Erst ein Traumtor, dann Verletzungssorgen: Auch beim letzten Spiel der Saison stand Said El Mala im Mittelpunkt. Muss der Torjäger nach dem 1:5 beim FC Bayern München um seine Chance auf die Weltmeisterschaft bangen? René Wagner gibt ein erstes Update – und vorsichtige Entwarnung.
Aus der Allianz Arena berichtet Marc L. Merten
Die Szene sah nicht gut aus: 79 Minuten waren in der Allianz Arena gespielt, als Said El Mala auf dem Rasen liegenblieb. Zuvor war der Shootingstar des 1. FC Köln ohne Gegnereinwirkung weggerutscht und mir dem rechten Knöchel umgeknickt. Es ging nicht weiter für El Mala, seine Saison endete verletzungsbedingt einige Minuten früher als geplant. Der 19-Jährige humpelte vom Feld – immerhin eigenständig.
Muss El Mala nun um seine Chance auf die WM-Teilnahme bangen? René Wagner rechnet nicht mit einer ernsthaften Verletzung. „Er hat ein bisschen was gespürt, aber es klang nicht nach etwas Schlimmen“, sagte der FC-Trainer nach Abpfiff. Weitere Untersuchungen dürften ausstehen. Am Montag wartet auf die Kölner Spieler ohnehin noch ein abschließender medizinischer Check, bevor es in den Urlaub geht.
Schwäbe: El Mala „auf jeden Fall eine Option für die WM“
El Mala würde natürlich liebend gerne auf Sonne und Strand verzichten – und mit dem DFB-Team zum Turnier in die USA, Kanada und Mexiko reisen. Beim 1:5 gegen die Bayern betrieb der Angreifer mit einem Traumtor noch einmal Eigenwerbung. El Mala eroberte in der eigenen Hälfte den Ball und war für die gesamte Bayern-Defensive zu schnell, ließ sich auch von Torhüter Manuel Neuer, der vor der Rückkehr in die Nationalmannschaft steht, nicht stoppen. Er markierte seinen 13. Saisontreffer.
„Es war ein typisches Said-Tor. Er hat sich irgendwie durchgewurschtelt und am Ende das Tor gemacht. Das spricht für ihn, er hat eine sehr gute Qualität“, lobte Kapitän Marvin Schwäbe und wünscht El Mala die Reise zur Weltmeisterschaft: „Wenn man in so jungen Jahren solche Leistungen zeigt, die Scorer so einfährt und seine Performance über die Saison halten kann, ist er auf jeden Fall eine Option für die WM.“
Dass eine Verletzung die Nominierung verhindern könnte, glaubt auch der Torhüter nicht: „Ich habe in der Kabine nur kurz mit ihm gesprochen. Er ist umgeknickt, scheint aber nichts Ernstes zu haben.“ So liegt es wohl nicht an den Ärzten, sondern an Julian Nagelsmann, über El Malas WM-Teilnahme zu entscheiden. Am Donnerstag präsentiert der Bundestrainer seinen Kader.
Wagner hofft auf weitere El-Mala-Tore
Bei den letzten Länderspielen im März hatte Nagelsmann auf El Mala verzichtet und gefordert, dass dieser in Köln unumstrittener Stammspieler werden muss. Und das war der Youngster in der Folge. Sein Torkonto schraubte er dabei kontinuierlich nach oben. Mit seinen 13 Treffern landete El Mala in der Bundesliga-Torjägerliste auf Platz acht. Von allen deutschen Profis musste er sich nur Stuttgarts Deniz Undav (19) geschlagen geben.
Dennoch weiß auch René Wagner nicht, ob das für die WM ausreicht. Doch: „Ich weiß, dass Said das leisten kann“, so der FC-Trainer in den Katakomben der Allianz Arena. Die Kaltschnäuzigkeit von Samstag hätte El Mala nach Wagners Geschmack schon in der Vergangenheit häufiger beweisen können. „Ich hätte mir gewünscht, dass er es noch drei-, viermal mehr schafft, das Ding reinmacht, weil er die Situationen hatte. Das zeigt aber auch seine Einstellung: Er hat nie aufgegeben, ist drangeblieben und hat sich heute belohnt. Ich hoffe, dass er sich in Zukunft noch viel öfter belohnen kann.“
Am liebsten bei der WM und dann wieder beim FC. El Mala allerdings ließ am Samstag erneut offen, ob er in Köln bleibt (der GEISSBLOG berichtete). „Das ist eine gute Frage. Das kann ich leider nicht sagen. Wir werden sehen, was passiert“, sagte er noch vor Anpfiff bei Sky.







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