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Ultras antworten auf offenen Brief: „Der Vorstand ist gescheitert“

Im Februar hatte der 1. FC Köln einen offenen Brief zum Konflikt zwischen der Kölner Ultraszene und den Verantwortlichen beim 1. FC Köln veröffentlicht. Am Mittwoch bezogen die „Wilde Horde“ und die „Coloniacs“ erstmals Stellung.

Köln – Mit der Reaktion auf den offenen Brief des 1. FC Köln haben die Ultras bis Anfang Mai gewartet, um der eigenen Mannschaft, die noch um den Klassenerhalt kämpfte, nicht zu schaden. Seit Samstag ist der FC-Abstieg allerdings besiegelt. Nun veröffentlichten die Ultragruppierungen ein zehnseitiges Schreiben.

Die Kritik am Vorstand ist nicht neu

Kritisch äußern sich die Ultras darin insbesondere zum aktuellen Vorstand des 1. FC Köln. So heißt es im Statement: „Eine Zeit lang schien es so, als würde sich der 1. FC Köln – auch durch die Tätigkeit von Werner Spinner als Präsident – langfristig in der ersten Liga etablieren können, ohne die Eigenständigkeit und Authentizität eines Traditionsvereins zu verlieren.“ Doch mit „öffentlichen Belehrungen über Demokratie in China“ oder „das permanente Untergraben einzelner Gremien wie etwa das Aufdiktieren des offenen Briefes an den Mitgliederrat“, zeigen sich die Ultras nicht einverstanden.

Weiterhin heißt es: „Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir mit unserer Sicht der Dinge und der Art wie wir diese äußern nicht bei allen FC-Fans auf Gegenliebe stoßen. Wir sind uns allerdings genauso sicher, dass der aktuelle Vorstand der falsche für den 1. FC Köln ist.“

Selbstkritik und Thema Dialog

Doch die Ultragruppen des 1. FC Köln geben sich in dem Statement auch selbstkritisch und erklären, dass man in Belgrad, als Pyrotechnik in Richtung Spielfeld und Zuschauerbereiche abgeschossen wurde, Grenzen überschritten habe. In der Stellungnahme werden zudem noch die Themen neu eingeführte Sektorentrennung, der Ordnungsdienst bei Heimspielen, das Thema Stadionverbote und die Choreoklausel, wegen der die Kölner Ultras seit Anfang 2017 keine Choreografien mehr bei Heimspielen durchführen, angesprochen.

Auch das Thema Dialog zwischen Ultras und dem Verein wird von den Ultras, die im Sommer 2017 die Gespräche mit dem Verein beendeten, angesprochen. In der Stellungnahme heißt es dazu: „Es ist auch in unseren Augen durchaus wünschenswert, dass man zu einer Vereinsführung ein gutes Verhältnis hat und im Dialog steht. Allerdings sollte dieser dann auch sinnvoll für alle Seiten sein. Mit Gestaltungsmöglichkeiten und kurzen Entscheidungswegen für gemeinsame Ziele. Wenn ein Dialog aber dauerhaft dazu missbraucht wird, hauptsächlich die persönlichen Eitelkeiten und die Öffentlichkeit zu befriedigen, sehen wir keinen Grund, uns an solchen Gesprächen zu beteiligen. Der offene Brief sei hier als aktuelles Beispiel zu nennen. In diesem Zusammenhang sehen wir weniger den Dialog an sich, sondern vielmehr den aktuellen Vorstand des 1. FC Köln als gescheitert an.“

Die Stellungnahme in voller Länge findet ihr hier.

