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Umbruch schon im Gange: U21 muss zweigleisig planen

Wenn die U21 des 1. FC Köln am Samstag beim Bonner SC antritt, bekommt das Team von Andre Pawlak wohl eine der letzten Chancen, sich im Abstiegskampf noch einmal zu berappeln. Obwohl erst 18 Spieltage gespielt sind, wäre eine weitere Niederlage der nächste Schritt in Richtung Abstieg. Auch deswegen siebt der FC-Coach seinen Kader aus. 

Köln – Noch drei Spiele, dann beginnt die Winterpause. In Bonn, in Herkenrath und daheim gegen Essen, so lauten die letzten Begegnungen in 2018 für die Pawlak-Elf. Die Tabellensituation ist schwierig. Herkenrath ist das Schlusslicht mit neun Punkten, zehn Punkte hat der FC als Tabellen-17., schon 18 Zähler bringen den SC Wiedenbrück auf Rang 16, davor drei Teams (Bonn, Wattenscheid und Kaan-Marienborn) mit 19 Punkten. Da trifft es sich eigentlich gut, dass zwei der drei letzten Begegnungen vor Weihnachten sechs Punkte in direkten Duellen bringen könnten.

Wenn da nicht die großen Probleme wären, die den FC überhaupt erst in diese Situation gebracht haben. Pawlak kämpft, wie sein Vorgänger Markus Daun auch, mit einem qualitativ unzureichend zusammengestellten Kader. Als Maßnahme mit Fingerzeig schloss der FC-Coach nun zunächst einmal drei Spieler vom Mannschaftstraining aus (mehr dazu hier). Ein erster Schritt, um den Spielern den Ernst der Lage vor Augen zu führen. Aber wohl auch ein Hinweis darauf, dass Pawlak bereits spürt, auf welche Spieler er sich in den kommenden Wochen verlassen kann und auf welche nicht. Jedenfalls sagte der 47-Jährige mit Blick auf das Spiel beim BSC am Samstag: „Die Startelf wird sich aus den Spielern ergeben, die am meisten bereit sind in Bonn den Rasen umzudrehen.“

Umbruch beginnt schon jetzt

Pawlak, der parallel zu seiner Aufgabe als Chefcoach noch seine Ausbildung zum Fußballlehrer beim Deutschen Fußball-Bund absolviert, hat der Mannschaft nach GBK-Informationen klar gemacht, was er von den Spielern erwartet. Es hieß, es seien auch deutliche Worte gefallen. Klar ist: Im Hintergrund arbeiten die Nachwuchs-Chefs Matthias Heidrich und Carsten Schiel an der Neuausrichtung der Mannschaft – nicht nur im Winter für die verbliebenen Spiele der Saison im Frühjahr 2019. Auch sollen bereits erste Veränderungen angestoßen werden, die mit Blick auf die nächste Saison greifen. Dabei aber, das lässt die tabellarische Situation nicht anders zu, muss der Effzeh zweigleisig planen.

Die U21 soll auch im Fall eines Abstiegs weiter bestehen und zurück in die Regionalliga geführt werden. Entsprechend sondieren die Kaderplaner der U21 den Markt für mögliche Wintertransfers, die sofort weiterhelfen würden, aber auch bereit wären, einen Neuaufbau in der Oberliga mitzugehen. Gleichzeitig wäre der FC bereit, sich schon im Winter von Spielern zu treffen, die den Weg nicht mehr aus voller Überzeugung mitgehen. Ein schmaler Grat zwischen Rettungsmission und Vorbereitung für den Crash, wobei die vielen jungen Spieler aktuell erstmals mitbekommen, welch kalter Wind im Profigeschäft herrschen kann.

Dass der Umbruch nötig ist, bezweifelt am Geißbockheim niemand. Allerdings war ein solcher schon in den letzten Jahren immer wieder angekündigt worden. Der Erfolg blieb aus. Die Duelle vor Weihnachten werden zeigen, ob der FC noch einmal hoffen darf. Denn dass die Verantwortlichen den Umbruch lieber in der Regionalliga anstatt in der Oberliga vollziehen würden, versteht sich von selbst.

4 Kommentare
  1. standmattes says:

    Dies Truppe kostet doch nur Geld + Nerven.
    Spieler, Trainerstab und die unfähige sportliche Leitung verschlingen Unsummen
    von Euros. Wer hat es denn in letzter Zeit von der U21 in den Profikader geschafft?
    Wer wird von den Profis in der U21 eingesetzt? Alles negativ.
    Im Gegenteil – ich habe den Eindruck, dass man die U21 autark halten möchte, um die
    Spielentwicklung nicht zu stören.
    Außergewöhnliche Talente aus der U19 werden sowieso direkt in den Profikader aufgenommen.
    Perspektivspieler aus der U19 könnten erstmal ausgeliehen werden, um die weitere Entwicklung zu beobachten.
    Ergo, selbst wenn die U21 nicht absteigen sollte, hätte man durch eine Auflösung der Truppe ein großes Problem weniger beim FC !

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Ursprünglich war ich ein unbedingter Anhänger des „U21“-Gedankens. Was mir aufgefallen ist: In letzter Zeit gibt es ganz allgemein Stimmen, die behaupten, dass die U21-Mannschaften für den Profifußball in den Ligen 1 bis 3 wenig bringen. Es wird gesagt, dass es besser ist, die wirklich talentierten U19-Spieler ins kalte Wasser der Ligen 1 bis 3 hineinzuwerfen und dann zu gucken, ob die dort schwimmen können. Die U21-Mannschaften seien eine Sackgasse, da die Jungs dort „alt“ würden und den Absprung von dort zu den Profis dann nicht mehr schaffen würden.
    Soweit, was ich an jüngeren Meinungsäußerungen aufgeschnappt habe.

  3. Ulrich Treimer says:

    Aus der aktuellen U 21 wird es kaum ein Spieler bis zum Profiteam schaffen. Man redet immer von Talenten, die sich aber in der u 21 nicht entwickeln. Das Modell die guten A-Jugendlichen direkt zu den Profis zu nehmen oder ggfs. 1-2 Jahre in der 2. und 3. Liga zu verleihen hat etwas. Wenn nach 2 Jahren nichts kommt bringt es ohnehin nichts mehr. Es bleiben ewige überbezahlte Talente.

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