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„Wir dürfen dem Gegner keine Luft zum Atmen geben“

Der 1. FC Köln hat eine 1:0-Führung gegen Union Berlin leichtfertig verschenkt und damit den zweiten Sieg zum Auftakt in der Zweiten Liga verpasst. Timo Horn und seine Teamkollegen zeigten sich hinterher enttäuscht. Der Torhüter sprach aber von einem Warnschuss zur rechten Zeit. Die Stimmen zum Spiel.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Lasse Sobiech: „Wir waren eigentlich gut im Spiel, hätten nach dem 1:0 aber nachlegen müssen. Wir hatten viele Räume, sind aber nicht richtig zum Abschluss gekommen. Dann werden wir ausgekontert, das darf natürlich nicht passieren. Das war ein Fehler in der Zuordnung. Eigentlich wollen wir hinten mit einem Mann in der Überzahl absichern, das war in dem Fall nicht so. Von den Punkten her sind vier Zähler okay, aber wir haben heute das Spiel über weite Strecken kontrolliert, deswegen sind wir mit dem Unentschieden nicht zufrieden.“

Wir müssen halt mehr als ein Tor schießen

Timo Horn: „Wir haben uns schwer getan ins Spiel reinzukommen. Wir hatten uns eigentlich in der Vorbereitung spielerische Lösungen erarbeitet, an allererster Stelle müssen aber Griffigkeit und Aggressivität stehen. Wir dürfen dem Gegner keine Luft zum Atmen geben, das haben wir heute nur phasenweise getan. Das war ein Stück weit zu wenig. Ein Gegentor kann man immer kriegen, aber wir müssen halt mehr als ein Tor schießen. Das wird kein Selbstläufer, deswegen kam das Spiel heute vielleicht zum richtigen Zeitpunkt.“

Niklas Hauptmann: „Natürlich habe ich die Kulisse am Anfang mitbekommen, aber nach dem Anpfiff hat man keine Zeit das zu genießen. Wir haben es nicht geschafft unser Spiel durchzudrücken. Union hat defensiv sehr gut gestanden, wir haben die Lücken nicht gefunden. Dann fangen wir einen Konter und kriegen das Gegentor. Vor dem Tor hat es sich für mich so angefühlt, dass ich gefoult wurde. Mein Gegenspieler hat mich sowohl am Bein als auch an der Schulter erwischt. Aber das kann ich jetzt auch nicht mehr ändern. Wir wissen selbst, dass noch nicht alles rund läuft. Wir hatten natürlich das Ziel, den zweiten Sieg nachzulegen. Aber jetzt müssen wir mit dem 1:1 leben.“

Dominick Drexler: „Wir müssen unsere Laufwege verfeinern. Union hat auf der Sechs heute sehr mannorientiert gespielt, dagegen müssen wir Lösungen finden. Wir hatten ein paar Aktionen, in denen wir uns steil geschickt haben. Aber wir müssen noch das Gefühl für die Mitspieler finden. Da ist noch viel möglich in der Offensive.“

Über weite Strecken besser als gegen Bochum

Markus Anfang: „Wir sind ein bisschen schwierig ins Spiel gekommen. Nach 15 bis 20 Minuten hatten wir dann richtig gute Aktionen nach vorne und hätten schon früher in Führung gehen können. Die zweite Halbzeit ist im Grunde wieder so angelaufen wie die erste. Wir hätten die eine oder andere Situation besser ausspielen können. Durch eine Umschaltaktion und der ersten Chance aus dem Spiel heraus kriegen wir dann den Ausgleich. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, das ist uns heute nicht gelungen. Aber über weite Strecken haben es die Jungs schon besser gemacht als gegen Bochum. Am Ende nehmen wir den Punkt so an, wissen aber auch, dass wir mehr hätten mitnehmen können.“

