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Geis und Höger glänzen im Zentrum: Ein Modell mit Zukunft?

Beim 5:1 (2:0)-Heimerfolg des 1. FC Köln gegen Arminia Bielefeld brillierte neben Torjäger Simon Terodde vor allem das zentrale Mittelfeld um Marco Höger, Johannes Geis und Dominick Drexler. Hinter dem offensiveren Ex-Kieler sorgten die beiden Ex-Schalker nicht nur für Stabilität, sondern drückten vielen Angriffen ihren Stempel auf. Ein Modell mit Zukunft?

Köln – Bereits 31 Gegentore kassierten die Domstädter in der laufenden Spielzeit. Zu viele für den Aufstiegsfavoriten. In der Rückrunde musste der Effzeh gegen den VfL Bochum, Union Berlin und den SV Sandhausen schon früh einem Rückstand hinterherlaufen. Häufig mangelte es bei den Kölnern dabei an der nötigen Kompaktheit vor der Abwehrreihe. Gegen Bielefeld probierte FC-Coach Markus Anfang deswegen eine neue Variante im Mittelfeld.

Deswegen haben wir mit Geis und Höger angefangen

Anfang setzte in der Schaltzentrale im Mittelfeld auf Johannes Geis und Marco Höger. Erstmals ließ der FC-Trainer die beiden Ex-Schalker gemeinsam im Mittelfeld auflaufen. Mit Erfolg. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir es im Zentrum noch stabiler hinbekommen“, sagte Anfang am Dienstag. „Deswegen haben wir mit Geis und Höger angefangen. Das hat gut geklappt“, zeigte er sich zufrieden.

Beim 1:0-Sieg in Aue und beim 2:1-Erfolg in Ingolstadt spielte Winter-Neuzugang Geis noch zentral in der Abwehr-Dreierkette, während Höger auf der angestammten Position im defensiven Mittelfeld agierte. Doch erst im Mittelfeld ergänzten sie sich wirklich gut. Denn als technisch starke, passsichere Spieler konnten sie das Offensivspiel der Geissböcke entscheidend prägen und nicht nur die beiden Stürmer, sondern auch den vor ihnen spielenden Drexler immer wieder gekonnt in Szene setzen.

Das hat heute super geklappt

So wie beim 1:0, als Höger den Treffer mit einem überragenden Pass auf Drexler vorbereitete. Überhaupt verteilte Höger immer wieder geschickt die Bälle nach links und rechts und leitete so weitere Großchancen wie durch Drexler in der zweiten Hälfte ein. Auch Geis zeigte sich spielfreudig. Das Tor zum 4:0 leitete er mustergültig mit einem Seitenwechsel ein, zudem bereitete der Standardspezialist zwei Terodde-Treffer per Ecke vor und suchte auch selbst den Abschluss.

Zudem hatte das Duo defensiv alles im Griff. Zwar forderte Bielefeld Köln nicht wie erwartet. Trotzdem gelang es Höger und Geis, vor der Abwehr alle Lücken zu schließen. Immer wieder tauschten die beiden ihre Position, ließen sich nebeneinander fallen oder steuerten ihre Nebenleute gar in eine Raute, so dass alle Räume klug geschlossen werden konnten. „Högi und ich haben uns ein bisschen abgewechselt auf der Sechs. Wir hatten zeitweise eine Raute im Mittelfeld. So war es schwierig für den Gegner, sich darauf einzustellen. Das hat super geklappt“, erklärte Geis nach dem Spiel.

Wir wissen, was der jeweils andere für ein Spielertyp ist

Doch die beiden Sechser teilen auch die gleiche Schwäche: die fehlende Geschwindigkeit. Durch Kompaktheit, Stellungsspiel, Högers Zweikampfhärte und Kommunikation konnten sie das gegen die Ostwestfalen kompensieren. Gegen Bielefeld wurden die beiden Abräumer allerdings auch nur bedingt gefordert. Das Spiel der Arminen war von Harmlosigkeit geprägt – auch weil das Duo seinen Teil dazu beitrug.

Deswegen fand auch Höger lobende Worte für die neue Variante im Mittelfeld-Zentrum: „Es klappt gut, wir kennen uns aus Schalker Zeiten. Wir wissen, was der jeweils andere für ein Spielertyp ist. Ich glaube, wir kriegen das auf dem Platz gut gehändelt und kommuniziert.“ Der Vorteil: Das Duo kennt sich gut. Beide wissen um die Stärken und Schwächen des anderen. Ob die Variante mit beiden auf der Sechs auch für den Rest der Saison taugt, dazu sagte Geis: „Wir haben es gut gemacht. Es kommt aber immer auf den Gegner an.“ Nach dem starken Auftritt gegen Bielefeld spricht jedoch vieles dafür, dass Höger und Geis auch gegen den MSV Duisburg zusammen im Mittelfeld beginnen werden. Was allerdings passiert, wenn Louis Schaub wieder im offensiven Mittelfeld ein Kandidat für die Startelf wird, bleibt abzuwarten.

2 Kommentare
  1. Huey L. says:

    Geis und Höger glänzen im Zentrum: Ein Modell mit Zukunft?…wird in der Schlagzeile gefragt.
    Nun, die Antwort dazu wird im Text gleich mitgeliefert: „Doch die beiden Sechser teilen auch die gleiche Schwäche: die fehlende Geschwindigkeit.“
    Wenn man die beiden -mehr oder weniger- so ungestört schalten und walten lässt, wie die Bielefelder am letzten Wochenende, ist das ein Traum- Duo im Mittelfeld. Beide haben die Technik und das Auge, ihre Mitspieler wirkungsvoll in Szene zu setzen. Allerdings werden vermutlich nicht viele Gegner in der 2. Liga dieses Spielchen mitmachen. Gegen schnelle Gegner werden die beiden ihre Probleme (und Karten) bekommen.
    Vollends überfordert wäre man allerdings bei einem Aufstieg, da in der Bundesliga nochmal ein weitaus höheres Tempo gespielt wird, so dass hier die „fehlende Geschwindigkeit“ der beiden ganz deutlich zum tragen kommen wird und leider nicht mehr durch „Technik und Auge“ ausgeglichen werden kann.

    • guido says:

      Gut Beschrieben und ein passendes Fazit.
      Ich befürchte nur, unsere Verantwortlichen sehen das anders.
      Die fehlende Geschwindigkeit lässt sich nie, in der 1.Liga ausgleichen. Gerade ein Geis, der zugegeben ein Meister des Ruhenden Balls ist, benötigt zwingend einen Zweikampfstarken Sprinter neben (hinter) sich. Und selbst dann spielen wir bei einem stark Pressenden Gegner eher zu 10.
      Gefährlich.

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