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Die Userkonferenz: Hier antwortet die GBK-Redaktion


Es ist soweit: Nach einigen Tagen aktueller Berichterstattung um Anthony Modeste und dessen Rückkehr zum 1. FC Köln ist es Zeit, dass sich der GEISSBLOG.KOELN den Fragen seiner User stellt. Am vergangenen Donnerstag hatten wir Euch dazu aufgerufen, uns Eure Fragen zukommen zu lassen. Heute antworten wir.

Köln – Die erste GBK-Userkonferenz ist eröffnet. Der GEISSBLOG.KOELN begrüßt auf dem virtuellen Podium Marc L. Merten. Wie auf einer Pressekonferenz üblich, wird sich der GBK-Chefredakteur Euren Fragen nacheinander widmen, auch, wenn an der einen oder anderen Stelle Dopplungen auftreten. Auch Trainer oder andere Verantwortliche auf Pressekonferenzen müssen Fragen mitunter mehrfach beantworten, weil sie unterschiedlich gestellt werden. Also los, schauen wir uns an, was Ihr wissen wolltet!

@Pascal

Wie steht die Redaktion persönlich zum Effzeh? Seid ihr Fans oder ist bzw. wurde eure Beziehung zum Verein schlicht professionell?

Wenn ich von „uns“ spreche, dann spreche ich von Sonja Eich, Jonas Klee und mir. Wir sind die drei Reporter, die fortlaufend für den GBK über den FC berichten. Das Team hinter der Redaktion lasse ich außen vor, weil es in die inhaltliche Ausrichtung nicht eingebunden ist. Sonja, Jonas und ich sind alle drei Fans des 1. FC Köln. Etwas anderes zu behaupten, wäre unwahr. Wahr ist aber auch, dass wir als Journalisten – egal, in welchem Bereich – kritische Distanz bewahren müssen. Ungefähr so wie Politikreporter, die am Wahltag ihre Stimme einer Partei geben. Sie sind Bürger des Landes und damit wahlberechtigt, sie sind aber auch Journalisten und damit ihrem Beruf verpflichtet. So analysieren wir den FC aus journalistischer Perspektive.

Ich konnte zum Start des Geissblog nicht glauben, wie genau ihr Bescheid wusstet. In Sachen Transfers und Hintergründen wart ihr schneller und fast immer näher an der Wahrheit als Express und Co. Irgendwann war davon nicht mehr viel übrig und die anderen waren wieder vorn. Hand aufs Herz: Was ist passiert?

In Sachen Transfers waren wir am Tag unserer Gründung, dem 24. Juni 2015, allen anderen Medien eine Information voraus: dass Milos Jojic zum FC wechseln würde. Mit so einem Scoop das Licht der Welt zu erblicken, war ein großartiges Gefühl. Auch darüber hinaus haben wir bis heute immer wieder exklusive Informationen an Land ziehen können. Das ist aber harte Arbeit – und für eine solch kleine Redaktion oft auch Glückssache. Wir sind zu dritt. Die Bild oder der kicker zum Beispiel greifen dagegen auf ein riesiges Netzwerk an Reportern bei allen Erst- und Zweitligaklubs und im Ausland zurück. Der Express, der Kölner Stadt-Anzeiger oder die Rundschau sind mit ihren Reportern und Redaktionen seit Jahrzehnten in Köln verankert. Der GEISSBLOG.KOELN existiert dagegen seit dreieinhalb Jahren. Wir geben jeden Tag alles, um an Geschichten zu kommen – im Großen wie im Kleinen. Dass Jorge Meré zur Unterschrift in Köln war, dass Yann Aurel Bisseck verlängerte, dass Tim Handwerker den Klub verlassen würde, dass der FC mit Juventus Turin ein Testspiel vereinbart hatte (das dann platzte), oder Nachrichten im Nachwuchs wie die Verpflichtung von Lukas Nottbeck und Gabriel Boakye oder kürzlich, dass Hikmet Ciftci U21-Nationalspieler werden würde. Diesen Weg werden wir weitergehen und hoffen, dass wir Euch so immer wieder exklusive Informationen liefern können oder Geschichten, die noch nicht anderswo standen – wie erst vorgestern die Analyse zu Modeste mit den Fällen Ribéry und Drogba sowie dem chinesischen Journalisten, der die Lage einschätzte.

