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Kommentar: Eine letzte Pflicht haben die FC-Profis noch

Das letzte Heimspiel verlief schiedlich, friedlich. Die Spieler des 1. FC Köln zeigten sich noch einmal von ihrer kämpferischen Seite und boten dem FC Bayern die Stirn. Doch am Ende ging es für beide Mannschaften nur noch um die Goldene Ananas. Das ist am kommenden Samstag anders – auch aus Sicht der Geissböcke.

Köln – Es mag nur eine weitere Statistik sein. Doch nach 33 Spieltagen ist diese Mannschaft des 1. FC Köln noch immer die schlechteste Bundesliga-Mannschaft, die je das Trikot mit dem Geissbock auf der Brust getragen hat. Mit 23 Punkten war der Effzeh in der Saison 2003/04 abgestiegen. Aktuell sind es deren 22, dazu das deutlich schlechtere Torverhältnis.

Mehr als nur das letzte Saisonspiel

Das bedeutet: Ein Punkt beim VfL Wolfsburg würde nicht reichen, um der Schmach zu entgehen, als schlechteste FC-Truppe in der Vereinshistorie abzusteigen. Diesen Fakt könnten die Spieler nur mit einem Sieg bei den Wölfen vom Tisch wischen. Drei Punkte würden zwar auch nicht mehr verhindern, was seit dem 2:3 in Freiburg feststeht. Doch der Gang in die Sommerpause und anschließend in die Zweite Liga würde positiver ausfallen, wenn man den ersten Bundesliga-Sieg seit immerhin fast zwei Monaten (2:0 gegen Leverkusen am 18. März) einfahren würde.

Wenigstens dieses Gefühl müssen sich die FC-Profis noch einmal bescheren. Sie haben die Aufgabe, die Pflicht, sich ein letztes Mal zusammenzureißen. Für die Vita des Klubs, für die eigene Vita und für einen auch sportlich versöhnlichen Abschluss einer ansonsten blamablen Saison. Mit den Fans haben sich die Profis in den letzten Wochen eindrucksvoll verbrüdert. Doch bei allem Lob für den Charakter der Mannschaft und bei aller Würde, die die Fans den Profis zurückgegeben haben, bei aller Aufbruchsstimmung rund um den Klub: Dieses Spiel in Wolfsburg ist mehr als nur der Abschluss der Saison.

Der Abstiegskampf läuft noch immer

Der erhobene Zeigefinger der sportlichen Leitung schwebt deswegen zurecht über den Köpfen der Spieler. Diese Saison ist noch nicht zu Ende. Es geht darum, eben nicht als schlechteste Mannschaft in die FC-Historie einzugehen. Es geht darum, ein Erfolgserlebnis in die Sommerpause mitzunehmen. Und es geht darum, sich nicht nachher auch noch sagen zu lassen, man habe mit einem abgeschenkten Spiel in den Abstiegskampf eingegriffen. Der FC wird nicht entscheiden, ob der VfL Wolfsburg oder der Hamburger SV – oder beide – in die Zweite Liga absteigen werden. Aber der FC entscheidet am Samstag, mit welchem Gefühl es für den eigenen Klub in die nächste Saison gehen wird. Je positiver das Ergebnis am Samstag ausfällt, desto positiver dürften die kommenden Wochen ausfallen.

5 Kommentare
  1. Querkopf says:

    Ich weiß, es klingt unsportlich, aber irgendwie missfällt es mir, dass unsere Truppe den Retter des durch und durch kaputten Mäzenenclubs namens HSV geben soll, nur um selber nicht als die schlechteste Mannschaft der FC-Geschichte in die Annalen einzugehen. Meine Aversion gegen einen lupenreinen Konzernclub namens VfL Wolfsburg ist dabei schon eingerechnet. Rein taktisch betrachtet, wäre der HSV in der zweiten Liga finanziell jedenfalls nicht ganz so potent wie der Konzernclub.

    Ruthenbecks Aufstellung läuft ohnehin auf die Spieler hinaus, die auch in der kommenden Saison beim FC sein werden; von daher werden wir gar nicht mit der besten Truppe antreten. Und sollten wir damit verlieren, kauft es uns nach dieser Saison auch jeder ab. ;-)

  2. Elke L. says:

    Da man ja nicht alles haben kann: HSV verliert, WOB verliert und schon ist alles geritzt (auch wenn dann unsere Lieblingsfeinde daran einen Anteil haben und ggfs Europa spielen dürfen – aber siehe Zeile 1

  3. Herbert Kümmel says:

    Also das finde ich schon extrem unsportlich von euch, ich hatte die Kölner Fans eigentlich immer mit für die besten der Liga gehalten, ich hoffe Ihr seid hier die Ausnahme!
    Jede Mannschaft sollte in jedem Spiel alles geben, ohne darauf zu achten, welche Vor und Nachteile es für ein anderes Team bedeuten würde, zumal würde es einen eigenen Vorteil hervorbringen?
    Es wäre doch viel schöner, wenn die Hamburger euch dafür ewig dankbar wären und Freibier gibt es auch dazu ;-) von Klößchen und Co.

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