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Auf das neue Trainer-Trio wartet eine große Aufgabe

Nun ist es also perfekt: Achim Beierlorzer wird mit André Pawlak und Manfred Schmid als Assistenztrainer seinen Job beim 1. FC Köln übernehmen. Am Donnerstag stellte sich der neue Chefcoach am Geißbockheim vor. Auf das neue Trainer-Trio wartet eine große Aufgabe bei den Geissböcken: Der Klassenerhalt wird ein Kraftakt – nicht nur sportlich.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Dass sich Sportchef Armin Veh nicht nur für Beierlorzer, sondern auch für Pawlak und Schmid als Co-Trainer entschieden hat, ist ein deutliches Signal. Erstens, dass die beiden künftigen Assistenten als Interimsduo einen guten Job gemacht und der Mannschaft den Spaß zurückgeben haben. Zweitens, dass in den kommenden Monaten eine der Hauptaufgaben des Trainerteams sein wird, die Spieler wieder zu einer Einheit zu formen. Und drittens, dass man die Rolle der Assistenztrainer beim FC in der Vergangenheit unterschätzt hat.

Aus Spielerkreisen war in den letzten vier Wochen klare Worte zu hören: Pawlak und Schmid hätten einen Schuss Lockerheit zurückgebracht, Verkrampfungen gelöst und auch das Verhältnis der Spieler untereinander wieder verbessert. Unter dem ehemaligen Trainerteam mit Markus Anfang, Tom Cichon und Florian Junge habe das Binnenverhältnis nicht gestimmt, einige Spieler hätten sich links liegen gelassen und chancenlos gefühlt, andere Kicker hätten sich wiederum ohne wirkliche Verdienste wie Platzhirsche verhalten. Der Friede in der Kabine war brüchig, die Stimmung schwankend, dass jetzt alle Spieler froh sind über den Urlaub, ist ein klares Signal, dass vor allem menschlich eine Menge Arbeit vor dem neuen Trainer-Trio liegt.

Drei Trainer mit menschlichen Qualitäten

Beierlorzer kommt mit Vorschusslorbeeren aus Regensburg, ein emphatischer, authentischer Trainer zu sein, der in der Lage ist, eine Mannschaft als nahbarer Typ menschlich locker führen zu können. Von Schmid weiß man dies bereits aus der erfolgreichen Zeit mit Peter Stöger. Und wer sich bei der U21 umhört, trifft auf Spieler, die gerade die psychologischen Qualitäten Pawlaks loben. Ein Trio also, das als Gegenentwurf zum vorherigen Trainerteam wirkt – und für das große und schwere Ziel des Klassenerhalts in der kommenden Saison die Spieler wieder ans Laufen bringen muss.

Denn klar ist: Im Sommer werden die FC-Profis einen Schalter umlegen müssen. Die Zweite Liga forderte das Team sportlich kaum, die Mannschaft war fußballerisch weit überlegen und gewann immer dann, wenn sie musste und die Punkte brauchte. Zu häufig waren die Spieler jedoch geneigt, nicht an die 100 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit zu gehen. Heraus kam eine Saison mit Höhen und Tiefen und dem Gefühl, dass trotz des Aufstiegs keine richtige Freude über das Erreichte aufkommen wollte.

Schmid weiß: Es ist eine Frage der Bereitschaft

Jetzt kommt mit Beierlorzer ein Trainer, der ein laufintensives, aggressives Spiel von seiner Mannschaft sehen und damit den Klassenerhalt erreichen will. Doch es wird nicht ausreichen, den Spielern die nötige Fitness in die Beine zu trainieren, sondern auch die erforderliche Bereitschaft in die Köpfe zu bringen, um einen solchen Spielstil umzusetzen. Die Rückkehr in die Bundesliga wird die Motivation der Spieler automatisch erhöhen. Für den Abstiegskampf muss die Mannschaft aber auch wieder zu einer Einheit werden, die bereit ist, füreinander zu arbeiten. Unter Stöger und Schmid war dies stets die Erfolgsformel. Doch Schmid weiß selbst am besten, dass diese Formel in sich zusammenbricht, sobald die Spieler nachlassen. Genau da wird das Trainer-Trio ab Juli ansetzen müssen.

