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Plötzlich Personalsorgen: Muss Anfang improvisieren?

Drei Siege in Folge feierte der 1. FC Köln zuletzt. Nur Jonas Hector fiel dabei zwischenzeitlich verletzungsbedingt aus der Startformation. Ansonsten konnte Markus Anfang die jeweils siegreiche Elf im neuen 3-5-2 aufbieten. Nun wird der FC-Coach wohl zu gleich mehreren Umbaumaßnahmen gezwungen.

Köln – Jonas Hector fehlt mindestens noch dieses eine Spiel am Freitagabend beim SSV Jahn Regensburg. Auch Christian Clemens und Lasse Sobiech werden weiterhin fehlen. Dass Louis Schaub, Marco Höger und Benno Schmitz beim Jahn ausfallen würden, das war aus Kölner Sicht aber nicht vorgesehen. Und doch sieht es so aus, als würde es dazu kommen.

Markus Anfang erklärte am Mittwochmittag, dass alle drei Spieler wohl eher nicht am Donnerstag beim Abschlusstraining dabei sein dürften. Positive Überraschungen nicht ausgeschlossen, stehen die Chancen ungleich höher, dass das Trio damit wohl auch nicht mit im Flieger nach München sitzen wird, von wo aus die Mannschaft mit dem Bus nach Regensburg fahren wird. Der FC also beim SSV nicht nur ohne Hector, Clemens und Sobiech, sondern auch ohne Höger, Schaub und Schmitz?

Schlüsselfigur Schaub – Chance für Koziello?

Wenn ja, wären die Ausfälle ein schmerzlicher Rückschlag für den 1. FC Köln. Schaub war zuletzt der überragende Mann, leitete die ersten drei Tore gegen Fürth ein, bereitete in Darmstadt die ersten beiden Treffer vor und war schon gegen Dresden nicht nur wegen seines Traumtores zum 7:1 ein gefeierter Mann. Der Österreicher ist der Takt- und Ideengeber im Kölner Angriffsspiel. Der 23-Jährige brilliert im 3-5-2 auf der rechten Halbposition hinter der Doppelspitze mit Übersicht, technischer Finesse und dem Händchen für das Unerwartete.

Im Normalfall wäre Vincent Koziello der logische Kandidat, um Schaub zu ersetzen. Zwar kam gegen Fürth Niklas Hauptmann für Schaub ins Spiel, doch nur, weil zuvor der Franzose bereits für Dominick Drexler eingewechselt worden war. Koziello hat eine harte Vorbereitung hinter sich mit familiären Sorgen, die ihn wochenlang belasteten. Erst jetzt kommt der 23-Jährige so langsam ins Rollen. Er genießt immer mehr das Vertrauen seines Trainers, und weil Koziello ebenso über die technischen und strategischen Fähigkeiten verfügt wie Schaub, wäre er eigentlich der prädestinierte Ersatz für den Österreicher.

Wenn nicht auch noch Höger und Schmitz auszufallen drohten. Höger wäre eigentlich ein Kandidat für die Dreierkette gewesen, um Schmitz zu ersetzen. So könnte dort nun stattdessen die Stunde des lange verschmähten Frederik Sörensen schlagen, denn fast alle anderen Alternativen sind entweder verletzt (Sobiech, Hector, Höger) oder werden anderswo gebraucht (Horn). Dass Anfang trotzdem Horn von der linken Seite zurückbeordert und dafür den jungen Noah Katterbach mit einem Startelf-Einsatz beschenkt, gilt als unwahrscheinlich. Ebenso, dass die zuletzt nicht nominierten Matthias Bader oder Matthias Lehmann eine Option werden könnten.

Optionen haben wir

Sollten Schaub und Höger also tatsächlich passen müssen, müsste Anfang sich auf den beiden Positionen für zwei von drei Kandidaten entscheiden: Vincent Koziello, Niklas Hauptmann und Salih Özcan. Der Franzose dürfte gesetzt sein, da er zuletzt die beste Entwicklung durchgemacht hat. Ob Hauptmann oder Özcan, das würde wohl davon abhängen, ob Anfang in Koziello eher den Höger- oder den Schaub-Ersatz sähe. Beide Positionen könnte der Franzose bekleiden, würde sie zwar anders interpretieren als seine Mitspieler, bekäme so aber die Chance, sich als dauerhafte Alternative Nummer eins im zentralen Mittelfeld zu empfehlen.

„Optionen haben wir“, sagte Anfang am Mittwoch. „Wir haben genug Möglichkeiten, die Positionen zu besetzen. Wir spielen das im Training durch, besprechen einige Themen und werden uns das noch mal durch den Kopf gehen lassen.“ Am Donnerstagmittag wird dann klar sein, wer wirklich ausfallen wird. Aber da Schaub und Höger in dieser Woche noch nicht trainieren konnten, sind ihre Ausfälle wahrscheinlich. Schmitz dagegen könnte nach einem Schlag auf den Knöchel am Dienstag noch am ehesten den Sprung in den Kader für Regensburg schaffen.

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