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Veh mit Sonderlob für Drexler: „Zu Höherem berufen“


Gegen Regensburg war Dominick Drexler der überragende Mann beim 1. FC Köln. Das 1:0 durch Simon Terodde bereitete der 28-Jährige noch vor. Das 2:0 und 3:1 erzielte der Neuzugang dann selbst. Drexler kommt beim Effzeh immer besser in Schwung und widerlegt damit die Kritiker seines Transfers.

Köln – Für 4,5 Millionen Euro war Drexler im Sommer von Kiel über Dänemark nach Köln gewechselt. Ein Doppel-Transfer, der dem FC Kritik eingebracht hatte, weil er unnötig teuer gewesen sei. Doch Köln hatte die Chance gesehen, den besten Offensivspieler der Vorsaison (zwölf Tore, elf Vorlagen) zu verpflichten, der sich zu einem Zeitpunkt für den FC Midtjylland entschieden hatte, als Köln noch andere Überlegungen verfolgt hatte.

Nun kam Drexler also im Sommer aus Midtjylland nach Köln als letzter Neuzugang. In den Fan-Foren sehen ihn weiterhin einige Anhänger kritisch. Doch die vier Siege in Folge sind auch eng mit dem Namen Drexler verbunden. Gegen Dresden eine Vorlage, gegen Darmstadt war es seine Idee, die zum 1:0 führte, gegen Fürth machte er das 1:0 und holte den Elfmeter zum 2:0 raus. Nun die Gala in Regensburg. „In der jetzigen Situation ist das höchste Gut, Demut zu zeigen“, sagte Drexler nach der Partie. „Ich bin nicht hier, um die Marke Drexler zu pushen, sondern um den 1. FC Köln voranzutreiben.“

Sein 2:0 kurz vor der Pause beim SSV Jahn nach Vorlage des ehemaligen Kieler Mitspielers Rafael Czichos war noch ein Produkt vergangener Zeiten. „Das 2:0 war so gewollt. Wenn ich sehe, dass Rafa den Ball so bekommt und gut kontrollieren kann, weiß ich, dass ich im Rücken der Abwehr gut einlaufen kann“, sagte Drexler. „Ich musste nur einmal kurz ‚Rafa‘ rufen, er hat Blickkontakt aufgenommen, und dann ist das ein Automatismus von früher, sodass ich nicht noch einmal gucken musste, ob der Ball auch wirklich kommt.“ Eine Kieler Kombination also, die der FC am Freitagabend gerne mitnahm. Und nachdem Drexler in Hälfte zwei das 3:1 erst einleitete und dann selbst erzielte, konnte sich der Spieler freuen, mit nun drei Toren und neun Vorlagen auf einem ähnlichen Weg wie in der vergangenen Saison mit Kiel zu liegen.

Das freute am Freitagabend in Regensburg auch Sportchef Armin Veh. „Dass Dominick Drexler getroffen hat, ist wichtig. Wir haben vorne zwei Stürmer, die treffen. Dass wir aber auch dahinter Leute haben, die treffen, ist wichtig“, sagte der Sportchef. Köln hatte es in der Vergangenheit genau daran gefehlt, an torgefährlichen Mittelfeldspielern in der zweiten Reihe. Drexler und Louis Schaub scheinen diese Aufgabe nun inzwischen angenommen zu haben. Das 3-5-2 hilft ihnen dabei genauso wie die raumgreifende und -füllende Arbeit von Terodde und Cordoba an vorderster Front.

Veh freute sich aber besonders für Drexler selbst. „Bei seinem zweiten Tor hat man seine Klasse gesehen. Es ist interessant, wie Karrieren manchmal verlaufen“, sagte Veh und verwies auf das vermeintlich hohe Alter von Drexler und auch Czichos (beide 28). „Drexler hätte schon viel eher oben spielen müssen. Czichos genauso. Wie lange haben die in Erfurt oder Kiel gespielt? Das sind Spieler, die zu Höherem berufen sind.“ Den FC sollen sie zum Aufstieg führen. Danach sollen sie die Chance bekommen, die Lorbeeren des Sportchefs in der Bundesliga zu bestätigen.

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