22 Kommentare
  1. Toni10 says:

    „Dennoch ist es uns ehrlich gesagt gleich, ob ein Investor aus China, Russland oder
    Köln kommt und ob man ihn nun als Investor oder „strategischen Partner“ bezeichnet.
    Wir wollen ihn nicht und wir wollen nicht, dass Anteile (der Profiabteilung) unseres
    Vereins verkauft werden. Heute nicht und morgen nicht. Weder für leere
    Erfolgsversprechen noch für den Aus- oder Neubau von Trainingszentren oder Stadien.
    Dies wird auch weiterhin unser wichtigstes Ziel bleiben. Wir sind überzeugt davon,
    dass der 1. FC Köln so auf Dauer erfolgreicher sein wird.“

    Aus meiner Sicht sind die Ultras sehr wichtig für einen Fußballverein wenn es um Stimmung und Choreos geht, das haben sich zum Beispiel die Clubs auf der Insel mit ihrer Touristenfans zerstört. Aber wenn 2 solch große Ultrasgruppierungen davon ausgehen, dass der Erfolg ohne neue Einnahmequellen funktioniert, dann muss man diesen Personen das Fachwissen absprechen. Wir zahlen 7-8 Mio Euro an Miete an die Stadt Köln und werden in unserer eigenen Stadt nur gerne gesehen, wenn wir zahlen… Thema Geißbockheim ist das beste Beispiel. Frau Reker ist mit dem FC auf Stimmenfang gegangen und als wir das Traingingszentrum ausbauen wollte heißt es auf einmal „so einfach ist das nicht“. Der Club braucht um in der Bundesliga erfolgreich zu sein eine professionelle Jugendarbeit und ein eigenes Stadion. Wie stellen sich diese Fans das vor wie man finanziell das ganze angehen soll? Die Stehplatz Karte auf der Südtribüne kostet 16 Euro, davon finanziert man einen scheiß…

    • Paul says:

      Das mit dem Geld ist objektiver Quatsch! Wir waren trotz kleinerem Budget im letzten Jahr die Nummer Eins am Rhein. 1860 München ist an einem Investor zugrunde gegangen, und auch der HSV hat Unsummen verbrannt. Es gibt viel kleinere Vereine, die in der Bundesliga bleiben. Wir sind nicht wegen Geldmangels abgestiegen, sondern weil wir uns nicht weiterentwickelt haben, und Stillstand ist Rückschritt. Wenigstens haben wir ein finanzielles Polster, und damit müssen wir jetzt wieder neu anfangen. Hoffen wir, dass Armin Veh in der Zukunft bessere Entscheidungen trifft als in der Vergangenheit, und hoffen wir, dass Markus Anfang so gut ist, wie alle hoffen!

  2. Oscar F says:

    Die Ultras haben berechtigte Kritikpunkte genannt. Das Schreiben bezieht sich natürlich schwerpunktmäßig auf Ultra-Anliegen (mangelnde Solidarität gegenüber der Fans, Stadionverbote etc.), aber einige Punkte finde ich auch brisant:
    – Das phlegmatische und zu späte Eingreifen in der Causa Stöger & Schmadtke.
    – Die kölschtrunkene Euphorie nach der letzten Saison, in der Stöger & Schmadtke blind vertraut wurde.
    – Ein zunehmend autokratischer Führungsstil von Werner Spinner.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich „Vorstand Raus“ brüllen möchte, aber ein Wechsel in dieser Position könnte dem FC gut tun.

  3. Ali Perez says:

    Oh man… Wie oft sollen wir das hier noch durchkauen?
    Bei der nächsten MV wird es sehr viel Redebedarf geben, ganz klar.
    Es macht aber keinen Sinn, Gebetsmühlenartig immer wieder die selben Vorwürfe und Anschuldigungen zu debattieren.
    Genauso wäre es fatal, jetzt den Vorstand wegzujagen und damit den Club ins Medienchaos zu stürzen. Was 2019 passiert, muss man dann sehen. Eine weitere Amtszeit des jetztigen Vorstands sehe ich nicht, also meine Stimmen bekämen sie nicht mehr. Aber ich sehe jetzt auch keine Gefahr im Verzug.

