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Misserfolg „schädlich für den FC“: U21 bekommt Kaderplaner

Die U21 des 1. FC Köln hat Beeindruckendes vorzuweisen – zumindest in den vergangenen Wochen. Unter André Pawlak gelang am Freitagabend beim Tabellenführer Viktoria Köln der fünfte Sieg in Folge und damit der Sprung auf Rang 13 in der Regionalliga West. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FC große Probleme in der U21 hat – kurzfristig und langfristig. Größere Veränderungen stehen deshalb bevor. 

Köln – Die kurzfristigen Probleme sind offensichtlich, denn der Effzeh hat den Klassenerhalt längst nicht geschafft. Weil Wattenscheid am Wochenende gegen Kaan-Marienborn gewann, ist Rang 15 weiterhin nur zwei Punkte entfernt. Und weil es am nächsten Samstag um 14 Uhr im Franz-Kremer-Stadion zum direkten Duell zwischen der U21 des 1. FC Köln gegen der SG Wattenscheid 09 kommt, haben die Geissböcke noch nichts gewonnen. Nur der sechste Sieg in Serie und drei weitere Punkte gegen den direkten Konkurrenten und Traditionsklub aus Bochum würden dem FC echte Erleichterung verschaffen.

Dass die U21 allerdings überhaupt in der Lage ist, mit einem Sieg am kommenden Samstag eine Lücke zu den Abstiegsrängen zu reißen, ist nach zehn Punkten aus 17 Hinrundenspielen eine beachtliche Leistung – und der Verdienst von Trainer André Pawlak. Der 48-Jährige hatte im vergangenen November zum zweiten Mal die U21 übernommen, um sie vor dem Absturz in die Fünfklassigkeit zu bewahren. Zum zweiten Mal scheint ihm dies zu gelingen.

Ich bin sehr zufrieden mit André Pawlak

Das ist auch Sportchef Armin Veh nicht entgangen. Der einstige Bundesliga-Trainer hält viel von seinem Kollegen und wichtigsten Mitarbeiter in der U21. „Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit von André Pawlak“, sagte Veh dem GEISSBLOG.KOELN. Pawlak, der gerade erst seinen Fußballlehrer beim Deutschen Fußball-Bund gemacht hat, soll über die Saison hinaus die U21 betreuen und sie nach dem gelungenen Klassenerhalt in ruhigere Gefilde in der Regionalliga führen. „Wir müssen nicht Fünfter werden, aber wir dürfen nicht jedes Jahr gegen den Abstieg kämpfen“, betonte Veh. „Das ist schädlich für die Mannschaft und den Klub. Deshalb müssen wir die U21 weiter aufwerten.“

Diese Aufwertung hatte man beim FC schon in den letzten Jahren vor, doch es war bei Lippenbekenntnissen geblieben. Jahr für Jahr spielte die U21 letztlich doch gegen den Abstieg. Jahr für Jahr scheiterte der Versuch, den Talenten erfahrene, stabile und leistungsstarke Routiniers als Gerüst zur Seite zu stellen. Jahr für Jahr wechselte in der Folge während der Saison oder im nächsten Sommer der Trainer. Kontinuität? Fehlanzeige! Stattdessen bekamen die Talente kaum einmal die Möglichkeit, sich in einem ruhigen Umfeld zu entwickeln. Der Abstiegskampf, das betonte auch Veh, verhinderte zuletzt immer wieder positive, weil stressfreie Entwicklungen jener Talente, die man eigentlich beim FC von der U19 über die U21 zu den Profis heranführen sollte.

Die U21 ist der beste Unterbau, den wir haben können

„Die U21 ist der beste Unterbau, den wir haben können, um unsere Talente zu entwickeln“, sagte Veh. „Deswegen würde ich die U21 auch nie abmelden.“ Und doch muss sie gestärkt werden. Pawlak soll darin eine Schlüsselrolle spielen. Der Trainer, der intern viele Fürsprecher hat, die ihm auch größere Jobs in höheren Ligen zutrauen, soll eine Perspektive aufgezeigt bekommen, um sich längerfristig an den FC zu binden. Und wie der GEISSBLOG.KOELN erfuhr, wird ihm zur Unterstützung ab sofort ein weiterer Mitarbeiter zur Seite gestellt: ein Kaderplaner, ausschließlich für die U21.

Um die Transfers und Spielerentwicklung von den Nachwuchsmannschaften über die U21 zu den Profis noch besser betreuen zu können, suchte der FC zuletzt einen neuen Mann an Pawlaks Seite, der der Leitung des Nachwuchsleistungszentrums unterstellt ist. Die Anforderung: gute Kenntnisse der Regionalligen, ein Überblick über die besten Talente und Spieler in der Oberliga und ein Blick auf Spieler aus der Dritten Liga, die an einem Projekt wie der U21 des 1. FC Köln interessiert sein könnten.

Manfred Schadt kehrt zum FC zurück

Nach GBK-Informationen wurde ein solcher Mann bereits gefunden – und er ist ein alter Bekannter am Geißbockheim: Manfred Schadt arbeitet ab sofort wieder für den 1. FC Köln in der neuen Funktion des Kaderplaners und damit im Hintergrund an der Zusammenstellung der nächstjährigen Mannschaft der U21. Der 59-Jährige war viele Jahre als Jugendtrainer der Geissböcke beschäftigt, gewann 2013 mit der U19 den DFB-Pokal, bekam anschließend aber keinen neuen Vertrag mehr. Er wechselte zu Viktoria Köln und betreute dort ebenfalls die U19. Nun kehrt er zum FC zurück. Ob Schadt die Regionalligen Deutschlands tatsächlich so gut kennt, wie man sich das am Geißbockheim erhofft, muss sich erst noch zeigen. Doch der Schritt, einen Kaderplaner explizit für die U21 zu installieren, zeigt: Der FC meint es ernst mit dem Ziel, die zweite Mannschaft aufzuwerten. Dafür muss aber zunächst der Klassenerhalt perfekt gemacht werden.

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