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Ultras antworten auf offenen Brief: „Der Vorstand ist gescheitert“


Im Februar hatte der 1. FC Köln einen offenen Brief zum Konflikt zwischen der Kölner Ultraszene und den Verantwortlichen beim 1. FC Köln veröffentlicht. Am Mittwoch bezogen die „Wilde Horde“ und die „Coloniacs“ erstmals Stellung.

Köln – Mit der Reaktion auf den offenen Brief des 1. FC Köln haben die Ultras bis Anfang Mai gewartet, um der eigenen Mannschaft, die noch um den Klassenerhalt kämpfte, nicht zu schaden. Seit Samstag ist der FC-Abstieg allerdings besiegelt. Nun veröffentlichten die Ultragruppierungen ein zehnseitiges Schreiben.

Die Kritik am Vorstand ist nicht neu

Kritisch äußern sich die Ultras darin insbesondere zum aktuellen Vorstand des 1. FC Köln. So heißt es im Statement: „Eine Zeit lang schien es so, als würde sich der 1. FC Köln – auch durch die Tätigkeit von Werner Spinner als Präsident – langfristig in der ersten Liga etablieren können, ohne die Eigenständigkeit und Authentizität eines Traditionsvereins zu verlieren.“ Doch mit „öffentlichen Belehrungen über Demokratie in China“ oder „das permanente Untergraben einzelner Gremien wie etwa das Aufdiktieren des offenen Briefes an den Mitgliederrat“, zeigen sich die Ultras nicht einverstanden.

Weiterhin heißt es: „Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir mit unserer Sicht der Dinge und der Art wie wir diese äußern nicht bei allen FC-Fans auf Gegenliebe stoßen. Wir sind uns allerdings genauso sicher, dass der aktuelle Vorstand der falsche für den 1. FC Köln ist.“

Selbstkritik und Thema Dialog

Doch die Ultragruppen des 1. FC Köln geben sich in dem Statement auch selbstkritisch und erklären, dass man in Belgrad, als Pyrotechnik in Richtung Spielfeld und Zuschauerbereiche abgeschossen wurde, Grenzen überschritten habe. In der Stellungnahme werden zudem noch die Themen neu eingeführte Sektorentrennung, der Ordnungsdienst bei Heimspielen, das Thema Stadionverbote und die Choreoklausel, wegen der die Kölner Ultras seit Anfang 2017 keine Choreografien mehr bei Heimspielen durchführen, angesprochen.

Auch das Thema Dialog zwischen Ultras und dem Verein wird von den Ultras, die im Sommer 2017 die Gespräche mit dem Verein beendeten, angesprochen. In der Stellungnahme heißt es dazu: „Es ist auch in unseren Augen durchaus wünschenswert, dass man zu einer Vereinsführung ein gutes Verhältnis hat und im Dialog steht. Allerdings sollte dieser dann auch sinnvoll für alle Seiten sein. Mit Gestaltungsmöglichkeiten und kurzen Entscheidungswegen für gemeinsame Ziele. Wenn ein Dialog aber dauerhaft dazu missbraucht wird, hauptsächlich die persönlichen Eitelkeiten und die Öffentlichkeit zu befriedigen, sehen wir keinen Grund, uns an solchen Gesprächen zu beteiligen. Der offene Brief sei hier als aktuelles Beispiel zu nennen. In diesem Zusammenhang sehen wir weniger den Dialog an sich, sondern vielmehr den aktuellen Vorstand des 1. FC Köln als gescheitert an.“

Die Stellungnahme in voller Länge findet ihr hier.

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