Wie kommt ihr mit dem ehemaligen und aktuellen Personal (GF, Trainer, Spieler) klar, wie gut könnt ihr mit ihnen reden bzw. wie schwer ist es teilweise?

Die generelle Regel gilt und muss gelten: Wir sitzen nicht im gleichen Boot. Um im Bild zu bleiben: Wir befinden uns alle im gleichen Gewässer, aber wir Journalisten sitzen in separaten Booten, von denen aus wir das eigentliche Rennen der großen Schiffe (Vereine) und Beiboote (Berater, Verbände) beobachten. Darüber hinaus ist es wie in jedem Arbeitsumfeld: Mit einigen Personen kommt man besser klar, mit anderen weniger gut. Dass der Kontakt zu den Verantwortlichen und Spielern mitunter von den Ergebnissen abhängig ist, dürfte keine Überraschung sein.

Was sind die verrücktesten Erlebnisse, die ihr bisher im Job mitgemacht habt?

Mir fallen spontan zwei Tage ein, gleich zu Beginn des GEISSBLOG.KOELN: der erste Tag unserer Existenz, der 24. Juni 2015, der damalige Trainingsauftakt der Profis unter Peter Stöger zur Saison 2015/16. Niemand kannte uns, wir arbeiteten noch komplett unter dem Radar – dann brachten wir die Meldung mit Milos Jojic. Und plötzlich kannten uns tausende FC-Fans. Und der zweite Tag war ohne Frage der 18. Juli 2015. Mein geschätzter Kollege Markus Klausen, der inzwischen leider nicht mehr für den GBK arbeiten kann, und ich fuhren morgens früh um zwei Uhr mit dem Auto los, um rechtzeitig um 15.30 Uhr zum Testspiel in Polen beim GKS Tychy zu sein. Anschließend arbeiteten wir bis 23 Uhr, schliefen vier Stunden und fuhren nachts um vier oder fünf aus Polen weiter nach Kitzbühel zum Trainingslager. Aber wirklich verrückt, unwirklich und nachhaltig beeindruckend? Belgrad.

@Klio

Bei der Benotungsfunktion ist es schade, dass man die User-Benotung nur sehen kann, wenn man den betreffenden Spieler selber bewertet hat.

Die Einzelkritik ist aktuell nicht optimal, das ist uns leider bewusst. Wir wollten bereits im Sommer nachjustieren, haben es aber leider nicht hinbekommen. Wir haben inzwischen eine Vorstellung davon, wie es aussehen soll. Hoffentlich schaffen wir die Anpassung bis zur Rückrunde.

@LOCUTUS

Die Benotungsfunktion der Spieler ist grausam zeitraubend, umständlich und damit auch uninteressant.

Wir sind uns leider bewusst, dass die Einzelkritik aktuell für einige User unbefriedigend ist. Wir geloben Besserung.

@Huey L.

Wenn der Geißblog gute Connections hat und nah am Verein dran ist, fände ich es mehr als interessant, wenn er eine neue (vielleicht sogar regelmäßige) Rubrik einführen würde/könnte. Eine „FC nahe Person“ stellt sich zu einer vorher angekündigten/vereinbarten Zeit im Geißblog live den Fragen der Geißblogger.

Ein interessanter Gedanke, den wir gerne aufnehmen, allerdings ist zu befürchten, dass wir nur schwer an aktuelle Verantwortliche oder Spieler des Vereins kommen werden. Diese Formate nutzen die Medienabteilungen der Klubs in ganz Deutschland gerne selbst, um eigene Inhalte zu produzieren und den Austausch mit den Fans über die eigenen Kanäle zu fördern. Ob wir dafür möglicherweise ehemalige FC-Spieler oder -Verantwortliche gewinnen können, werden wir gerne prüfen.

