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Spitze statt Spitzel! Ex-Kieler geben sportliche Antwort

Als die Gerüchte um eine „Spitzel-Affäre“ beim 1. FC Köln hochkochten, war schnell klar, gegen wen diese Attacke gerichtet war: gegen die ehemaligen Kieler Rafael Czichos und Dominick Drexler. Das Duo sollte als Teil der nach Köln gewechselten Holstein-Connection und Vertraute von Neu-Trainer Markus Anfang in Misskredit gebracht werden. Die Antwort darauf gab das Duo zuletzt auf dem Rasen.

Heidenheim/Köln – Wer mit Rafael Czichos oder Dominick Drexler spricht, erlebt zwei Profis, die in manchen Momenten nicht die aalglatt gebügelten Antworten geben, die man inzwischen von so manchem Fußballer hört und nicht mehr hören kann. Eloquent, mitunter nachdenklich und hintergründig, vor allem aber auch mal mit Ecken und Kanten – mit Czichos und Drexler kamen im letzten Sommer kluge Köpfe zum FC, wenngleich in der Zweiten Liga noch unerfahren trotz ihrer schon 28 Jahre. Jedoch erfahren genug, damit sich beide an einer Hand abzählen konnten, wer im Zuge der Spitzel-Affäre gemeint gewesen sein sollte.

In den vergangenen Wochen gaben sie die sportliche Antwort auf dem Rasen. Drexler stand bislang in jedem Pflichtspiel der Saison von Beginn an auf dem Platz. Czichos verpasste lediglich zwei Spiele, eines wegen einer Gelbsperre, ein zweites grippekrank. Beide glänzten gerade zuletzt: Drexler in der Offensive mit vier Toren und zwei Vorlagen in den sechs siegreichen Spielen in Folge, Czichos leitete in Heidenheim beide Treffer mit mutigen Vorstößen ein und hielt in drei der letzten vier Spiele, in denen er zum Einsatz kam, mit seinen Nebenleuten hinten die Null.

Die Ablöse spielen sie wieder ein

Die beiden Ex-Kieler machen keinen Hehl daraus, dass sie mit aller Macht zusammen mit dem FC in die Bundesliga wollen. Auch, um ihren Kritikern zu beweisen, dass Sportchef Armin Veh für das Duo zurecht insgesamt knapp 5,8 Millionen Euro investierte. Drexlers acht Tore und 14 Vorlagen in der bisherigen Saison lassen sich dabei recht leicht gegen seine Ablöse von vier Millionen Euro aufrechnen – auch, wenn im Sommer durch den Aufstieg noch einmal eine halbe Million als Prämie oben drauf kommen wird. Czichos‘ Leistung dagegen lässt sich weniger klar in Zahlen darstellen, obwohl der FC mit 31 Toren die inzwischen drittbeste Abwehr der Liga stellt. Czichos kommt laut der kicker-Datenbank auf 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe und auf eine Passquote von 89 Prozent. Im Vergleich zu Drexler fehlt bei dem Verteidiger aber der tatsächlich bezifferbare Gegenwert zu seiner Ablöse in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Ihrer wahrer Wert für den FC wird aber ohnehin erst in der Bundesliga zu bemessen sein. Veh betonte, die Transfers bereits mit Blick auf die Bundesliga getätigt zu haben. Diesen Beweis wollen Czichos und Drexler unbedingt ab August erbringen. Auch dafür legten sie nach der „Spitzel-Affäre“ in den letzten Wochen noch einmal zu und gehörten zu den Leistungsträgern und Schlüsselspielern des FC. „Für mich zählt nur der Aufstieg. Ich habe noch kein Erstligaspiel absolviert, da freue ich mich vielleicht ein bisschen mehr über den möglichen Aufstieg als andere Spieler“, sagte Drexler nach dem 2:0 in Heidenheim. Schon bald dürfte die Zeit gekommen sein, da sie sich auch wirklich freuen können.

1 Antwort
  1. major says:

    Die vermeintlichen „Opfer“ waren schon immer klar, aber wer ist denn der „Täter“ ?
    Den hat man immer noch nicht gefunden. Irgendjemand muss doch diese Geschichte in die Welt gesetzt haben und ich glaube nicht, daß das reine Erfindung des „Sportbuzzer“ aus dem Blauen heraus war.

    Die hat jemand benutzt und die Frage ist doch: wer ? Der Sportbuzzer hat seine Quelle nicht verraten und blieb auch nach dem Veh’schen Scheissessturm bei seiner Story, was eher darauf schließen ließ. daß die Quelle noch mal gecheckt wurde (auch in der redaktionellen Hierarchie des Sportbuzzer).

    Am Ende bleibt WIEDER eine unaufgeklärte Heckenschützenaffäre und damit das Gefühl, daß man beim Effzeh jederzeit verraten und verkauft sein kann. Keine gute Vereins- und Unternehmenskultur.

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