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Veh: „Man hat gesehen, wozu die Mannschaft fähig ist“

Was kann der 1. FC Köln aus der unglücklichen Niederlage im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04 mitnehmen? Für Sportchef Armin Veh sind die Lehren eigentlich klar. Doch der Kölner Geschäftsführer warnt: Noch lassen sich die Erkenntnisse nicht so einfach auf die Zweite Liga übertragen.

Köln – Armin Veh erlebte den 1:1-Ausgleichstreffer, die anschließende Verlängerung und das Elfmeterschießen nicht oben auf der Westtribüne des RheinEnergieStadions. Seinen Platz, den er seit dieser Saison auf der Tribüne und nicht auf der Bank neben seinem Trainer einnimmt, hatte er zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verlassen.

Veh von der Tribüne auf die Trainerbank

„Das mache ich immer“, sagte Veh, der bei Ligaspielen stets die letzten Minuten einer Partie vom Kabinengang zum Spielfeld aus sieht. Doch am Mittwoch war sein Gang hinunter zum Spielfeld voreilig. Der FC kassierte in der 89. Minute durch einen Handelfmeter den Ausgleich und verlor schließlich die Partie im Elfmeterschießen. „Dieses Mal habe ich die letzten 40 Minuten unten gestanden und nicht nur zehn“, sagte Veh, der sich nach dem Ende der regulären Spielzeit dann doch neben Trainer Markus Anfang auf die Trainerbank gesetzt hatte.

Der Blick von dort auf das Spielfeld änderte sich nur bedingt, die Erkenntnis war nach 120 Minuten die gleiche wie nach den 80 Minuten von der Tribüne aus. „Wir haben heute gesehen, dass wir spielerische Qualitäten haben, dass wir versuchen, die Situationen bewusst spielerisch zu lösen“, lobte Veh den starken Auftritt der Geissböcke gegen den deutschen Vizemeister der letzten Saison. „Wir standen nicht tief, haben nicht nur verteidigt. Wir waren die spielerisch bessere Mannschaft. Das muss uns gut tun.“

Ob sich das auf die Zweite Liga übertragen lässt? Irgendwann vielleicht…

Obwohl der Effzeh auf eine nominell stark besetzte Mannschaft traf, profitierte Köln von der Konstellation, nicht der Favorit gewesen zu sein. „Es ist ein anderes Fußballspiel gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität“, sagte Veh. Schalke hatte den Anspruch, das Spiel selbst zu gestalten. Doch gegen defensiv gut organisierte Geissböcke und aufgrund der aktuellen Gesamtschwäche der Königsblauen nahezu ohne kreative Momente im Spiel agierte der FC auf Augenhöhe, war über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft. „Man hat gesehen, wozu unsere Mannschaft fähig ist“, freute sich Veh, schränkte aber auch ein: „Ob sich das auf die Zweite Liga übertragen lässt? Irgendwann vielleicht, hoffe ich.“

Denn Veh verwies auch auf die veränderte Spielstruktur in Liga zwei. Schalke ist nicht Heidenheim, Duisburg oder Aue. Die kommenden Gegner, den HSV ausgenommen, dürften sich wieder deutlich tiefer in die eigene Hälfte zurückziehen und nicht so mitspielen wollen wie Schalke. Daher wird der Effzeh in Zukunft wieder mit der Favoritenrolle umgehen müssen, die am Mittwoch bei den Schalkern gelegen hatte. „Wir müssen davon wegkommen, über Druck und Hemmungen zu reden“, sagte Veh. „Wir müssen die Überzeugung in uns haben, ohne uns selbst einzureden, dass wir großen Druck haben. Dann hilft auch ein solches Spiel gegen Schalke, obwohl wir traurig sind, weil wir gerne weitergekommen wären.“

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