@FC-Freund

Mich interessiert der Ausbau des Geissbockheims. Wie lange dauert es noch, bis auch hier endlich professionelle Strukturen entstehen, die es dem FC ermöglichen werden im Kampf um Talente mit anderen Vereinen mithalten zu können?

Geschäftsführer Alexander Wehrle hat kürzlich erklärt, dass der FC darauf hofft, im ersten oder spätestens zweiten Quartal 2019 eine Baugenehmigung zu erhalten. Dann wäre der FC zwar noch immer nicht vor Klagen durch Bürgerorganisationen zum Schutz des Grüngürtels gefeit. Doch dann könnte der Klub in die Phase der Ausschreibungen für den Bauauftrag eintreten. Dafür ist alles vorbereitet, doch ohne Baugenehmigung sind dem FC noch die Hände gebunden.

@guido

Wo war der Plan bei der Verpflichtung von 28-jährigen Spielern und deren langen Vertragslaufzeiten im Anbetracht auf einen Aufstieg?

Diese Frage bezüglich der verpflichteten Spieler haben wir im Sommer Armin Veh gestellt. Der Sportchef erklärte, man sei davon überzeugt, dass diese Spieler in jedem Fall auch Bundesliga-Niveau hätten und mit 31 oder 32 ebenfalls noch Bundesliga spielen könnten. Er gab dazu das Beispiel des 31-jährigen Dominic Maroh, von dem sich einige FC-Fans eine Weiterbeschäftigung erhofft hätten.

Wie ist unser Scouting aufgestellt und warum orientiert sich dieses nur an der 1. und 2. Bundesliga?

Der 1. FC Köln hat im Sommer drei Scouts verloren. Armin Veh hat angekündigt, diesen Bereich umstrukturieren zu wollen. Der Sportchef hat darüber hinaus erklärt, drei ausländische Zielmärkte besonders im Blick haben zu wollen: Dänemark, Frankreich und Kroatien.

Wo ist und war der Plan, mit der langsamsten Defensive im deutschen Fußball aufzusteigen?

Der FC hat in der Defensive ein Schnelligkeitsproblem. Das ist bekannt. Nach unseren Informationen heißt es intern aktuell, dass dies in der Zweiten Liga keinen Nachteil darstellt. Bewertet man die bisherigen Spiele, hat tatsächlich nur das Spiel gegen den HSV offenbart, dass dem FC in manchen Momenten das Tempo im Rückwärtsgang fehlt. Darüber hinaus hat sich dieses Problem bislang nicht entscheidend bemerkbar gemacht. In Liga eins müsste sich dies freilich noch zeigen, doch das Spiel gegen Schalke hat zumindest gezeigt, dass es je nach taktischer Ausrichtung nicht unbedingt ins Gewicht fallen muss. Ein Problem bleibt es dennoch.

Warum hat der Verein kein Interesse daran, sich im Kerngeschäft Fußball professionell und zukunftsorientiert aufzustellen (Strukturen statt Kopfmonopole)?

Ich gehe davon aus, dass der 1. FC Köln sehr wohl ein Interesse daran hat, sich professionell aufzustellen. Es gibt nur unterschiedliche Vorstellungen davon, was „professionell“ und „zukunftsorientiert“ bedeutet. Man hat sich im Winter 2017/18 entschieden mit Armin Veh und Frank Aehlig auf die gleiche Struktur wie unter Schmadtke/Jakobs gesetzt. Dass dies funktionieren kann, hat die Zeit vor dem Abstieg bewiesen. Insofern hat man diesem Modell eine weitere Chance geben wollen.

Grundsätzlich würde es mich freuen wenn die versammelte Presse einmal etwas kritischer die Aussagen der Vereinsführung hinterfragen würden.

