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Schattenboxen im Sturm: Auf Terodde und Cordoba kommt es an


Der 1. FC Köln, man mag es in der Euphorie um die Rückkehr von Anthony Modeste gar nicht glauben, bereitet sich in dieser Woche auf sein nächstes Zweitliga-Spiel vor. Die Geissböcke treffen am Samstag am Böllenfalltor auf den SV Darmstadt 98. Nicht mit dabei: Anthony Modeste.

Köln – Als der 1. FC Köln am Mittwoch um 10 Uhr auf den Trainingsplatz kam, war Anthony Modeste erneut mit dabei. An dieses Bild wollen sich die Fans der Geissböcke gewöhnen und hoffen, den Franzosen bald auch wieder in Müngersdorf und in den Stadion der Republik zu erleben. Das wird freilich noch einige Wochen dauern. Wie lange? „Ich bin Fußballer, ich bin kein Anwalt. Ich weiß es nicht“, sagte Modeste am Dienstag selbst.

Was wiederum bedeutet, dass der 1. FC Köln am Samstag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Simon Terodde und Jhon Cordoba als Doppelspitze auflaufen wird. Zwei Stürmer, die zusammen in dieser Saison bereits 20 (!) Ligatore erzielt haben, Terodde 16, Cordoba vier. Nun sollen sie gemeinsam beweisen, dass das 8:1 gegen Dynamo Dresden kein Zufall war, sondern ein Produkt der Umstellungen, die Trainer Markus Anfang in einem 3-5-2 vorgenommen hatte. Und in diesem neuen System wollen nicht nur Terodde und Cordoba, sondern auch die anderen Spieler weiter glänzen. Modeste hin oder her.

Anfang mahnt: Fokus auf die Mannschaft

„Es ist schön, gute Fußballer in der Mannschaft zu haben, aber wir müssen aufpassen, dass wir die Jungs nicht vergessen, die es bis jetzt gut gemacht haben“, mahnte deshalb auch Markus Anfang am Dienstag. Der FC-Coach weiß sehr genau, dass es jetzt vor allem seine Aufgabe sein wird, den Fokus einzig und alleine auf die nächste Aufgabe zu lenken und nicht auf das, was in einigen Woche mit Modeste sein könnte. „Wir müssen als Mannschaft stark sein“, betonte Anfang. „Wir müssen reden. Mit Kommunikation hast du die beste Möglichkeit, die Spieler zu erreichen.“

Und aktuell, bei allen Diskussionen um das Wäre und Wenn in Sachen Modeste, gilt weiterhin: Terodde ist der unangefochtene Topstürmer des 1. FC Köln, Cordoba will neben ihm seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Konkurrenz, so heißt es, belebt das Geschäft. Solange Modeste aber nicht spielberechtigt ist, ist dieser Konkurrenzkampf nur ein Schattenboxen, in dem es keinen Sieger geben wird. Wohl aber kann es Verlierer geben, nämlich dann, wenn sich Terodde, Cordoba oder die anderen Stürmer durch die Präsenz des Rückkehrers verunsichern lassen. Genau das, das weiß auch Anfang, kann der 1. FC Köln jetzt zuallerletzt gebrauchen.

Ich mache mir keine Sorgen, und ich hoffe, die anderen Spieler auch nicht

Auch Modeste weiß das. Der Franzose ist heiß, kann es kaum erwarten, wieder das FC-Trikot zu tragen. Doch er weiß auch, dass er sich zunächst unterordnen muss, ohne alles beim FC durcheinander zu bringen. „Ich möchte der Mannschaft meine Erfahrung geben“, sagte der 30-Jährige am Dienstag. Ich bin ein normaler Spieler, nur ein Stürmer mehr. Das gibt dem Trainer mehr Möglichkeiten, das ist gut.“ Noch beschränken sich diese Möglichkeiten aber auf den Trainingsbetrieb. Auch deshalb hatte Sportchef Armin Veh sofort betont: „Es ist ganz klar: Tony Modeste steigt bei uns nicht als großer Star ein, der den FC allein zum Aufstieg schießen soll, sondern er ist ein Teil dieser Mannschaft.“

Es passt zu Modeste, dass der Stürmer seine Rolle am Dienstag entsprechend versuchte klein zu halten. „Ich glaube, das wird gut passen. Ich bin ein cooler Typ, denke ich“, sagte er lachend und fügte die für den FC wohl aktuell wichtigsten Worte hinzu. „Ich mache mir keine Sorgen, und ich hoffe, die anderen Spieler auch nicht.“ Ob sich Terodde, Cordoba und Co. tatsächlich keine Sorgen machen, wird sich am Samstag zeigen. In Darmstadt, wo die Zweite Liga wohl wie an kaum einem anderen Ort zuhause ist. Das kaum einnehmbare Böllenfalltor, das Team von Defensiv- und Destruktivkünstler Dirk Schuster. Dort wird die Euphorie um Modeste keine Rolle spielen. Dort wird vieles darauf ankommen, dass Terodde und Cordoba wieder aus dem Schatten des neuen Konkurrenten im Sturm heraustreten können. Nichts wäre Anfang lieber, als auch in den kommenden Wochen keine andere Wahl zu haben, als Terodde und Cordoba weiter zu nominieren, weil sie wie am Fließband treffen.

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