    • Peter Josef says:

      Meine Stimme bekommen sie nicht unbedingt. Aber wenn potentielle Gegenkandidaten ihr Programm darauf ausrichten sollten, dass das Präsidium sich permanent in sportliche Belange einmischen möge (Overath lässt grüßen) wähle ich das derzeitige Präsidium, sollte es sich noch mal zur Wahl stellen.

      • Christoph Becker says:

        ich erinnere zu gern an die Antwort eines Herrn Thielen während der damaligen Wahl auf der MV, auf die Frage, warum er denn gewählt werden solle: „Ich bin Deutscher Meister geworden“. Herzlichen Glückwunsch, derartige Personen möchte ich nicht an der Spitze des FC sehen.

        Sicher ist momentan nicht alles Gold, was glänzt, was unser Präsidium betrifft. Allerdings glaube ich auch nicht, dass alles so schlecht ist.
        Auf der Pro-Seite steht, dass Herr Spinner mit seiner Erfahrung in Führungspositionen und den Leuten um ihn herum dafür gesorgt hat, dass der Verein „gesund“ dasteht. Das ändert aber nichts daran, dass die letzten Monate, fast das letzte Jahr, sehr unglücklich lief. Wenn Herr Spinner es schafft, die Kurve zu kriegen und in die demokratischen Strukturen des Vereins zurückzukehren, glaube ich wirklich, dass er nochmal gewählt werden kann. Allerdings ist das ein langer Weg.
        Dies heißt nunmal trotz aller Fußballromantik, dass es irgendwann Investoren, wie auch immer man sie nennen mag, geben wird.

        Im harten Profigeschäft geht es eben, wie der Name „Geschäft“ schon sagt, um Geld. Damit werden wir uns abfinden müssen. Wir können uns dennoch glücklich schätzen, dass sich trotz der derzeit angespannten Situation diverse Spieler mit z.T. deutlich höheren Ambitionen zum Verein bekennen. Schauen wir mal, was sich entwickelt. Wären morgen Neuwahlen, hätten wir allerdings ein Problem…

  4. OlliW says:

    Die Frage ist immer, wo der FC eigentlich „hin will“, wie und wo er sich selbst sieht. Und dieses „Selbst“ allein ist schon so eine Sache. Klar müssen hier die Mitglieder voll und ganz berücksichtigt werden. Bei allem. Die allein schon sind allerdings eine extrem heterogene Masse. Von Ultras auf der einen Seite bis zum einfachen Anhänger mit Sky-Abo auf der anderen. Die Allerwenigsten sind zudem in den Themen der Sport- und Vereinspolitik firm, bringen sich entsprechend gar nicht ein und wollen einfach nur, dass der FC guten Fußball spielt. Man findet sich vielleicht sogar inzwischen mit einem Abstieg hie und da ab. Hauptsache es ist irgendwie nett, kann halt passieren. Ist halt der Effzeh. Die guten Zeiten sind passé, „hach…schön domohls dat Double, weißte noch….und et Stadtderdy-Pokalfinale 83…härrlisch….!“

    Klar, man freut sich, wenn Köln erstklassig spielt. Doch ob das in Müngersdorf oder irgendwann sonst wo in der Wallachei passiert, dürfte die Allerwenigsten jucken. So einen Spagat zwischen „Standort Müngersdorf und Grüngürtel unverhandelbar“ bis zu „whatever…?“ muss eine Vereinsführung vermitteln und führen und moderieren. Und das scheint mir relativ unmöglich. Das ist das Eine.

    Das andere aber, dass der FC gut und halbwegs erfolgreich Fußball spielt – das ist vielleicht der aller kleinste gemeinsame Nenner von allen, die es irgendwie mit dem FC halten – Stadt und Region, Mitglieder, Fans und Sympathisanten im weiten Land, die Vereinsführung selbst mit allen Aktiven, vielleicht sogar teils die Konkurrenz.