Urs Fischer: „Wir sind natürlich zufrieden, wenn man einen Punkt aus Köln mitnimmt. Wir hatten einen Plan, und die Mannschaft hat über 90 Minuten daran festgehalten. Wir sind gut ins Spiel gekommen, dann wurde Köln stärker. Die Führung war aus meiner Sicht eher glücklich. Im zweiten Durchgang hat es sich ausgezahlt, dass wir an unserem Plan festgehalten haben. Der Punkt ist für mich mehr als verdient.“

17 Kommentare
  1. Joss says:

    Im Prinzip hätte man auch ganz auf einen Stürmer verzichten können. Demnach habe ich über einen gesamten Spielverlauf feststellen müssen, dass der Großteil der Mannschaft (im Besonderen das Mittelfeld) Cordoba hat überhaupt nicht mit ins Spiel/in die Taktik hat eingebunden. Also soll in Anfangs „System“ die einzige Spitze vorne den gegnerischen Abwehrverbund lediglich fesseln oder nur „beschäftigen“, so dass die Mittelfeldspieler alle Tore schießen?

    Das ist gestern gründlich in die Hose gegangen. Cordoba konnte einem richtig leid tun. Den hat man überhaupt nicht ins Spiel einbinden können. Völlig überflüssig, den nach 60min auszuwechseln. Er hätte 90min durchspielen können. Auch wenn er nicht mit Zuspielen bedient wurde. Der hat absolut nichts falsch gemacht. Man hat auch feststellen müssen, dass ein Spieler wie Guirassy mit seinen Fähigkeiten auf der Außenbahn quasi verschenkt ist. Meiner Meinung nach sollten mindestens zwei Stürmer vorne im Aufgebot stehen. Zweckoptimismus ist nach dem gestrigen Spiel absolut unangebracht. Davor sollte gewarnt sein. Das Auftaktspiel war aufschlußreich genug. Nur heute gab es kein Dusel. Und mit Dusel alleine gewinnt man keine Partien.

    Clemens hat mir richtig gut gefallen. Der hat sich aufgerieben und den Frust von der Seele geschossen.

  2. FC-Freund says:

    Das Spiel sollte allen eine Warnung sein! Finde auch, dass Zweckoptimismus jetzt nicht angebracht ist. Hoffe dass AV und MA aus den beiden Partien die (richtigen) Schlüsse ziehen und noch handeln werden. Gemessen an den markigen Worten zur Saisoneröffnung war das gestern nämlich ziemlich schwach. Keine Ideen gegen einen diszipliniert auftretenden und tief stehenden Gegner. Habe nicht gesehen, dass die Mannschaft in der 2. HZ dafür Lösungen parat hatte.

  3. Franz-Josef Pesch says:

    zu glauben das der Aufstieg mit der linken Hand mal so locker geschafft wird sind wohl die Fans eines besseren belehrt worden. Viel haben gedacht, daß der FC zu Hause richtig Dampf machen würde. Wenn man ehrlich ist und zu Hause in seinem „Wohnzimmer“ ängstlich nur mit einer Spitze aggiert, braucht man sich über solch ein Ergebnis nicht zu wundern.

