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Ausverkauft – aber eine Halbzeit ohne Ultra-Support

Die aktive Fanszene des 1. FC Köln wird am Samstag im ausverkauften Heimspiel der Geissböcke gegen Greuther Fürth in der ersten Halbzeit auf die Unterstützung der eigenen Mannschaft verzichten. Dafür hat die Wilde Horde zu einer Aktion aufgerufen, die auf Vizepräsident Toni Schumacher zurück geht.

Köln – Am Wochenende herrscht deutschlandweit wieder Schweigen allenthalben in den Fußballstadion, zumindest eine Halbzeit lang. Die deutschen Fanszenen wollen mit diesem Protestspieltag wie schon im vergangenen September gegen die Kommerzialisierung des Fußballs, vor allem gegen Spielansetzungen unter der Woche protestieren.

„Unsere Forderung an die Vertreter der Vereine in der DFL ist klar: Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab“, hieß es in einem Statement mehrerer Fanszenen. Tatsächlich scheint dieses Ziel der aktiven Fanszenen in Deutschland greifbar nahe: Wenn 2021 der aktuelle TV-Vertrag endet, sollen die Fernsehrechte anschließend zu veränderten Konditionen vergeben werden – zumindest ohne Erstliga-Spiele an Montagabenden. Englische Wochen dürften in dieser veränderten Spieltagsgestaltung aber nicht gestrichen werden – auch nicht der Montagabend in der Zweiten Liga.

„Diese, bisher nicht verbindliche, Aussage, die wohl aus einem Stimmungsbild der Erstligisten hervorgegangen ist, ist ein großer Erfolg“, teilte die Wilde Horde in dieser Woche mit. Die FC-Ultras sehen sich in den Protesten bestärkt. „Dieses Stimmungsbild zeigt, was wir als Fans erreichen können. Es zeigt auch, dass die Vereine eine entscheidende Rolle in der Vermarktungsspirale innehaben. Diese Rolle müssen die Vereine nutzen.“ Es bliebe trotzdem dabei, dass am Samstag in den ersten 45 Minuten kein organisierter Support aus der Südkurve zu hören sein werde. „Die Mannschaft haben wir schon vor einiger Zeit über unser Vorhaben informiert. Die Jungs können sich unserer Unterstützung während der restlichen Spielzeit sicher sein.“

Auf die Unterstützung aller FC-Fans hoffen die Ultras dagegen vor dem Anpfiff. Ab zwei Stunden vor Spielbeginn werden hinter der Südkurve in Müngersdorf Brötchen für die FC-Stiftung geschmiert. Die Aktion geht auf die Aussage Toni Schumachers auf der Mitgliederversammlung zurück, dass man Menschen, die jahrelang Brötchen für den FC geschmiert hätten, nicht von Ämtern wie den Mitgliederrat ausschließen dürfe. Schumacher hatte dies während einer hitzigen Debatte rund um einen Antrag auf Satzungsänderung gerufen. Die Ultras riefen nun das „Brötchen schmieren für den Verein“ ins Leben. Gemeinsam werde man gegen Spenden für das Wohl der Fans sorgen, das Geld gehe an die FC-Stiftung. Schumacher selbst erklärte, er habe über die Idee und den kleinen Seitenhieb gelacht und werde sie unterstützen.

7 Kommentare
  1. hosh2003 says:

    Für mich geht der Protest in die falsche Richtung. Wer wirklich Fan ist, der sollte die Mannschafft über das ganze Spiel hinweg unterstützen. Protest kann man auch anders ausdrücken. Sei es z.B. durch eine Demo oder einen angekündigten Marsch zum Stadion. Aber es ist mal wieder typisch für die Ultras. Denn diese sog. Fans entfernen sich immer weiter davon, Verein & Mannschaft zu unterstützen. Es läuft immer mehr darauf hinaus, dass sich (u.a. wie auf der Mitgliederversammlung 2018) sich die Ultras immer mehr selber ins Abseits stellen. Diverse Aktionen der Vergangenheit haben gezeigt, dass es diesen Personen immer weniger um die eigentlichen Fußball, bzw. den Verein geht. Immer mehr geht es um Randale und Straftaten unter dem Deckmantel der Sports, bzw. des Vereins. Und jetzt wird gegen Montagsspiele protestiert, in dem die Mannschaft eine Halbzeit lang nicht unterstützt wird? Einfach lächerlich. Es ist meiner Meinung nach nur eine weitere Aktion, die in die falsche Richtung geht. Nur um es klarzustellen: Ich bin auch gegen Spiele am Montag Abend und generell gegen eine weitere Entzerrung der Anstoßzeiten. Spanische oder englische Verhältnisse möchte ich hier auch nicht haben. Diese Art von Protest ist meiner Meinung nach, wie so viele Aktionen der Ultras, völlig am Thema vorbei.