    So…wie erreicht man das gute und erfolgreiche Fußballspielen? Und wenn schon dann am besten gleich auf Dauer? Hier gehen die Meinungen dann allerspätestens gravierend auseinander. Gut Fußballspielen allein kann man auch in der zweiten oder dritten Liga. Doch der FC „gehört“ schließlich in die erste, wie all die oben Genannten finden und wie es täglich in den Kommentaren zum Abstieg heißt. Allein die vielen schönen Erfolge der glorreichen Vergangenheit, die oft beschworene Tradition etc. wirken stark nach und strahlen enorm Identitätstifend ab. Doch sie reichen seit über 20 Jahren nicht, um dauerhaft wieder nach oben (1. Liga) zu kommen und vielleicht mal länger zu bleiben. Da soll es aber eigentlich mal wieder hin, nicht wahr?

    Also ist die alte Frage: Woran zum Henker liegt es, dass der FC seit 25 Jahren eine Fahrstuhl- Mannschaft ist (mit einem „kleinen Frühling“ von 2014-17)?

    Liegt es nur am Geld? Schießt nur Geld Tore? Wenn ja, und es gibt genug Argumente dafür, dann führt der Weg in das dauerhaft zu belegende obere Tabellendrittel der 1. Liga als Wunschtraum an dem Einstieg von Investoren meiner Ansicht nach nicht vorbei. Wenn jedoch ein solcher oder mehrere einsteigt(en), dann gehören die Mitglieder befragt! Ich würde auch einen Unterschied machen, ob es ein arabischer Scheich/russischer Oligarch/chinesischer Mogul ist oder ein Konzern aus Deutschland oder gar aus der hiesigen Region. Erstere gehen mMn gar nicht! Letzteres hingegen unter Umständen schon. Und diese Umstände wären zu prüfen, transparent darzulegen, offen zu diskutieren und demokratisch abzustimmen. Und zwar per postalischer/online Mitglieder-Abstimmung von allen 100.000+, und nicht nur von den paar Tausend, die in die LanxessArena zur MV kommen.

    Oder man sagt: Investoren braucht man gar nicht und niemals! Denn, schaut: erfolgreich Fußballspielen ist eben nicht nur eine Sache des Geldes und teurer Spieler, die an den Rhein ziehen, um CL zu spielen. Touché! Denn sicher, ist auch weniger betuchte Clubs oder die viel besagten Vereine „auf Augenhöhe“ stellen sich mit teils kleinem Etat auch nicht schlecht an. Im Gegenteil, sie sind in den letzten beiden Jahrzehnten nicht abgestiegen, oder zumindest nicht sechs Mal! Hingegen Hamburg, Wolfsburg und 60 München sind mahnende negativ-Beispiele, wie auch viel Geld von außen wenig bis nichts bringt, weil es schlecht eingesetzt wird. Geld+“Ich-will-in-die-CL!“ als Absichtserklärung reicht nicht (Außer bei Herrn Mateschitz natürlich, der hat seine Wette gegen Rummenigge gewonnen).

    Warum schafft es der FC in diesem Spannungsfeld und als zunächst mal reichlich mittelklassiger Verein nicht, länger da oben zu bleiben und sich dauerhaft zu stabilisieren?

    Wenn, angenommen, Geld im Grunde „keine Rolle“ spielt und ein vernünftiger Etat nur richtig eingesetzt werden muss, dann liegt es entweder am Kölner Wasser, an der Luft oder der Mentalität hier, dass es langfristig einfach nicht läuft! Fehlt es denn immer an Wissen, an Geschick und Können bei der gesamten Vereinsführung und den Gremien? Denn hier liegt es offenbar immer wieder im Argen beim FC. Zuletzt – seit dem Absturz 2012 – schien es nach vielen wirren und hanebüchenen Jahren endlich dauerhaft gut zu gehen. Es wirkte stabil, mit Weitblick ausgestattet und mit der nötigen Gelassenheit, Demut und Sportlichkeit durchgezogen. Und dann kam es wieder so wie schon fünf Mal zuvor. Kollektives versagen, wenn andere Clus sich nur kurz schütteln und weiter machen. Man mag jetzt finanziell klar besser da stehen als beim Abgang vor sechs Jahren. Super. Geschenkt. Aber woran liegt es verflixt noch mal, dass der Laden immer und immer wieder an die Wand fährt?! Es sind immer völlig andere Verantwortliche gewesen, andere Spieler, andere Entscheider. Was ist es?!

