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Irres 4:4! Nur ein Punkt beim Tabellenschlusslicht


Der 1. FC Köln ist im Nachholspiel beim MSV Duisburg nicht über ein 4:4 (1:2)-Unentschieden hinausgekommen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit drehte der Effzeh das Spiel nach der Pause innerhalb von sieben Minuten. Die aufopferungsvoll kämpfenden Duisburger gaben sich jedoch nicht auf und schafften noch den Ausgleich. Damit ist die Siegesserie des FC nach sechs Spielen gerissen. 

Aus Duisburg berichten Sonja Eich und Jonas Klee 

Sechs Siege in Folge und die gleichzeitigen Patzer der Konkurrenz haben den 1. FC Köln in der Schlussphase der Zweitligasaison in die absolute Pole Position gebracht. Das Nachholspiel beim MSV Duisburg vom 26. Spieltag bezeichnete Trainer Markus Anfang daher sogar als „Bonusspiel“. Mit einem Sieg beim Tabellenschlusslicht würde der Vorsprung auf den dritten Rang auf zwölf Zähler anwachsen.

Ausgangslage

Markus Anfang sorgte mit seiner Aufstellung durchaus für eine Überraschung. Dass Lasse Sobiech den verletzten Jorge Meré ersetzen würde, war abzusehen. Doch das vermutete und von Anfang bereits angedeutete neue Sturm-Duo Terodde/Modeste blieb aus. Nach seinem blassen Auftritt in Heidenheim musste der Franzose wieder auf der Bank Platz nehmen. So stand erneut Jhon Cordoba neben Terodde in der Startelf, der eigentlich eine Pause hatte bekommen sollen. Zudem musste erstmals Johannes Geis seit seinem Wechsel im Winter zu Beginn von draußen zuschauen. Für ihn rückte Louis Schaub in die Anfangsformation.

Moment des Spiels

Der FC sah nach drei Toren binnen sieben Minuten und einer zwei-Tore-Führung beim Tabellenschlusslicht eigentlich schon wie der sichere Sieger aus. Doch die Duisburger kämpften unerbitterlich und kamen durch Stoppelkamp erst zum 3:4, ehe Kevin Wolze einen Freistoß aus 18 Metern gefühlvoll ins rechte Eck schlenzte und die Schauinsland-Reisen Arena zum Überkochen brachte.

Die wichtigsten Szenen

Das Spiel begann denkbar schlecht für den Effzeh. Schon nach einer Minute wurde Stoppelkamp im Strafraum völlig alleine gelassen, der Duisburger bekam allerdings zu wenig Druck hinter den Ball. Besser machte es der Angreifer keine 60 Sekunden später, als er mit rechts ins lange Eck zur frühen Führung der Gastgeber vollendete, nachdem ihm Czichos und Kainz zu viel Freiraum gewährt hatten (2.). Nur kurze Zeit später hatten die Kölner bereits die Chance zum Ausgleich, als Cordoba einen klugen Pass von Hector in die Schnittstelle nicht an Wiedwald im Tor des MSV vorbeibringen konnte. Nach 19 Minuten hätte Iljutcenko auf 2:0 stellen können, doch sein Abschluss ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Wie aus dem Nichts viel in der 24. Minute der Ausgleich für den Effzeh: Kainz setzte sich auf links durch und steckte durch zu Schaub, der von einem Ausrutscher Hajris profitierte. Ohne Mühe fand der Österreicher in der Mitte Cordoba, der für sein 15. Saisontor nur noch seinen Fuß hinhalten musste. Doch die Freude über den Ausgleich währte beim mitgereisten FC-Anhang nur kurz. Fünf Minuten später konnten die Kölner einen Freistoß aus dem Halbfeld nicht klären. Lukas Fröde fiel die Kugel vor den Fuß und versenkte zum 2:1. Der Effzeh suchte nach der direkten Antwort, ein Schussversuch von Clemens ging jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (31.). Auch in der Folge war dem MSV die bessere Mannschaft. Die Kölner hatten der aggressiven Spielweise der Duisburger nur wenig entgegenzusetzen. Aus einer stabilen Abwehr heraus setzte das Tabellenschlusslicht immer wieder gefährliche Nadelstiche. So auch in der 35. Minute, als Schaub in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Souza klärte. In der 40. Minute scheiterte der starke Stoppelkamp knapp. Mit einer verdienten 2:1-Führung ging der MSV in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel übernahm der Effzeh sofort die Spielkontrolle und drängte den MSV in die eigene Hälfte zurück. Keine drei Minuten waren absolviert, da legte Terodde den Ball mit dem Rücken zum Tor auf den einlaufenden Schaub ab, der alle Duisburger stehen ließ und zum 2:2 einschob (47.). Kurze Zeit später tanzte erneut Schaub die MSV-Abwehr schwindelig und legte den Ball an den Sechszehner zurück, wo Clemens unbedrängt abziehen konnte, den Ball aber neben Das Tor setzte. Danach ging es Schlag auf Schlag: Erst verwandelte Cordoba eine perfekte Drexler-Flanke per Kopf zum 3:2. Nur Sekunden später chippte Terodde den Ball nach einem Zuspiel von Czichos zum 4:2 über Wiedwald ins Tor. Doch der MSV gab sich nicht geschlagen: Erst konnten die Zebras keinen Nutzen aus einem Fehler von Timo Horn schlagen, danach parierte der Keeper gegen Souza stark (60.). In der 71. Minute war Horn aber machtlos, als ein einfacher Pass durch die Schnittstelle die Kölner Abwehr aushebelte und Stoppelkamp zum 3:4 verkürzen konnte. Eine Minute später hätte die Schauinsland-Reisen beinahe Kopf gestanden, doch Horn konnte vor dem freistehenden Iljutcenko klären. Der Effzeh war im letzten Drittel des Spiels nur noch selten in der Offensive zu finden, aber wenn, dann wurde es gefährlich: Nach einem Freistoß von Geis scheiterte Czichos knapp an der vermeintlichen Vorentscheidung. Nur wenige Minuten später wurde die ausgelassene Chance prompt bestraft: Kevin Wolze schlenzte einen Freistoß aus 18 Metern ins rechte Eck zum 4:4-Ausgleich. Am Ende hatte der FC durch Chancen von Hector und Czichos in der Nachspielzeit den Sieg noch auf dem Fuß, es blieb jedoch bei der Punkteteilung.

Fazit

Zum Freuen: Den Vorsprung auf Rang drei trotz des Unentschiedens auf zehn Punkte ausgebaut.

Zum Ärgern: Eine schwache erste Halbzeit des Effzeh und eine verschenkte zwei-Tore-Führung.

Mann des Tages: Louis Schaub mit einem Tor und einer Vorlage bei seinem Startelf-Comeback.

Aufstellung

Horn – Sobiech, Höger, Czichos – Clemens (68. Risse), Hector, Kainz – Schaub (74. Geis), Drexler – Cordoba, Terodde

Tore

1:0 Stoppelkamp (2.)

1:1 Cordoba (24.)

2:1 Fröde (29.)

2:2 Schaub (47.)

2:3 Cordoba (53.)

2:4 Terodde (54.)

3:4 Stoppelkamp (71.)

4:4 Wolze (81.)

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