  4. Ottla says:

    Ruuuhig. Ganz ruuuhig. Wir haben 4 Punkte aus zwei Spielen gegen zwei Teams geholt, die man wahrscheinlich zu den Top 5 der Liga jenseits von FC und HSV zählen kann. Hochgerechnet auf die ganze Saison wären das 68 Punkte und 17 Gegentore bei 68 erzielten Toren… Und die Tatsache, dass die Tore von unterschiedlichen Spielern geschossen werden, ist eine absolut gute Sache! In Anfangs System geht es ja darum, eine Variabilität zu erlangen, die nicht abhängig macht von einem Über-Knipser! – das hat man gestern schon teilweise sehen können; es war schon besser als gegen Bochum. Jeweils nach den ersten 15 Minuten in HZ 1 und 2 war die angestrebte Spielkontrolle, aus der heraus die Gefahr erspielt werden soll, da. Derzeit kostet es die Mannschaft aber noch große Mühe, diese Kontrolle resp. das System erstmal aufzubauen und halbwegs staibl zu halten – der zweite Schritt, der darin besteht, aus dieser Kontrolle heraus Chance zu kreieren, stellt sich daher logischerweise im Moment dann noch zäher dar. Das ist quasi eine Kettenreaktion. Aber es geht definitiv in die richtige Richtung – und es reicht ja offensichtlich schon jetzt, den Soll-Punkteschnitt von 2 Punkten pro Spiel zu holen. Wenn Du jetzt vorne zwei Stürmer in den Strafraum stellst, dann segeln da wieder nur hohe Bälle rein – NO, THANKS! Dass aber natürlich von der Position der 9 auch ca. 15-20 Tore kommen müssen, ist klar! Wenn sich diese Zahl am Ende auf die jeweiligen 9er, die gespielt haben, verteilt, wäre das voll okay – und ich bin mir sicher (!), dass es auch so kommen wird. Insgesamt hat man gute Ansätze gesehen – ja, und vieles hat eben auch noch nicht so geklappt. Aber man muss auch klar sagen: Das Tor wäre mit einem der etatmäßigen RVs, von denen ja wohl mind. einer gegen Aue wieder zurückkommt, sehr wahrscheinlich nicht gefallen (Risse ist insges. im Spiel ein Aktivposten, aber in seiner Kernaufgabe als RV defensiv ist er ganz klar der Schwachpunkt – Union hat wie Bochum fast nur über Risses Seite Druck gemacht). Ich frage mich bei vielen der kritischen Stimmen hier aber auch, seit wann sie den EFFZEH und seine Geschichte in Liga 2 verfolgen… es war doch immer so, dass auch die siegreichen Spiele viel enger waren, als die Ergebnisse! Selten wurden Teams dominiert. Oft lief es so wie gegen Bochum oder nun eben Union – manchmal wurden solche Spiele sehr hoch gewonnen, weil irgendwann das 2. Tor fiel und der Gegner dann aufgemacht hat, so dass durch Konter noch 3 weitere Tore fielen (so kamen viele der sehr hohen 2.-Liga-Ergebnisse der Vergangenheit zustande). Manchmal gab es Unentschieden, und selten aber machmal hat man auch Spiele verloren (ja, liebe Fans, das war nicht der Untergang! – kaum zu glauben…). Und gerade zu Beginn einer Saison ist es praktisch immer so, dass die Favoriten aus Liga 1 in der neuen Liga 2 sich erstmal sammeln müssen. Also: alles im grünen Bereich!

  5. Max Moor says:

    zu Hause mit einen Stürmer ist auch zu wenig … zumindest hätte nach dem 1 . 1 endlich was passieren müssen und Guirassy mit nach vorne statt ins Mittelfeld und Hecter nach hinten und den J. Horn schon zur Halbzeit ausgetauscht .. Zoller hat überhaupt nichts gezeigt das war genauso sinnlos und Risse wäre im Mittelfeld auch besser aufgehoben als RV .. ich habe in den 2 Spielen noch nichts neues gesehen da ist kein vernünftiger Spielaufbau im Gegenteil es wird immer wieder nach hinten geschoben bzw. das Spiel noch langsamer gemacht . Cordoba tat einen vorne auch schon leid da aussen Mittelfeld nix kam . oh man das kann noch was werden beim FC . . irgendwie fehlt noch sone Paintsil bzw. Sisto der schnell, torgefährlich und den Unterschied ausmachen würde da haben unsere Leute zuviel verstolpert ob Schaub und Zoller .. Terodde ist auch nicht mehr der alte ..

