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„Magnet an den Füßen“: Das war gut, das war schlecht


Der 1. FC Köln macht es also doch noch einmal spannend. Vor Weihnachten hat das 2:3 gegen den VfL Bochum für einen Dämpfer im Aufstiegskampf gesorgt und die Konkurrenz wieder näher herankommen lassen. Das Spiel gegen den VfL zeigte: Der FC kann sich am ehesten nur selbst stoppen.

Köln – Drei Gegentore, drei haarsträubende Fehler, null Punkte: So einfach war die Rechnung nach den letzten 90 Minuten des Jahres 2018. Der VfL Bochum konnte sein Glück, der 1. FC Köln dagegen seine Leichtfertigkeit kaum fassen. Trainer Markus Anfang wird es registrieren und die Vorbereitung im Januar auf einige der Fehler ausrichten.

Das war gut

Der Effzeh lieferte ein in vieler Hinsicht bemerkenswertes Spiel ab. Vor allem in Sachen Mentalität. Die diversen Fehler zeugten zwar von mangelnder Wachheit, Konsequenz und Ernsthaftigkeit. Die Reaktionen auf die Gegentreffer jedoch sprachen für einen anderen Umgang. Köln kam nach dem 0:1 in Minute eins sofort zurück, Jhon Cordoba hätte nur zwei Minuten später ausgleichen können, der FC erarbeitete sich diverse Chancen und machte schließlich tatsächlich das 1:1. Nach dem 1:2 hätte Simon Terodde nahezu unmittelbar ausgleichen müssen, nach dem 1:3 machte Marcel Risse den Anschlusstreffer und Terodde hatte noch die Großchance zum Ausgleich auf dem Fuß. Die Chancen waren also da, der Wille, nach jedem Rückschlag zurückzukommen, bis zum Schluss ungebrochen.

Darüber hinaus war es Louis Schaub, dessen Einwechslung noch einmal einen Schub brachte. „Man hat auch heute wieder gesehen, dass er kein Zweitligaspieler ist“, sagte Sportchef Armin Veh hinterher über den Österreicher. Schaub legte das Anschlusstor durch Risse auf. Der Österreicher hatte zuvor verletzt gefehlt. Seine Klasse wird in der Rückrunde ein Schlüssel sein, ob es mit dem Aufstieg gelingen wird. Das wurde gegen Bochum in den knapp 30 Minuten klar, die der Offensivspieler zum Einsatz kam.

Das war schlecht

Viel Positives gab es aus dem Spiel aber nicht mitzunehmen. Das lag auch daran, dass trotz der Nehmerqualität des FC nach Rückschlägen eben diese auch aus mentaler Schwäche heraus geschahen. Das 0:1 war eine Folge kollektiver Schläfrigkeit in den ersten Sekunden des Spiels. Das 1:2 hätte von gleich mehreren Spielern verhindert werden können. Das 1:3 war eine persönliche Einladung von Salih Özcan, bei dem sehr gute und verheerende Momente noch immer allzu nah beieinander liegen und man ihm wünscht, dass der Lernprozess des hoch veranlagten 20-Jährigen in der Zweiten Liga schnell vorangeht.

Nach fünf Siegen in Folge hatte der FC allerdings erstmals wieder erhebliche Probleme, über 90 Minuten die nötige Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen, um in Liga zwei zu bestehen. Das wird Markus Anfang und sein Team auch in 2019 begleiten. Die Lehre aus dem Spiel gegen Bochum lautet: Am ehesten kann sich der 1. FC Köln nur selbst schlagen. Nämlich dann, wenn man erst durch leichte Fehler in Rückstand gerät und dann die Ruhe verliert, die vorhandene Klasse zu nutzen, um die Gegner auszuspielen. Gegen Bochum verlor der FC in der Schlussviertelstunde beim Stand von 2:3 jegliche taktische Disziplin und schlug nach der Einwechslung des dritten Stürmers (Guirassy) fast nur noch hohe Bälle in Richtung Strafraum des Gegners.

„Das war so nicht vom Trainerteam vorgesehen“, sagte Veh hinterher. „Wir hatten noch genug Zeit es auszuspielen. Das haben wir aber nicht gut gemacht. Das war wie ein Magnet an den Füßen der Spieler, um Guirassy mit hohen Bällen zu suchen.“ Noch mehr taktische Disziplin also, noch mehr Glaube an die eigene Stärke, noch mehr Konzentration in der Defensive und noch weniger Fehler im eigenen Spiel – das wird der FC brauchen, um 2019 den Aufstieg zu erreichen.

So geht es weiter

Am 4. Januar 2019 geht es mit der Vorbereitung auf die verbliebenen 16 Spiele weiter. Das Trainingslager findet auf Mallorca statt, das erste Pflichtspiel steigt am (hier geht’s zum Spielplan) 31. Januar 2019 beim 1. FC Union Berlin.

Hoffnung machen für Januar die diversen Rückkehrer, denn der FC war in den vergangenen Monaten durch einige Verletzungen gebeutelt. Christian Clemens und Lasse Sobiech werden wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. Vincent Koziello dürfte nach seiner Knieverletzung ebenfalls im Januar wieder einsteigen. Damit würde Anfang wieder sein ganzes Team zur Verfügung stehen.

Ein Neuzugang wird im Januar nicht erwartet, auch weitere Abgänge sind nach dem Verkauf von Simon Zoller an Bochum nicht mehr angedacht. Frederik Sörensen dürfte zwar weiterhin gehen. Doch gab es bislang beim Dänen kein Anzeichen eines Winter-Wechsels.

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