    • Geissbock60 says:

      Genau, so ist es!
      Ein selbstverliebter, des öfteren leider auch krimineller
      Haufen, der unserem Verein schon mehrere hunderttausende Euros gekostet hat.
      Anstatt die Truppe zu unterstützen denken die nur an
      sich….
      Einfach nur traurig!!!!

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Gestern (oder vorgestern?) las ich in der FAZ ein Interview mit dem Leiter oder Vorstandsvorsitzenden der deutschen Fan-Projekte. Interessant fand ich, dass er sagte, in vielen der Fangruppen sei der soziale Zusammenhalt untereinander genau so wichtig wie der Fußball. Wenn nicht sogar manchmal mehr. Dazu fällt mir das Wort „Familie“ ein. Und in Familien, das wissen wir doch alle, geht es nicht immer nach der Logik und der Vernunft! Vor allem dann, wenn nach Kaffee und Kuchen die härteren Sachen auf den Tisch kommen.

  3. NICK says:

    „Wer wirklich Fan ist, der sollte die Mannschafft über das ganze Spiel hinweg unterstützen.“ – also gibts nur 2000 wirkliche Fans jedes Spiel in Müngersdorf? Ich sehe meist 40.000 Leute die die Mannschaft noch weit mehr als 45min nicht lautstark unterstützen. Es ist ja nichtmal möglich nach „Steht auf wenn ihr Kölner seid“ eine Minute stehen zu bleiben und zu Klatschen…

    „Denn diese sog. Fans entfernen sich immer weiter davon, Verein & Mannschaft zu unterstützen.“ Und die anderen 40.000? Die haben das schon seit Jahren aufgegeben ‚wo ist hier der Vorwurf?

    „Immer mehr geht es um Randale und Straftaten unter dem Deckmantel der Sports, bzw. des Vereins.“ – Essen sammeln für Kölner Kids, Kleidersammlungen, Brötchen schmieren für den Verein – ALLES Verbrecher!

    „Und jetzt wird gegen Montagsspiele protestiert, in dem die Mannschaft eine Halbzeit lang nicht unterstützt wird? Einfach lächerlich…Diese Art von Protest ist meiner Meinung nach, wie so viele Aktionen der Ultras, völlig am Thema vorbei.“ – wenn ich das richig mitbekommen habe, ist das Ende der Montagsspiele bereits angekündigt, der Protest läuft voll ins Leere…

  4. Gerd Mrosk says:

    Nick,das hab ich nicht ganz verstanden .40000 stehen nicht auf und unterstützen nicht und bleiben kaum mal ne Minute stehen nach Aufforderung
    grundsätzlich,auch wenn mal einiges „drüber.ist“ oder gar gänzlich daneben,beschäftigen sich Ultras eher viel mehr mit dem Verein und sowieso mit der Leidenschaft,als eben oben genannte…..ach,ich zähle übrigens zu denen,die beides unter einen Hut bekommen wollen.Sitze zwar in Ost und klatsche je nach dem,wie es für mich angebracht ist auch sehr gerne stehend und länger,habe aber auch seit 1968 alle Stationen und Facetten eines FC Fans miterlebt und mitgemacht Ich war in Darmstadt,hab mal wieder ein paar Züge Pyro gekostet und hab noch gedacht ok,man muss nicht alles im Leben richtig machen,aber man muss dazu stehen zu dem woran man glaubt und das ist ein Credo der Ultras .Das ist besser als falsch,scheinheilig und hinter vorgehaltener Hand immer nur abzulästern über solche Leute
    DIESE Menschen sind feige und falsch,vllt was „besseres“ aber niemals was besonderes

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