Der GEISSBLOG.KOELN hat seit zwei Jahren mehrfach die jeweils Verantwortlichen daran erinnert, dass über Außenspieler und einen Sechser diskutiert wurde, aber genau diese Spieler nie geholt wurden – und schließlich als wichtige Bausteine fehlten. Auch das Verpassen der Chance im Winter, einen Rechtsverteidiger zu verpflichten, hat der GBK anschließend kritisiert. Was die jüngste Aussage eines Linksaußen angeht, kann ich aber sagen: Der FC wird nach Anthony Modeste im Winter keinen neuen Linksaußen mehr holen, weil es diese Position in einem 3-5-2 nicht mehr gibt. Woran sich die sportliche Führung jetzt wird messen lassen müssen, ist, ob sie dieses System, das besser zum aktuellen Kader passt, auch wirklich durchzieht. Denn klar ist: Für ein 4-1-4-1 fehlt mit Sicherheit der geeignete Linksaußen.

@NICK

Es gab auch mal eine coole Spielerbenotungsfunktion, die jetzige ist viel zu zeitaufwändig. Ich nutze sie nicht mehr. Man müsste sich wieder einfacher von Spieler zu Spieler klicken können.

Eine andere Spielerbenotungsfunktion gab es beim GBK, da muss ich widersprechen, nicht. Es gab bislang nur die, die es heute gibt. Sie wurde im September 2017 mit dem Relaunch eingeführt, zuvor gab es lediglich eine Bildergalerie mit unseren Noten und Spielerzeugnissen. Aber wie gesagt, wir werden die Einzelkritik überarbeiten. Versprochen!

@Angus63

Wie ist der Stand in Sachen Trainingslager Januar und Sommer 2019?

Das Trainingslager im Januar wird nicht in Katar oder Doha oder Abu Dhabi stattfinden, sondern in Spanien. Offen ist noch, ob es in Marbella, La Manga oder Mallorca stattfinden wird. Der ungefähre Zeitraum ist der 7. bis 18. Januar 2019, aber weder Datum noch Ort stehen bislang zu 100 Prozent fest. Sobald wir eine Bestätigung haben, erfahrt Ihr es beim GBK. Zum Sommer-Trainingslager lässt sich noch überhaupt nichts sagen, weil dies erst mit der Liga-Zugehörigkeit geplant werden kann.

@Super Held

Mein Vorschlag wäre, dass Herr Merten am Tag vor der Pressekonferenz hier eine Fragen-Wunschliste ermöglicht und die anderen Teilnehmer abstimmen können, welche Fragen gestellt werden sollen.

Das ist eine schöne Idee, die wir gerne intern diskutieren werden.

@Bernd Diehl

Mich würde mal interessieren, wo man Özcan (6er, 8er, 10er?) und Meré (IV oder vielleicht auch 6er, sollte man auf 4er-Kette zurückgehen) positionell in Zukunft sieht.

Peter Stöger hat mal bei Jorge Meré über die Sechs nachgedacht, diese Idee aber verworfen. Danach kam das nach unseren Informationen nicht mehr ernsthaft zur Sprache. Der Spanier ist ein spielstarker Innenverteidiger, der bestenfalls zentral in einer Dreierkette spielt – wie zuletzt gegen Dresden. Salih Özcan wird zugetraut, irgendwann alleine auf der Sechs zu spielen, so, wie er es gegen Bremen und Mainz in der Vorbereitung stark gemacht hat. Markus Anfang sieht ihn aktuell aber eher auf der Acht.

Und natürlich, ob der FC, wenn man keinen der beiden auf der Sechs sieht, nicht bald tätig wird, spätestens im Sommer ist das eigentlich Pflicht, ehrlich gesagt seit 3 Jahren überfällig.

Die Sechs ist seit Jahren beim FC ein neuralgischer Punkt. Auch in meinen Augen müsste der FC im Sommer 2019 dort tätig werden. Im Sommer 2016 entschied man sich, für Salif Sané keine zehn Millionen Euro hinzulegen, um einen variablen Vierer/Sechser zu holen. Seitdem ist nichts mehr geschehen und muss eigentlich im Sommer 2019 zwingend geändert werden.

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