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20-minütiges Schweigen: Fan-Proteste auch in Köln

Wenn am Dienstagabend die Partie des 1. FC Köln gegen den FC Ingolstadt 04 angepfiffen wird, wird die aktive Fanszene der Geissböcke zunächst schweigen. Dieser Protest ist Teil des „bundesweiten Aktionsspieltags“, angekündigt durch den Zusammenschluss der Fußball-Fanszenen in Deutschland. In allen drei Profiligen soll der Spieltag am Dienstag und Mittwoch als Plattform ausgedehnter Proteste genutzt werden.

Köln – Nach der Ankündigung „Ihr werdet von uns hören!“ zu Saisonbeginn folgt am Dienstag und Mittwoch ein ausgedehnter Protest. Doch zu hören sein wird gerade deshalb zunächst nichts. Denn das Bündnis hat zu einem Stimmungsboykott in Deutschlands Stadien aufgerufen. Die ersten 20 Minuten soll, auch in Müngersdorf, zunächst Ruhe herrschen.

Das zentrale Anliegen der aktiven Fanszene richtet sich gegen die Kommerzialisierung des Fußballs durch eine immer stärkere Zersplitterung der Anstoßzeiten und für eine Rückkehr zur Basis, „statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen“ und „sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten“. Die Worte und Taten des Protests sollen sich generell vor allem gegen den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga richten. Doch in Köln werden die Proteste gegen das amtierende Präsidium wohl ebenso enthalten sein.

Denn die Proteste richten sich nicht nur gegen die Kommerzialisierung, sondern auch gegen die Strafenpraxis des DFB, gegen Kollektivstrafen und Stadionverbote, gegen die Sportgerichtsbarkeit und gegen die Behandlung der Ultra-Szene. In dieser Hinsicht hatte es in den letzten Monaten immer wieder zwischen der Kölner Fanszene und dem FC gekracht, zuletzt nach der Regressforderung gegen zwei Fans, die im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach in gefälschten Ordnerwesten eine Zaunfahne der Gästefans geklaut hatten. Sie sollen nun 14.000 Euro Strafe an den Klub zahlen. Eine Ableistung der Strafe durch Sozialstunden hatten sie nach Aussage des Klubs abgelehnt.

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