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8:1 – Kölle Alaaf! Cordoba und Terodde schießen Dresden ab

Mit einem überragenden 8:1 (2:0)-Erfolg über Dynamo Dresden hat sich der 1. FC Köln den Frust der letzten sieglosen Wochen von der Seele geschossen. Markus Anfang agierte erstmals in dieser Saison mit einer Doppelspitze – und dies sollte sich bezahlt machen.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Jonas Klee

Ein Heimspiel einen Tag vor dem offiziellen Sessionsstart und ein ausverkauftes Rhein-Energie-Stadion. Trotzdem war die Stimmung beim 1. FC Köln vor dem Duell gegen Dynamo Dresden getrübt. Seit fünf Pflichtspielen in Folge konnten die Kölner keinen Sieg mehr einfahren und sind damit in der Tabelle auf den dritten Platz abgerutscht. Der Gast aus Dresden lag vor dem Duell nur noch drei Punkte hinter den Geißböcken. Nach dem spielerischen Offenbarungseid gegen den Hamburger SV waren die Kölner in der Pflicht, vor der Länderspielpause noch einmal ein Zeichen in Richtung Konkurrenz zu setzen.

Ausgangslage

Nach der schwachen Leistung gegen den HSV war Markus Anfang fast schon gezwungen, seine Startaufstellung zu verändern. Doch der Trainer hatte nicht nur zwei personelle Wechsel vollzogen, sondern erstmals in dieser Spielzeit auch sein System verändert: Benno Schmitz und Jhon Cordoba rückten für Salih Özcan und Serhou Guirassy in die Startelf. Davon erhoffte sich Anfang mehr Durchschlagskraft in der Offensive, denn erstmals liefen der Kolumbianer und Simon Terodde gemeinsam von Beginn an im Sturm auf. Marcel Risse konnte durch den Einsatz von Schmitz wieder auf seine Stammposition im rechten Mittelfeld rücken, wodurch Louis Schaub durch das Zentrum kommen sollte.

Moment des Spiels

Mit einer komfortablen 2:0-Halbzeitführung ist der 1. FC Köln gegen Dresden in die Halbzeitpause gegangen. Ein Spielstand, der bei einem frühen Anschlusstreffer im zweiten Durchgang noch eimal für Spannung hätte sorgen können. Doch es kam anders: Nach Wiederanpfiff dauerte es nur 23 Sekunden, ehe Simon Terodde nach Vorarbeit von Schaub das 3:0 erzielte und damit für die Vorentscheidung sorgen konnte.