  6. Boom77 says:

    System hin… System her… Ich habe ja gar nichts gegen das oder ein „System Anfang“. Aber selbst, wenn das zusehends besser greift und in den nächsten Spielen dann wirklich verinnerlicht wird und funktioniert, kann es bei einem oder dem „System Anfang“ immer mal wieder Spiele wie gestern geben, in denen es nicht greift, weil der Gegner schlicht eine Lösung parat hat, wie er dieses System erfolgreich bespielt. Das kann auch noch am letzten Spieltag, selbst wenn es da noch „um die Wurst geht“, passieren. Deshalb muss eine Mannschaft und ein Trainer auch außerhalb des „geliebeten“ Systems Lösungen parat haben, wenn das System in einem Spiel mal nicht greift. Sprich, das System muss auch mal während eines Spiels geändert werden können und nicht nur die Spieler im bestehenden System ausgetauscht werden. Ich hoffe, Markus Anfang und die Mannschaft können das.

    • Anti Raute says:

      Der Witz ist gut, System ändern während des Spiels? Selten so gelacht.

      Das Grundsystem unter Anfang ist ein anderes als das, was Stöger dem FC eingeimpft hat. Diese Systeme sind so unterschiedlich in ihrer Art, da kann man nicht hin und her wechseln, je nach Spielverlauf. Was man ändern kann, sind die Fehlpässe abstellen, Laufwege verbessern und mehr Zweikämpfe gewinnen. Das wäre für jedes System förderlich, daran sollten wir arbeiten, das würde uns nach vorn bringen.

      Stöger System: mehr passiv als aktiv, weniger Ballbesitz, mehr lange Bälle von hinten nach vorne auf einen Wandstürmer, kaum Wert auf Standardsituationen, kaum Pressing, reagieren darauf, was der Gegner macht, dann kontern.

      Anfang System: mehr Aktiv als passiv, mehr Ballbesitz, Kurzpass Spiel, flexibler Angriffsbereich, mehr über die Flügel, Standards werden wichtiger angesehen, Pressing und Gegenpressing, Gegner kaum Zeit geben sich zu formieren, schneller Ballgewinn, schnelles Umkehrspiel.

      Wer da einen wechsel beider Systeme erwartet, der hat keine Ahnung von Fußball, sorry, aber so ist es nun mal.

      • mal im Ernst says:

        Und du hast Ahnung vom Fußball ? Gestern ein anderes Spiel gesehen? Grausamer geht es nicht mehr. Sollte Anfang gehen ,dann bitte den Anti Raute holen. Er ist der beste Experte. Schade das man dich noch nicht entdeckt hat.

      • Boom77 says:

        Also eigentlich schätze ich Ihre Kommentare. In letzter Zeit muss ich aber zusehends feststellen, dass Sie so agieren, als hätten sie die (Fußball-) Weisheit mit Löffeln gefressen. Wer sind Sie? Der designierte Nachfolger des Bundes-Jogi? Sie tun hier immer so, als hätten alle anderen keine Ahnung vom Fußball… Nur Sie haben welche.

        Wann hat man Sie auf der Trainerbank gesehen? Haben Sie schon eine Bundesligamannschaft trainiert? Welchen? Ich lasse sogar bis zur Regionalliga gelten. Haben Sie die höchste Trainerlizenz? Wann haben Sie den Abschluss gemachz? Wie abgeschnitten? Wäre schon zu erfahren, woher Sie Ihre Kompetenz nehmen.

        Denn… selbstverständlich kann man während eines Spiels das System ändern. Das kommt immer wieder vor. Allein das umstellen von einem auf zwei Stürmer, was nun häufig während des Spiels gemacht wird, ist eine Systemumstellung. Das gleiche gilt in Systemen mit eine Doppel-Sechs. Da wird auch sehr oft ein Sechser raus genommen und ein offensiverer Mittelfeldspieler eingewechselt, wenn der Trainer sieht, dass das System nicht greift… Das Spiel eine andere „statik“ brauch. Auch das eine Systemumstellung.

        Hören Sie mal auf, so altklug daher zu reden. Wenn Sie so der Fußballpapst wären, würden wohl sie den FC trainieren. Man fragt sich, warum das nicht der Fall ist. Sie sind doch nicht etwa Peter Neururer? Ähm… nein, denn der Peter hat während des Spiels durchaus mal das System verändert.

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