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Kommentar: Als Kapitän steht Hector noch mehr im Fokus

Jonas Hector wird künftig den 1. FC Köln als Mannschaftskapitän führen. Der Nationalspieler war einer der natürlichen Kandidaten und die Entscheidung des Mannschaftsrates ist logisch. Damit einher geht aber auch eine Aufgabe, die dem 28-Jährigen ganz und gar nicht schmecken dürfte.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Jonas Hector wurde es, Marco Höger und Timo Horn hätten es werden können. Höger wurde neuer Vize-Kapitän, Horn bleibt im Mannschaftsrat. Das Dreigestirn beim Effzeh wird künftig also die Führung auf und neben dem Platz übernehmen. Hector kommt als Kapitän dabei aber eine besondere Rolle zu. Er ist das neue Sprachrohr der Mannschaft – auch nach außen.

Hector muss sich der Öffentlichkeit stellen

Schon in der letzten Saison war Hector stellvertretender Kapitän und als solcher monatelang derjenige mit der Binde auf dem Platz, als Matthias Lehmann nicht mehr in der Startformation stand. Damals konnte sich Hector einer wichtigen Aufgabe als Kapitän meist noch entziehen: der öffentlichen Repräsentation des Teams. Schließlich war er nur der Stellvertreter des Kapitäns. Öffentlich äußern konnten sich andere. Höger oder Horn etwa.

Das ist ab sofort anders. Hector muss sich einer ihm unliebsamen Aufgabe stellen. Er wird in regelmäßigen Abständen Interviews geben müssen, vor der Kamera nach Spielen, an den Mikrofonen in der Mixed Zone, auf Pressekonferenzen. Diese Aufgaben gehören zur Rolle eines Kapitäns dazu. Spielführer vertreten ihre Mannschaft nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Hector war bislang bekannt dafür, dieser Rolle so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Nun aber ist er nicht mehr nur der Stellvertreter. Nun steht Hector in Reihe eins.

Hector der natürliche neue Kapitän

Der Nationalspieler wird sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen. Schließlich kann es auch keinen Zweifel geben, dass Hector sportlich die richtige Wahl ist. Als Nationalspieler, als EM- und WM-Teilnehmer für Deutschland, als international erfahrener Profi, als absoluter Leistungsträger über Jahre hinweg und uneingeschränkter Stammspieler ist Hector eine natürliche Autorität und unbestritten eine der großen Persönlichkeiten in der kommenden Saison in Liga zwei. Dass die Mannschaft ihn darin nun mit der Kapitänsbinde bekräftigt hat, ist auch eine Bestätigung seiner außergewöhnlichen Entscheidung, den Weg mit dem FC in die Zweite Liga gegangen zu sein. Die Binde hat sich Hector verdient.

4 Kommentare
    • OlliW says:

      Nun ja, krank ist es nicht. Es ist „Nachrichtenherstellung“. Druck wird sich Hector deswegen nicht machen, denk ich. Er weiß, dass er auch mal vor die Kamera muss. Wobei die 2. Liga ja im Vergleich zur 1. nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Das wird er schaffen.

      • Karl Heinz Lenz says:

        Viele Journalisten sind leicht kränkbar und aus diesem Grunde rachsüchtig. Der Umgang mit ihnen ist deshalb nicht einfach. Und die Journalistenschar hält zusammen. Wenn sich einer nicht wahrgenommen und gekränkt fühlt, springen ihm alle anderen bei, auch wenn sie gar nicht betroffen sind. Kritik wird schnell als Angriff auf die Medien und sogar auf die Pressefreiheit dargestellt. Es wäre schön, wenn Marc Merten aus anderem Holz geschnitzt wäre.

  1. Elke L. says:

    Ich selbst finde, dass Jonas das ganz gut hinbekommen hat, wenn er z.B. zuletzt beim DFB mit zur PK gekommen ist. Von daher glaube ich auch, dass er das ab jetzt gut hinbekommen wird.

    Natürlich gab es auch das zum Schluß der Rückrunde, dass er mal den Lindemann einfach stehen ließ (wo der ihn offensichtlich nervte mit Fragen zu seiner Zukunft beim FC). Erstens konnte ich das gut verstehe (Lindemann nervt mich andauern) und zum Zweiten wird er dieses sicherlich noch lernen.

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