Die wichtigsten Szenen

Es dauerte nur drei Minuten, ehe sich die personelle und systemische Änderung von Markus Anfang bereits bezahlt gemacht hatte: Nach einem Steckpass von Risse auf die Grundlinie flankte Drexler den Ball in die Mitte, wo Cordoba von hinten angerauscht kam und den Ball per Kopf zum frühen 1:0 in die Maschen wuchtete. Der 1. FC Köln machte von Beginn an deutlich, das Spiel gegen den HSV vergessen machen und unbedingt mit drei Punkten in die Länderspielpause gehen zu wollen. Nur zwei Minuten nach dem Führungstor verpasste Terodde eine Flanke von Drexler knapp (5.). Die nächste Chance hatte erneut Cordoba, der mit einem Schuss aus 18 Metern Schubert im Tor der SGD prüfte. Danach verflachte die Partie zunehmend. Der Effzeh kontrollierte das Spielgeschehen, ohne sich jedoch selbst klare Chancen zu erspielen. Erst in der 40. Minute wurde es für Dresden noch einmal brenzlig: Drexler legte einen Ball in die Mitte ab, wo Terodde direkt auf seinen Sturmpartner weiterleitete. Cordobas Schuss konnte Schubert gerade noch über die Latte lenken. Zwei Minuten später konnte der Effzeh dann aber doch noch einmal jubeln: Nach einem starken Solo verpasste es Louis Schaub, selbst abzuschließen. Der Österreicher wollte den Ball an Philip Heise vorbeilegen, blieb aber an dem Dresdener hängen. Etwas glücklich für die Kölner stolperte Heise die Kugel dann genau in die Füße von Terodde, der aus fünf Metern nur noch einschieben musste (42.). Danach wurde auch die Dresdener Offensive zum ersten Mal an diesem Tag wach: Aus spitzem Winkel zwang Moussa Koné Timo Horn zu seiner ersten wirklichen Parade. Mit einer verdienten 2:0-Führung ging es für den Effzeh im Anschluss in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur 23 Sekunden, ehe der Effzeh die Vorentscheidung herbeiführte: Einen  langen Ball in den Lauf von Cordoba legte dieser auf Schaub ab. Seine Hereingabe blieb zunächst an einem Dresdener hängen, doch der Ball kam zum Österreicher zurück. Seine zweite Chance nutzte Schaub besser und bediente Terodde, der in der Mitte völlig allein gelassen wurde und zum 3:0 einschieben konnte. Im Anschluss schien die Moral der Dresdener gebrochen, denn wieder nur fünf Minuten später traf Cordoba aus dem Lauf mit links ins untere rechte Eck zum 4:0 (51). Nach vier Spielen ohne Sieg hatte der Effzeh an diesem Tag wieder sichtlich gefallen am Toreschießen gefunden: Weitere fünf Minuten nach dem 4:0 trieb Louis Schaub den Ball durch das gesamte Mittelfeld und hatte Glück beim Abspiel, dass sein abgefälschter Ball zu Hector kam, der zwei Haken schlug, Gonther austanzte und trocken zum 5:0 vollendete. Auch in der Folge blieb sich der Effzeh in diesem Spiel treu: Fünf Minuten später Hector mit einer perfekten Flanke auf Terodde, der mit seinem dritten Tor zum 6:0 einköpfte. Danach schaltete der Effzeh einen Gang zurück und beendete damit vorerst seine Toreflut. Stattdessen traf der eingewechselte Baris Atik nach Vorarbeit von Erich Berko mit einem einem Volleyschuss unter die Latte zum Ehrentreffer der Dresdener (72.). Einen mindestens genauso sehenswerten Treffer erzielte dann Louis Schaub für die Kölner: Nach einer Flanke von Hauptmann legte sich Schaub den Ball auf seinen stärkeren linken Fuß und zirkelte die Kugel aus 16 Metern von halbrechts in den Winkel – 7:1 (78.). Nach einem Freistoß von Risse erhöhte Hector völlig freistehend per Kopf noch auf 8:1 (83.), ehe die Dresdener mit dem Schlusspfiff erlöst wurden.

Fazit

Zum Freuen: Acht Tore und ein Sieg zum Frust abbauen!

Zum Ärgern: Cordoba musste angeschlagen ausgewechselt werden.

Spieler des Tages: Die Doppespitze mit Terodde und Cordoba!

Aufstellung

Horn – Schmitz, Mere, Czichos, Hector – Höger (81. Koziello) – Risse, Schaub, Drexler (74. Hauptmann) – Cordoba (60. Guirassy), Terodde

Tore

1:0 Cordoba (3.), 2:0 Terodde (42.), 3:0 Terodde (46.), 4:0 Cordoba (51.), 5:0 Hector (56.), 6:0 Terodde (61.), 6:1 Atik (72.), 7:1 Schaub (78.), 8:1 Hector (83.)

18 Kommentare
  1. Max Moor says:

    tolles Spiel !!! Da gibt es nix zu meckern . selbst Hector mit Doppelpack und die Trikots waren Super !!! Wenn man mit solchen tollen Trikots keine 3 Punkte geholt hätte das wäre kaum mehr in Worten zu fassen . Schön das Cordoba spielen durfte und endlich mit 2 Spitzen und kein Angst Fußball mehr . Das war eine sehr gute Vorstellung Heute .

  2. Horst Simon says:

    Neuer Anfang!
    Spielsystem, Einstellung und Aufstellung stimmten!!!!
    Hätte so ein starkes Spiel von Cordoba nicht mehr erwartet. Schmitz als Rechtsverteidiger
    solide. Schaub glänzte im Mittelfeld.
    Die Mannschaft spielte schnell und aggressiv.
    Hoffentlich geht es so weiter.

  3. Holger says:

    Ja, endlich Einsatz von Anfang an, dem Gegner direkt gezeigt, dass man dagegen hält und mit breiter Brust aufgetreten!
    Schön, dass das Risse wieder rechts offensiv ran darf, schön das T-Rod und Cordoba so gut miteinander können, schön das beide auch gefüttert wurden :-)
    Ich hoffe Schmitz bleibt nun endlich gesund und hinten rechts

  4. Ulrich Treimer says:

    Dass die Mannschaft wochenlang falsch aufgestellt war hat wohl jetzt jeder begriffen, hoffentlich dauerhaft auch unser Trainer. Ich vermute es hat zwischen den Herren Veh und Anfang in der Woche ein zielführendes Gespräch gegeben…
    Wie konnte man nur wochenlang den Schaub auf Rechtsaußen einsetzen. Unglaublich!!!

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