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Veh lobt Anfang: „Das ist mir wichtig als Sportchef“

Armin Veh wählt seine Worte in der Regel mit Bedacht. Will der Sportchef des 1. FC Köln keine Schlagzeilen produzieren, so lässt er sich auch nicht locken. Hat er es dagegen darauf angelegt, weiß er, wie er öffentlich deutliche Aussagen platziert. Deswegen dürfte sein Auftritt am Dienstag auf der Pressekonferenz auch eine bewusste Entscheidung gewesen sein.

Köln – Angekündigt war das Kommen von Armin Veh zur Pressekonferenz vor dem Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 nicht. Die zweite Runde im DFB-Pokal bot auch keine Verbindungen zwischen Veh und dem Gegner, eine Schalker Vergangenheit hat der Geschäftsführer Sport der Geissböcke nicht. Doch Veh wählte sich schon in der Vergangenheit immer wieder Pressekonferenzen aus, auf denen er mit dabei sein wollte. In der Regel, um einige Dinge loszuwerden.

Gut gelaunt neben und mit dem Trainer

Am Dienstag waren dies eher die ruhigen Töne. Keine Hau-drauf-Botschaft an den Mitgliederrat oder an andere Stellen. Veh wollte wohl auch Klarheit und Zuversicht ausstrahlen, nachdem die sportlichen Resultate der letzten Wochen nicht nach den Vorstellung der sportlichen Führung gewesen waren. „Mit den Ergebnissen können wir natürlich nicht zufrieden sein. Ich kenne es aber aus der Vergangenheit, dass sich Favoriten schwer tun. Deswegen bin ich nicht überrascht“, sagte Veh. Der 57-Jährige wirkte gut gelaunt, witzelte mit seinem Trainer, der neben ihm saß, mehrfach spielten sie sich die Bälle zu, konterten Sprüche, lachten.

Die Chemie, so die Botschaft, stimmt zwischen Veh und Anfang. Ähnliche Sprüche hatte es bereits am Tag der ersten Pressekonferenz gegeben. Anfang ist keiner, der vor seinem Chef den Buckel macht. Ein kesser Spruch ist auch ihm nicht fremd. Mit seiner Mannschaft hält es der 44-Jährige ähnlich – und weiß, dass er dafür auch ebenso Sprüche einstecken muss. Dass Anfang zuletzt aber auch erste Kritik einstecken musste aufgrund dreier nicht gewonnener Spiele, haben die Verantwortlichen sehr wohl registriert. Auch deswegen saß Veh mit auf dem Podium.

„Wir hätten uns natürlich in dieser Phase absetzen können, wenn man sich die anderen Ergebnisse ansieht“, machte Veh aus der sportlichen Situation keinen Hehl. Doch jede Feststellung schloss er mit Worten wie diesen ab: „Für mich ist entscheidend, was am Schluss dabei herauskommt. Wir wollen es besser machen und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“ Positives Denken wollte Veh am Dienstag vermitteln, ehe am Mittwoch der FC Schalke 04 nach Müngersdorf kommt und am kommenden Montag das Spitzenspiel beim Hamburger SV ansteht.

Wir reden sehr kritisch untereinander

Im schlechtesten Fall könnte es für den FC danach ungemütlich werden. Doch daran wollen weder Veh noch Anfang denken. Und so stellte der Sportchef gleich klar, dass zwischen ihn und das Trainerteam kein Blatt Papier passt. „Ich spreche jeden Tag mit dem Trainerteam, das ist mir wichtig. Wir reden sehr kritisch untereinander, wir reden uns nichts ein, damit wir etwas nach außen geben können, um jemanden zufrieden zu stellen“, sagte Veh. „Wir gehen sehr sachlich und professionell damit um. Das ist mir auch wichtig als Sportchef, dass ich ein Trainerteam habe, mit dem ich mich auf einer positiven Ebene unterhalten kann. Das gibt mir die Zuversicht, dass wir in Zukunft besser werden.“

Der Anspruch, besser zu werden und damit das Saisonziel des Aufstiegs zu erreichen, ist also klar formuliert. Als Tabellenführer befindet sich der FC immerhin in bester Ausgangslage. Dass diese jedoch besser hätte sein können, wären die Spiele gegen Duisburg, Kiel und Heidenheim nicht so enttäuschend verlaufen, machte es am Dienstag für Veh opportun, sich öffentlich an der Seite seines Trainers zu zeigen. Dieser dürfte es unterstützend und positiv mitgenommen haben. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich der Knoten gegen Schalke oder Hamburg wieder löst.

7 Kommentare
  1. mal im Ernst says:

    FC-Trainer Markus Anfang (44) macht aus seinem Ziel kein Geheimnis: Schalke schlagen!
    „Ich will jedes Spiel gewinnen. Das ist mein Anspruch, so gehe ich raus“, sagt Anfang. Deshalb mache ich da auch kein großes Fass auf, was die Erste oder 2. Liga betrifft. Die Rollen, die verteilt werden, kommen von Außen, nicht von uns.“ Zitat Bild – Zeitung
    Er will jedes Spiel gewinnen, die Mannschaft auch ? Scheinbar kann er seinen Willen der Mannschaft nicht übertragen , oder er ist Unfähig dieses zu tun. Veh und Anfang go Home. Der eine zu Sport 1, der andere zurück zu den Kieler Sprotten.

    • Karl Heinz Lenz says:

      Dazu fällt mir ein, dass in den vergangenen Spielzeiten immer wieder Mannschaften ihre Spiele gegen die Bayern hergeschenkt haben. So selbstverständlich ist das mit dem Gewinnen-Wollen nicht. Dasselbe gilt übrigens für die Auftritte mancher deutscher Teams in der Euro-League.

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