    Ich bin ratlos, ich hab keine Antwort.

    • Stefan Schmitz says:

      Hervorragender Beitrag. Dem kann ich nur zustimmen.

      „Man findet sich vielleicht sogar inzwischen mit einem Abstieg hie und da ab. Hauptsache es ist irgendwie nett, kann halt passieren. Ist halt der Effzeh. Die guten Zeiten sind passé,…“

      Nach 5 Abstiegen konnte man es auch keinem verdenken. War wohl auch die „gesündeste Einstellung“, besonders für Leute mit Herz/Kreislauferkrankungen.
      Dieser 6.Abstieg ist genau deswegen besonders schlimm. Mancher hatte den Eindruck, viele sogar den festen Glauben, dass wir unser Schicksal als Fahrstuhlverein endlich entkommen. Und dann dieser Absturz.

      Viele reden von: „Raus aus Europa ab in den Abgrund.“ Europa war für mich nie entscheidend. Als solider Mittelklasseverein wieder fester Bestandteil der BL zu sein. DAS war meine Euphorie.

      „Aber woran liegt es verflixt noch mal, dass der Laden immer und immer wieder an die Wand fährt?! Es sind immer völlig andere Verantwortliche gewesen, andere Spieler, andere Entscheider. Was ist es?!“

      Da sind wir alle ratlos.
      Früher hätte man so geantwortet: „Weil man nie Ruhe in den Puff kriegt. Weil Köln eine Stadt voller Hysteriker ist. Die Medien sind stecken dahinter, die reden den FC kaputt.“ etc…
      Jetzt ist es im Nachhinein genau diese Ruhe, die viele anprangern. Man habe sich zu sehr ausgeruht, sich im Erfolg gesonnt. Die Medien haben auch nur zugesehen. usw

      Wenn wir hier ein Mentalitätsproblem haben ist es folgendes: Wir suchen grundsätzlich immer zuerst nur nach Schuldigen. Die Lösung des Problems muss warten. Laaange warten.

      Wenn wir ein Problem mit dem Glück/Schicksal haben nur soviel:
      Gegründet am 13.02.1948. Das war ein Freitag…

      • OlliW says:

        Das geht mir auch so mit Europa.
        Es war zwar tränentreibend schön, da am 20. Mai letztes Jahr auf dem heiligen Rasen in Müngersdorf zu stehen, Arme in der Luft, beseelt und singend. Aber es wirkte eben noch mehr in dieser Freude mit. Nämlich die Freude darüber, dass der FC wieder da ist. Eine feste Größe in der BuLi, die Nummer 1 am Rhein, vielleicht wieder. Mal sehen, warum nicht?! Man dachte und fühlte, dass es kontinuierlich aufwärts ging und unterm Strich sehr gut lief seit vier, fünf Jahren. Selbst wenn alle wussten, dass sich das so erst mal nicht wiederholen lassen würde. Keiner hat erwartet in der EU League weit zu kommen, wieder unter die ersten 6 zu kommen und diesen Erfolg gleich zu wiederholen. Also ich jedenfalls nicht. Aber Platz 11, 12,…schlimmsten falls 15, das hätte ich schon erwartet. Und das war ja auch drin. Es ist so schade, so traurig…

        Das allergrößte „Problem“ aber ist: Der FC ist und bleibt der geilste beste verdammte Fußballclub der Welt!

