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Bekommt der FC die Fitness der Spieler in den Griff?


Der 1. FC Köln war in der abgelaufenen Saison in vielen Bereichen nicht bundesligatauglich. Vor allem die fehlende Fitness sorgte immer wieder für Probleme in den entscheidenden Momenten. Markus Anfang und sein Trainerteam müssen diese Schwachstelle für die Zweite Liga in den Griff bekommen. 

Köln – Es war das wohl bezeichnendste Spiel der Saison: Der Effzeh lag im Heimspiel gegen den SC Freiburg nach 29 Minuten mit 3:0 in Führung und verlor das Spiel in den Schlussminuten noch mit 3:4. Selten wurde in dieser Spielzeit klarer: Die Spieler haben ein Fitness-Problem. Während in den drei Jahren zuvor unter Peter Stöger der körperliche Zustand der Spieler oft Spiele zum Positiven entscheiden konnte, wurde die Trainingssteuerung hinsichtlich der Dreifachbelastung völlig falsch eingeschätzt.

44 Gegentore in der zweiten Halbzeit

Dass den Spielern mit zunehmender Dauer immer mehr die Luft ausging, belegen auch die Zahlen der Gegentreffer. Alleine 44 Gegentore kassierte die Mannschaft in den jeweiligen zweiten Durchgängen, 13 davon in den Schlussminuten. Im Abschlussranking der Bundesliga belegt der Effzeh von der Laufdistanz her den 13. Platz. Lediglich Mainz 05 lief von den Abstiegskandidaten noch weniger. Zum Vergleich: Der SC Freiburg beendet die Saison in der Tabelle auf Platz eins und sicherte sich gleich in beiden Duellen gegen den Effzeh in letzter Minute die drei Punkte. In der Tabelle der intensive Läufe sind die Kölner sogar Drittletzter. Werte, die sich erst in der Rückrunde deutlich verbessert hatten.

Doch nicht nur das Trainerteam erarbeitete in der Sommerpause eine falsche Trainingssteuerung mit zu geringen Intensitäten und Krafteinheiten, auch die Spieler selbst ließen es schleifen. Die Europa-League-Euphorie ließ in der entscheidenden Phase der Vorbereitung die nötige Konzentration und Konsequenz vermissen, im Training bis an die Leistungsgrenze zu gehen. Schon in den Testspielen gegen unterklassige Gegner hatten die Geißböcke körperlich keinen Unterschied erkennen lassen. Dies hatte sich in der Saison fortgesetzt. Welche Rolle die Degradierung von Yann-Benjamin Kugel gespielt hat, bleibt bis heute offen. Allerdings lassen sich auch die zahlreichen Muskelverletzungen als Folge einer zu schwachen Vorbereitung nicht von der Hand weisen.

Die Jungs werden hart arbeiten müssen

Damit der Effzeh in der 2. Liga nicht ein ähnliches Fiasko erlebt wie in dieser Saison, haben die Verantwortlichen die Spieler vor der Sommerpause noch einmal ordentlich auf ihre Fitnesswerte getestet. Anhand eines Laktattests wurde der körperliche Zustand bestimmt, um den Spielern bis zum Start der Vorbereitung am 25. Juni einen passenden Trainingsplan mit an die Hand geben zu können. Dieser soll deutlich umfangreicher ausfallen als der des letzten Jahres. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Monaten diverse technische Geräte angeschafft, die es zuvor für eine umfassende Trainungskontrolle und -steuerung nicht gegeben hatte. Versäumnisse, die Sportchef Armin Veh nach seinem Amtsantritt im Dezember verwundert zur Kenntnis genommen und umgehend behoben hatte.

„Wir haben uns schon im Laufe der Rückrunde anders aufgestellt“, bestätigte Veh nun  dem GEISSBLOG.KOELN. Der FC will aus seinen Fehlern gelernt haben und nach dem Abstieg hart arbeiten, um die Kehrtwende einzuläuten. „Mit Max Weuthen und Dennis Morschel haben wir zwei junge, gute Leute. Die haben was drauf. Die Jungs werden in der Vorbereitung schon hart arbeiten müssen, das wird jeder sehen“, sagte Veh. Als neuer Trainer kann Markus Anfang zudem völlig unbefangen an seine neue Mannschaft herantreten und die Spieler aufgrund ihrer tatsächlich geleisteten Werte beurteilen. Außerdem kennt der Noch-Kieler die Zweite Liga und weiß, worauf es nicht nur spielerisch, sondern vor allem auch körperlich ankommen wird, um im Aufstiegsrennen eingreifen zu können.

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