Der 1. FC Köln ist mit 0:3 (0:2) bei Dynamo Dresden untergegangen. (Foto: Imago/Dennis Hetzschold)

Peinlich-Pleite in Dresden: FC vergeigt Vorentscheidung

Der 1. FC Köln hat hochverdient mit 0:3 (0:2) bei Dynamo Dresden verloren. Vor allem defensiv zeigten die Geißböcke eine unterirdische Leistung. Damit hat sich der FC auch einen möglichen Aufstieg im nächsten Heimspiel gegen Darmstadt verspielt. 

Aus Dresden berichtet Marc L. Merten

Es war das Highlight-Spiel der bisherigen Saison des 1. FC Köln: Im Hinspiel fegten die Kölner Dynamo Dresden mit 8:1 aus dem RheinEnergieStadion. Damals trafen Simon Terodde und Jhon Cordoba zusammen gleich fünf Mal gegen die Sachsen. Letztgenannter bekam im Rückspiel nach 17 Partien in Folge von Beginn an zunächst eine Pause. Für ihn stand Anthony Modeste in der Startformation. Außerdem ersetzte Louis Schaub den verletzten Christian Clemens. Während Florian Kainz auf die rechte Seite rückte, lief Jonas Hector seit langer Zeit erstmals auf seiner angestammten linken Position auf. In der Mitte sollten Schaub und Dominick Drexler für Kreativität im Zentrum sorgen.

Ausgangslage

Nach der Punkteteilung von Union Berlin und dem Hamburger SV sowie dem Sieg des SC Paderborn über Holstein Kiel war klar, dass der 1. FC Köln den Aufstieg gegen Dynamo noch nicht würde perfekt machen können. Für einen Aufstieg am darauffolgenden Wochenende ließ der Ausgang der heutigen Partie jedoch drei Varianten zu: Bei einem Kölner Sieg in Dresden würde am kommenden Freitag gegen Darmstadt ein Punkt zum Aufstieg reichen, da der HSV noch sowohl gegen Paderborn als auch gegen Berlin ran muss und sich die Konkurrenten somit gegenseitig die Punkte wegnehmen. Bei einem Unentschieden in Dresden müsste gegen Darmstadt ein Sieg zu Aufstieg her. Würde sich Dresden allerdings für die Hinspielniederlage revanchieren und die Punkte im Rudolf-Harbig-Stadion behalten, müsste die Konkurrenz mithelfen, um den Aufstieg am kommenden Wochenende mit einem Sieg des FC über Darmstadt perfekt zu machen. Köln müsste dann jedoch die Ergebnisse des restlichen Wochenendes abwarten – der Aufstieg könnte dann “auf der Couch” perfekt gemacht werden.

Moment des Spiels

Der 1. FC Köln schien sich beim Stand von 0:2 gerade zaghaft in der Dresdener Hälfte festgesetzt zu haben, da stellte die eigene Abwehr seine Arbeit wieder ein. Erst ließ Duljevic Meré stehen, der den Dresdener nur mit einem Foul aufhalten konnte. Beim folgenden Freistoß blieb Horn auf der Linie kleben und Höger begleitete Berko nur bei seinem Kopfball zum vorentscheidenden 3:0.

Die wichtigsten Szenen

Die Kölner begannen vor einer herausragenden Kulisse geduldig und bemühten sich um einen geordneten Spielaufbau. Die erste Gelegenheit hatte Modeste nach einem Zuspiel von Drexler. Mit seinem schwächeren linken Fuß verzog der Franzose jedoch deutlich über das Tor (9.). Drei Minuten später traf Terodde nach einer Kopfballverlängerung von Hector zur vermeintlichen Führung, doch der Stürmer hatte zuvor deutlich im Abseits gestanden. Im direkten Gegenzug jubelten die Gastgeber: Nach einem langen Ball von Torhüter Schubert konnten weder Czichos noch Meré klären. So war Berko frei durch und musste nur noch über Horn zum 1:0 lupfen. In der Folge spielte Dresden die Kölner Schwachstelle in der Abwehr gnadenlos aus: Immer wieder überspielten die Schwarz-Gelben mit viel Tempo die hintere Kette des FC und brachte sich so aussichtsreich in Position. Kölns Mittelfeld schien sich an diesem Tag von der Trägheit der eigenen Abwehr anstecken zu lassen, denn auch nach vorne fehlte es an Ideen, um die beiden Stürmer in Szene zu setzen. Einzig ein Kopfball von Modeste nach einem Geis-Freistoß sorgte im Strafraum von Schubert noch annähernd für Gefahr. Vor allem Berko und Duljevic stellten die an diesem Tag gedanklich und körperlich langsame Kölner Abwehr immer wieder vor Probleme. Erst verpasste Duljevic selbst den Abschluss, als er stattdessen in die Mitte ablegte, wo Hector klären konnte. Danach stand der Dresdner bei einem Kopfball im Abseits. Wieder nur kurze Zeit später lief Duljevic Meré mit Ball weg, scheiterte aber am herauslaufenden Horn. Seine vierte Chance im ersten Durchgang ließ sich der 25-Jährige schließlich nicht mehr nehmen: Ein erneut langer Ball aus der eigenen Hälfte leitete den Angriff ein, Duljevic spielte einen einfachen Doppelpass mit Berko und umkurvte zum Abschluss Horn, bevor er locker zum 2:0 einschieben konnte (35.).

Auch nach dem Seitenwechsel war eine Leistungssteigerung der Kölner Fehlanzeige. Zwar hatte Kainz für die Gäste die erste Chance im zweiten Durchgang, als sein Abschluss ins lange Ecke gerade noch ins Toraus geklärt worden konnte. Wirklich gefährlich blieben jedoch die Dresdner. Erst kam Atik aus 17 Metern völlig frei zum Schuss, danach zeigte sich die FC-Abwehr erneut gegen den Torschützen aus dem Hinspiel viel zu passiv, sodass Atik an Höger vorbei frei auf Horn zulaufen konnte. Der FC konnte sich in dieser Szene bei seinem Schlussmann bedanken, dass die Partie nicht frühzeitig vorentschieden war. Nach 66 Minuten blieb Horn beim verdienten 3:0 dann auf der Linie stehen, als Höger Berko nach einem Freistoß von Kreuzer nicht entscheidend hinderte und der Dresdner per Kopf seinen zweiten Treffer markieren konnte. Dynamo blieb bis zum Schluss die bessere und willigere Mannschaft. Beim FC fehlte jegliches Aufbäumen gegen die Niederlage, sodass die Pleite in Dresden am Ende auch in der Höhe noch schmeichelhaft für die Kölner ausfiel.

Fazit

Zum Freuen: Das schöne Wetter an Ostersonntag.

Zum Ärgern: Wo soll man anfangen? Eine indiskutable Leistung versaut den Heim-Aufstieg gegen Darmstadt.

Mann des Tages: Hauptmann feierte an alter Wirkungsstätte sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Aufstellung

Horn – Meré, Höger, Czichos – Kainz, Geis (65. Koziello), Schaub (84. Hauptmann), Drexler, Hector, Modeste, Terodde (57. Cordoba)

Tore

1:0 Berko (12.)

2:0 Duljevic (35.)

3:0 Berko (66.)

 

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