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Härtefälle kein Problem: Der FC zieht nicht zurück

Der 1. FC Köln führt souverän die Zweite Liga an. Die Konkurrenz liegt schon drei, vier, fünf oder mehr Punkte hinter den Geissböcken. Auch, weil der Effzeh den harten Umgangston in der Liga akzeptiert hat und selbst nicht zurückzieht. Eine Lehre, die die FC-Profis in den kommenden Woche immer wieder werden bestätigen müssen.

Köln/Bielefeld – Es lief die Nachspielzeit am Freitagabend in Bielefeld, als Stefan Ortega und Dominick Drexler zusammenprallten. Der Bielefelder Torhüter zog nicht zurück, so tat es auch der Kölner nicht. Drexler bezahlte dafür mit einem schmerzhaften Flug und einer Landungen auf dem Kopf und der Schulter.

Ortega warf in den folgenden Sekunden Drexler Zeitspiel vor, da dieser liegen blieb. Der Schlussmann ging in seinen Emotionen sogar so weit, dass er sich sein Trikot zerriss, während er das Schiedsrichtergespann aufforderte, etwas gegen das vermeintliche Zeitschinden zu unternehmen. Doch Drexler hatte wirklich einen abbekommen, wie die TV-Bilder zeigten.

Raue Umgangsformen angenommen

So wie diverse Spieler vor ihm. Marco Höger, der hinterher noch einmal mit Ortega aneinander geriet, musste mehrfach während der Partie behandelt werden, kam aber immer wieder zurück und zog auch bei den folgenden Zweikämpfen nicht zurück. Spieler wie Simon Terodde, Lasse Sobiech oder Rafael Czichos sind ohnehin dafür bekannt, auch mal dahin zu gehen, wo es weh tut. Doch auch der kleine Vincent Koziello bewies bei seiner Rückkehr in die Startelf, dass ihm die raue Umgangsform der Zweiten Liga nichts ausmacht.

Die Mannschaft, über die Ex-Trainer Peter Stöger einmal sagte, sie sei eher eine Truppe voller Ministranten, ist in den letzten Wochen gereift. Charaktere wie Sobiech und Czichos haben sich als für die Zweite Liga überaus wertvoll erwiesen. Aber auch Drexler kann nicht nur Vorlagen liefern, sondern sich in den Zweikämpfen behaupten. Dazu ist Höger wieder fit, und wenn er auch nicht mehr der schnellste Spieler der Liga ist, so doch im Eins gegen Eins einer der erfahrensten und robustesten.

Diese Härte brauchte der 1. FC Köln in den vergangenen Wochen, um sich nicht nur spielerisch den Respekt der Gegner zu erarbeiten. Die Geissböcken nahmen auch die körperliche Herausforderung der Zweiten Liga an. „Wir verteidigen mit viel Power“, beschrieb es Czichos. „Wir brauchen diese robuste Spielweise“, erklärte es Trainer Anfang. „Wir dürfen uns nicht nur auf das Spielerisch verlassen“, brachte es Höger auf den Punkt. Das gelang in den letzten Spielen immer besser. „Griffig“ nannte es Anfang. Und tatsächlich hat der FC so die Liga bislang durchaus im Griff.

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