        Come on, Effzeh!!!!

  5. prinzikai says:

    Es ist eigentlich nicht so schwer – wie bei Konzerne oder andere erfolgreiche Vereine benötigt es immer eine gute Führungsriege (Präsidium/Vorstand etc.), welche immer handlungsfähig ist und unabhängig von Medien/Mitglieder/Anhänger entscheiden (hier meine ich vor allen nicht beeinflussen lassen). Hier liegt der Hund vergraben, aus meiner Sicht ist nur Wehrle zu gebrauchen – er hat den Verein gesunded und die Finanzen im Griff. Aber der Rest ist halt kein Rummenigge/Hoeness oder Watzke/Zorc/Rauball – Gespann – die Ahnung vom Fussball haben und entsprechend rechtzeitig gegenwirken, wenn was in die falsche Richtung läuft. Der Abstieg – so komisch es klingen mag, hat bereits in der Saisonvorbereitung 2015/2016 begonnen und mit der Augenwischerei des Europapokal-Einzug ihren Höhepunkt gefunden. Auch die lange Durststrecke bis zu Europa (die 22 Jahre zuvor) haben dazugeführt, dass bei den handelden Personen die Realität schnell verlogen ging (Jugendarbeit verstärken / moderne Einrichtungen in Kabinen und sonstige Infrastruktur / Transferpolitik von Schmadtke ab 2015/2016) – dies sind alles Gründe warum es langfristig nicht klappt – ein Sammer oder Rummenigge oder Watzke hätten nie so lange bei Schmadtke/Stöger zugeschaut, auch wenn Sie zuvor Meister und Pokalsieger wurden.

    • OlliW says:

      Das ist wohl so, die immer krachend scheiternde Vereinsführung und das Präsidium sind ein entscheidender Faktor. Fußballerfahrung, Sachverstand, das fehlte uns aber ja nicht immer. Nur, wenn einer im Präsidium das mal hatte (Overath) oder hat (der Tünn), kam es nicht gewinnbringend zum Tragen.

      Hier wird Spinner als oft selbstherrlich bezeichnet, als diktatorisch agierender Sonnenkönig. Weil es nicht läuft, stinkt das einem. Er kann sich das halt nicht leisten. Rummenigge/Hoeneß sind an Selbstherrlichkeit nicht zu übertreffen, können sich es aber leisten offenbar. Und sie sind Bayern-Urgesteine. Die FC- Urgesteine und Ex-Profis scheinen operativ kaum keine Ahnung zu haben. Und dann hier wieder die Frage: Warum ist das so?

    • Peter Josef says:

      Gerade der Hinweis auf Rummenigge / Hornes / Watzke zeigt doch, dass das Präsidium sich NICHT in den sportlichen Tagesbetrieb einplanen sollen. Die Bayern sind diese Saison genau so krachend gescheitert wie wir – auf anderem Niveau, aber gescheitert. Wir wollten nicht absteigen, die wollten die CL gewinnen. Die haben zwei Trainer mit glänzenden Zeugnissen geschasst, einen Lieblingstrainer geholt, fühlten sich alle super und – sind gescheitert. Und was der BVB aus seinem Spielerpersonal mit dem 4 Trainer nach Klopp macht ist auch keine leuchtendes Beispiel. Also Präsidenten haltet Euch raus, überlasst das dem Sportdirektor, und wenn der zwei Trainer verschleißt, fliegen beide.

      • prinzikai says:

        Das sehe ich nicht so – es geht hier wie bei einer gesunden Firma auch um Eskalationsstufen – soll heissen, wenn der Sportdirektor misst baut, dann hat das Präsidium einzuschreiten und da wäre es halt von Vorteil, wenn Sie Fussball-Sachverstand mitbringen und einschätzen können, ob ein Cordoba 17 Mio. Wert sein muss oder ein J.Horn (nachdem man ein J.Hector und ein K.Rausch) 8 Mio. Wert sein muss und wir den überhaupt benötigen. Streng nach dem Motto „Who watches the watchers“.

