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Geplatzte Konfrontation: Kommt es zum Misstrauensvotum?

Hat sich Spinner beim FC isoliert?

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Werner Spinner gegen Armin Veh – am Dienstagabend hat der offene Bruch beim 1. FC Köln ein nächstes Kapitel erfahren. Dass der FC-Präsident ein Krisentreffen zwischen Vorstand und Geschäftsführung platzen ließ (mehr dazu hier), machte deutlich, dass schon in den nächsten Tagen personelle Konsequenzen beim 1. FC Köln folgen könnten. Nur auf welchem Posten, ist offen. Denn Spinner hat sich offenbar inzwischen nahezu isoliert. 

Köln – Nein, Toni Schumacher hätte keine Lust gehabt, am Mittwoch das turnusmäßige Treffen zwischen Vorstand und Geschäftsführung abzuhalten. Schon gar nicht unter den gegebenen Umständen einer Vertrauenskrise zwischen Werner Spinner und Armin Veh. Dafür hatte Schumacher auch einen guten Grund: Der einstige Double-Torhüter wollte am Mittwoch seinen 65. Geburtstag ungestört feiern, anstatt sich über das nicht mehr existierende Verhältnis zwischen dem Präsidenten und dem Sport-Geschäftsführer zu ärgern.

Wohl aber nicht wegen Tünns Geburtstag, sondern aus Gründen der Dringlichkeit war das Treffen um einen Tag auf den frühen Dienstagabend vorgezogen worden. Umso bemerkenswerter, dass Werner Spinner nicht erschien und Schumacher, Veh, Markus Ritterbach sowie Alexander Wehrle versetzte. Die Gründe für diese Entscheidung wurden zunächst nicht klar. Ob Spinner Veh brüskieren wollte, signalisieren wollte, dass es nichts mehr zu bereden gäbe oder einfach nur fern geblieben war, weil dem 70-Jährigen ein Tag nach dem Skiurlaub nicht nach Streitigkeiten zumute war, blieb offen. Doch über die Botschaft konnte es keine zwei Meinungen geben: Der Präsident des 1. FC Köln sah es nicht als notwendig an, die größte Krise am Geißbockheim seit dem Bruch mit Jörg Schmadtke im Herbst 2017 so schnell wie möglich persönlich anzugehen.

Kein Widerspruch zu Vehs Vorwürfen

Stattdessen hatte er offenbar Toni Schumacher vorgeschickt, mit dem er sich zuvor getroffen und ausgetauscht hatte. Bemerkenswert dabei: Nach GBK-Informationen hatte Schumacher nach Vehs Ausbruch am Sonntag den Sportchef zwar kontaktiert, um ihn zu kritisieren – allerdings nicht für den Inhalt des Gesagten, sondern dafür, dass Veh es vorher nicht mit den Vizepräsidenten oder anderen Führungspersonen abgesprochen hatte. Dass auch Ritterbach offenbar eher zu Veh als zu Spinner tendiert, ließ dieser vor der geplatzten Krisensitzung durchklingen, als er davon sprach, man werde alles tun, um den sportlichen Erfolg (den Aufstieg) nicht zu gefährden. Die Entlassung des Sportchefs jedoch würde eine derartige Unruhe in die sportliche Abteilung bringen, dass genau dies der Fall wäre.

Dass auch Wehrle inzwischen deutlich näher zu seinem Co-Geschäftsführer als zum Präsidenten steht, könnte ein weiterer Grund für Spinner gewesen sein, dem Treffen am Dienstagabend fern zu bleiben. Dem 70-Jährigen scheint immer bewusster zu werden, dass er sich am Geißbockheim in den letzten Monaten Stück für Stück isoliert hat. Auch dürfte Spinner nicht entgangen sein, dass sich beim FC bislang niemand dazu genötigt sah, Vehs Äußerungen vom Sonntag inhaltlich zu kritisieren oder den Vorwürfen gar zu widersprechen. Der Geschäftsführer Sport, so hieß es am Dienstag am Rande des Profitrainings, habe mit seinen Vorwürfen gegen Spinner einigen Mitarbeitern am Geißbockheim aus dem Herzen gesprochen.

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