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Nächster Schritt in Liga zwei: Steigt Gerhardt mit dem FC ab?  

Was mag wohl Yannick Gerhardt denken in diesen Tagen? Im Sommer 2016 vom 1. FC Köln zum VfL Wolfsburg gewechselt, hatte er erst im Abstiegskampf gehangen, während sein alter Effzeh in die Europa League eingezogen war. In dieser Saison sah er den gleichen FC dann absteigen und könnte vom Selbigen sogar ebenfalls noch in die Zweite Liga geschossen werden.

Köln/Wolfsburg – Er wollte beim VfL Wolfsburg den vielzitierten nächsten Schritt machen. Böse Zungen behaupten, dass bei dieser Floskel nie jemand gesagt hat, in welche Richtung dieser geht: ob vor oder zurück. Yannick Gerhardt hatte dem Effzeh viel Geld in die Kasse gebracht (rund 13 Millionen Euro) und sich selbst beim VfL zum Nationalspieler gemacht. Doch  wirklich glücklich wurde er bislang nicht in der VW-Stadt.

Wir müssen die persönlichen Interessen zurückstecken

Es ist nicht bekannt, ob Gerhardt inzwischen die ehemalige Kölsch-Connection zwischen seinem Berater Stephan Engels, dem Ex-Wolfsburg-Manager Klaus Allofs und dem VfL-Chefscout Pierre Littbarski verflucht, die ihn zu dem Wechsel überredet hatte. Doch Tränen hat er bereits vergossen in Wolfsburg, und es waren keine Freudentränen. In den vergangenen drei Monaten spielte Gerhardt sogar gar nicht mehr, ein Syndesmosebandanriss legte ihn lahm. Gegen Leipzig saß er zumindest wieder auf der Ersatzbank. Gegen Köln könnte er nun zum Saisonabschluss noch mal einen Einsatz bekommen.

Ob es sogar sein letzter in Wolfsburg wird, soll der VfL verlieren und direkt absteigen? „Ich finde es unpassend, wenn man sich jetzt über die eigene Zukunft Gedanken macht“, sagte Gerhardt nun laut Sportbuzzer. „Wir müssen einfach die persönlichen Interessen zurückstecken.“ Doch ein Blick nach Köln dürfte ihm zeigen, dass das nicht immer so leicht ist. Bekanntlich kosteten auch die Beratergespräche Ende März einigen FC-Profis die entscheidenden Prozente an Konzentration und Glaube an die Rettung. In Wolfsburg war von echtem Willen im Abstiegskampf in den vergangenen Monaten ohnehin nicht viel zu spüren. Da sind Gerhardts Worte wohl eher Wunschdenken.

Welche Position könnte Gerhardt spielen?

Der inzwischen 24-Jährige sagte zwar: „Es geht im Fußball oft darum: Hat man Angst, etwas zu verlieren, oder hat man Lust, etwas Größeres zu gewinnen. Und ich denke, diese Lust, das Ziel zu erreichen, sollte bei allen größer sein.“ Doch gerade diese Lust hatte das Team von Trainer Bruno Labbadia in den letzten Wochen vermissen lassen. Gerhardt will versuchen nach dreimonatiger Pause ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub den Unterschied auszumachen. Doch dass er von Beginn an auflaufen wird, erscheint unwahrscheinlich. Auch wäre nicht klar, auf welcher Position. In dieser Saison spielte Gerhardt vornehmlich hinten links, allerdings auch im defensiven respektive zentralen Mittelfeld sowie auf beiden Außenbahnen. Unter Labbadia kam er verletzungsbedingt noch gar nicht zum Einsatz. Insofern ist völlig offen, ob die FC-Profis ihren ehemaligen Mitspieler am Samstag auf dem Platz begegnen werden oder nur am Spielfeldrand. Sicher ist: Mit einem Sieg beim VfL könnten sie Gerhardt mit in die Zweite Liga schießen.

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