in Liga zwei gehen müssen, wären die Kölner nicht mehr der finanzstärkste Klub. Das weiß auch FC-Geschäftsführer Armin Veh: „Wenn beide mit runtergehen, werden wir nur den dritthöchsten Etat haben.“ Zum Vergleich: Während die Kölner in Liga zwei mit einem Spieleretat von knapp über 30 Millionen Euro kalkulieren, bringt der VfL derzeit einen Etat von 100 Millionen Euro auf. Dieser würde sich in der 2. Liga zwar verringern, wäre aber dennoch um einiges höher als der des Effzeh. Und auch der HSV kann mit hohen Summen rechnen: Zwar ist der Verein mit rund 125 Millionen hochverschuldet, durch Investor Kühne aber trotzdem finanziell konkurrenzfähig. Auch hier würde der derzeitige Etat von rund 55 Millionen schrumpfen, jedoch wohl nicht geringer werden als der des 1. FC Köln.

Wenn jemand glaubt, es wird ein Selbstläufer, nur, weil wir der 1. FC Köln sind, dann wird man sich ganz schnell umschauen müssen

Dass Geld keine Tore schießt, haben die Kölner nach dem Transfer von Jhon Cordoba in diesem Sommer schmerzlich selbst erfahren müssen. Dennoch sind die Voraussetzungen für einen direkten Wiederaufstieg gegeben. Der Kampf um die Aufstiegsplätze wird jedoch je nach Absteiger ungleich schwieriger. Zumal meist mindestens eine Überraschungsmannschaft in jeder Zweitligasaison ganz vorne zu finden ist. Auch deshalb will sich Armin Veh in der nächsten Saison nicht als übermächtiger Favorit gegen jeden Gegner sehen. Vergleiche, wie die des FC Bayern der 2. Liga, scheut der Geschäftsführer. Diesen Fehler hat schon Guido Buchwald zu Zeiten beim Karlsruher SC begangen: Am Ende stieg der KSC dann ab. „Ich bin schon viermal aufgestiegen. Ich weiß, wie sich das anfühlt, aber es wird kein einfacher Weg. Wenn jemand glaubt, es wird ein Selbstläufer, nur, weil wir der 1. FC Köln sind, dann wird man sich ganz schnell umschauen müssen. Dann geht das nach hinten los. Wir haben ein großes Ziel und ich bin zuversichtlich, dass wir das Ziel erreichen können“, bleibt Armin Veh nach dem sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte zwar bescheiden aber optimistisch, was die großen Ambitionen für die kommende Spielzeit angeht.

Veh und Anfang treiben die Kaderplanung voran

Die wichtigste Baustelle vor dem Neubeginn haben die Kölner bereits vor wenigen Wochen geschlossen. Mit Markus Anfang als neuem Trainer hat der FC früh alles klar gemacht. Veh zeigte sich sichtlich zufrieden, die Position mit dem Noch-Kieler besetzen zu können.  „Ich glaube, mit unserem Trainerteam haben wir einen guten Fang gemacht. Jetzt ist es unsere Aufgabe, unserem Trainerteam eine Mannschaft hinzustellen, die aufsteigen kann.“ Mit den Treuebekenntnissen von Jonas Hector, Marco Höger und Timo Horn haben die Geißböcke dabei schon ein solides Gerüst geschaffen. Schon bald sollen dann auch die ersten Neuzugänge folgen. „Wir sind relativ weit mit drei Neuzugängen. Es werden dann noch weitere folgen“, erklärte Veh. In der personellen Planung für die kommende Saison ist der neue Trainer trotz derzeitigem Aufstiegskampf mit Kiel bereits voll integriert. „Er ist mit eingebunden in die Personalpolitik. Er ist derjenige, der die Mannschaft jeden Tag trainiert, deswegen ist es wichtig dass ich das nicht alleine mache“, berichtete der 57-jährige.

Und auch wenn sich die Kölner nach dem feststehenden Abstieg nun bereits voll die auf die neue Saison fokussieren können, werden die Verantwortlichen trotzdem noch einen Blick auf die Konkurrenz werfen und genauestens beobachten, wer den Effzeh in Liga zwei begleiten wird. Vielleicht sind die Geißböcke am letzten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg dann selbst das Zünglein an der Waage.

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