        • Peter Josef says:

          Und das wären genau die falschen Fragen gewesen. Da die Antworten so einfach sind: „Wir haben drei Wettbewerbe, kriegen keinen 6er, den wir brauchen. Also spielt Hector weiterhin 6, Rausch LV und mit einem Backup wegen der Dreierbelastung. Außerdem gehen wir eh bald auf 3er-Kette, habe ich mir überlegt, muss der Trainer nur umsetzen. Cordoba ist nicht günstig, aber Aubomeyang, Dembele und Modeste machen die Preise kaputt. Man muss jetzt schon für einen Zulieferstürmer sooo tief in die Taschen greifen.“ Wenn Du als Sportdirektor solche Fragen drei mal gestellt bekommst, nimmst Du den Präses nicht mehr ernst. Wie es hätte laufen müssen: „Morgen Jungs, alles im Lack? Echt jetzt? Schmaddi schlägt Hector auf der 6 vor, und: ist das super, Stöger?“ Und wenn sich da die Meinungsverschiedenheiten kund getan hätten, dann handeln. Aber nicht bei Spielerkäufen als Präses mitreden. Boss nicht!

    • Stefan Schmitz says:

      Eigentlich nicht schwer…dann fallen die Namen Hoeneß, Rummenigge, Watzke, Zorc etc. Ich verstehe ja was Sie versuchen zu sagen. Aber wir müssen uns darüber im klaren sein, das solche Leute äußerst rar sind.

      Was die unabhängige Handlungsfreiheit angeht, haben sie allerdings recht.
      Da hat sich unser derzeitiges Präsidium mit dem Mitgliederrat selbst ins Knie geschossen. Die wollen über alles Bescheid wissen und „involviert sein“, obwohl nicht einer auch nur den Ansatz von sportlichem Wissen nachweisen kann.

      „Wer was zu sagen haben will, der bringt entweder Geld mit, oder Ahnung vom Fußball.“ Wer hat es gesagt? Ja, richtig: Uli Hoeneß!!!

  6. Peter Josef says:

    Ich glaube wichtig für die Zukunft ist, dass die jeweilen Entscheidungsträger (vom Präsidium beginnend) nicht auf Teufel komm raus versuchen, die Fehler der Vorgänger nu gar auf jeden Fall nicht zu machen. Caspers wollte wirtschaftliche Gesundung, Overath sportlichen Erfolg über alles, Spinner keine sportlichen Entscheidungen treffen. (Sehr verkürzt dargestellt – aber ich hoffe Ihr wisst, was ich meine). Die nächsten werden – befürchte ich leider- das Rad wieder genau entgegensetzt werfen. Das sollten wir Mitglieder verhindern. Gewählt wird bitte, bitte nur jemand, der verspricht, nur nach den sportlichen Befindlichkeiten der Protagonisten zu fragen und das zu modiereren. Und: Zweimal sind wir abgestiegen, weil wir uns im Zweifel gegen den Sportdirektor und für den Trainer entschieden haben. Das machen wir bitte demnächst erst mal anders rum. Denn der Trainer geht am Ende eh, kein vernünftiger Sportdirektor sich einen Trainer vor die Nase setzen lassen. Mentalität? Vielleicht möge die Erkenntnis wachsen, dass KEIN Verein in die Bundesliga „gehört“ und die anderen das schon akzeptieren. Jedes Jahr Bundesliga ist ein Geschenk und müsste vom ersten Spieltag an mit Klauen und Zähnen verteidigt werden. Und: Keine einzelne Person wird’s schon richten. Kein Trainer, kein Präses, kein Spieler. Keiner. Es muss auch klappen, wenn der Wunschspieler verletzt ist, oder der Trainer lustlos ist.

    • OlliW says:

      „Es muss auch klappen, wenn der Wunschspieler verletzt ist, oder der Trainer lustlos ist.“

      Richtig! Das klappt auch scheinbar bei allen anderen immer, dass sich spätestens das Team auf dem Platz irgendwann zusammenreißt und das drohende Szenario hinbiegt, mit Klauen und Zähnen. Bremen, Hamburg, Stuttgart, Mainz, Freiburg, alle fangen sich und die haben doch alle keine besseren Spieler, Genie-Trainer oder mehr viel Ahnung von Fußball auf der Führungsebene!
      Diese verdammte „Europa-Euphorie“ kann doch Spielern, Trainerteam, Clubführung und Medien doch nicht gleichzeitig so dauerhaft die Sinne vernebelt haben, dass man deshalb in 16 Spielen nur 3 Punkte holt!?

      • Peter Josef says:

        Bei Bremen und Freiburg muss ich diese Saison leider den Faktor „Glück“ hinzufügen. Bremen: Zeitgleich neuer Trainer plus Kruse zurück: Zweimal Impuls. Der Erfolg trägt sich selber. Freiburg hatte das Glück, dass die Ende des Jahres auf einer körperlich völlig fertige Mannschaft (uns) traf und in der letzten Minute zwei Elfmeter geschenkt bekam (von uns). Due Euphorie nährt sich selber. Hamburg zählt nicht. Was die an Geld verballern und auch nicht besser dastehen als wir – nein das zählt nicht. Zu Mainz überlege ich mir auch was. Stuttgart: Die kamen aus der 2. und ob die übernächstes Jahr noch erste Liga spielen? Schau mer mal. Zu Augsburg fällt mir nichts ein. Was machen die, was alle anderen nicht machen?

  7. NICK says:

    Ich denke vieles liegt an unserer kölschen Arroganz. So wie wir wir jetzt schon wieder aufgestiegen sind, so waren wir diese Saison durch die Europapokalteilnahme schon vor dem ersten Spieltag eigentlich schon für die nächsten Jahre vom Abstiegskampf ausgeschlossen. Es wurden wichtigere Themen angefangen – Ausbau im Grüngürtel, Stadionneubau, Schalke und Bayern bei den Mitgliederzahlen einholen…sportlicher Überlebenskampf – wir?! Ach was… Nerv doch mit sowas nicht rum…

    Mainz & Augsburg – wie lange spielen die jetzt schon am Stück erste Liga??? Und was rufen die jedes Jahr als Ziel aus? Klassenerhalt! Erstmal 40 Punkte klar machen und dann weiter schauen…

    Unsere Verantwortlichen hatten diesen Gedanken nicht mal nach den ersten 5 Spielen…

  8. Norbert Neuheisel says:

    Der FC bräuchte einen Masterplan, wie die Stadt Köln, die diesen aber nicht, oder nur ungenügend umsetzt. Stattdessen wird kleinkarierte Politik betrieben, anstatt einmal perspektivisch zu denken, was der viertgrößten Stadt Deutschlands als auch dem FC gut zu Gesichte stünde. Man sehnt sich nach den Zeiten Konrad Adenauers (als OB) und Franz Kremers, dem Vater der Bundesliga zurück.

    • NICK says:

      Das stimmt irgendwie…zu Zeiten der Bonner Republik war die grosse Nachbarstadt auch noch mehr im Focus, war Vorzeigestadt für die Bonner Staatsgäste, denen man neben dem beschaulichen Bonn auch eine pulsierende deutsche Grossstadt zeigen wollte…heute macht das Berlin…neben dem FC – was hat Köln denn in den letzten 25 Jahren ordentlich auf die Reihe bekommen??? Gibt es da einen Zusamnenhang?

      Da sieht man aber auch wieder die einzigartige Symbiose zwischen Stadt und Verein, die wir Kölner ja leben und lieben.

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