11 Kommentare
  1. Boom77 says:

    Also in dem Artikel steckt nun wirklich mal eine Kritik an Veh als GF Sport, die dann auch berechtigt ist… Wie kann man gerade als ehemaliger Trainer die Funktion und die Frage nach den Co-Trainern unterschätzen?… Er muss doch mit am besten wissen, wie wichtig Co-Trainer für das Training und das Mannschaftsgefüge sind. Da hätte man durchaus einen tieferen Blick auch auf diese Personalie werfen und diese kritischer beurteilen müssen.

    • CJ EFFZEH says:

      Oh mein Gott, was ein komisches Zerpflücken des Artikels und eine subjetive Meinung einer subjektiven Bewertung.

      Man kann auch sagen, Armin Veh hat Fehler erkannt und diese mit der Installation dieser drei Persönlichkeiten behoben. Eine Bewertung der Co-Trainer hat Armin Veh eh nicht zu verantworten gehabt. Wie man hört war Markus Anfang schon vorher als Trainer weitgehend gesichert.

      Ich sehe diese Zusammenstellung als sehr spannend, auch wenn ich Pawlak noch gerne in der U21 gesehen hätte, weil ich glaube es wäre auch da mehr möglich als das jährliche gegen den Abstieg spielen. Mal sehen wie sich Kevin McKenna dort macht, so fern er auch da bleiben darf.

    • J B says:

      Ich glaube immer noch das Schmid nicht ausschließlich als Chefscout geholt worden ist, sondern auch eine Option war als Co-Trainer wieder eingesetzt zu werden. Daher hat Veh die Zeichen der Zeit schon erkannt.
      So, werde jetzt mal recherchieren wie häufig ein Co-Trainer in der Bundesligahistorie zum Chefscout gemacht worden ist.

  2. J B says:

    Ich finde die Formulierung „Ein Trio also, das als Gegenentwurf zum vorherigen Trainerteam wirkt…“ irgendwie falsch, so als wäre es nie ein Anliegen des Anfang-Team gewesen nahbare Trainer zu sein und ein eingeschworenes Team zu formen. Ersteres war Anfang meiner Meinung nach schon nur ist ihm und seinem Team zweiteres nicht geglückt. Aber die Absicht dazu hat jeder Trainer eines Mannschaftsports.

    • major says:

      Wie schon mal in einem anderen Artikel geschrieben, sollte Anfang die Aussendarstellung SEINES Teams überdenken. Wenn die selbst einen desolaten Eindruck machen, steht man hilflos da. Anfangs Co-Trainer waren da wichtiger alsdas viele denken (so wie ein Teammanager aus Kadersicht auch viel viel wichtiger ist als Co-Trainer).

      Wenn Beierlorzer, Pawlak und Schmid gut miteinander können habe ich Zuversicht. Bei Schmid hoffe ich, daß er sich mit der Co-Rolle abfindet. Er wollte ja wohl immer Cheftrainer werden – sagt Heckenschütze Stöger.

  3. major says:

    Zwei Lehrer im Trainerstab. Eine weitsichtige Maßnahme für die bockigen Kinder im Kader :)

    So wie Veh sich jetzt festgelegt hat, ist sein Schicksal beim FC damit verknüpft. Aber er geht da auch kein zusätzliches Risiko ein, denn das war schon vorher klar.

    Was mal wieder daneben ist, sind diese großspurigen Ansagen von Veh, daß man diese und jene Verpflichtungen für den Kader und Scoutung in Kürze vorstellen wird. Den eigenen Affekt zu beherrschen ist echt nicht sein Ding. Schweigen und machen statt blöken und eventuell als Bettvorleger landen.

  4. Holger says:

    Ich glaube nicht, dass das vorherige Trainerteam nicht auch bemüht war ein Team zu formen.
    Allerdings glaube ich, dass sie zu starrsinnig und unflexibel waren.
    Es ist etwas anderes Kieler Spieler vom Spielsystem zu überzeugen und mitzunehmen als den Kader des FC :-)
    Beim FC sind nun einmal ein paaaaar andere Charaktere zu finden!
    Selbstsicherer und zum Teil Selbstüberschätzend, daran ist das Trainerteam dann wohl verzweifelt…..ist nur mein subjektives Gefühl :-)

  5. Gerd Mrosk says:

    Meine Einschätzung war richtig,das man grundsätzlich „Ausschau“ hält nach anderen Trainern.Ich fand das ehrlich und gut,das das mal kommuniziert wird ohne das danach gefragt wurde.War natürlich auch mein Wunsch ,das jetzt jemand sofort parat steht,wenns mit Anfang nicht klappt.Ich denke Pawlak hatte nie ne Chance,wäre nur ne Option gewesen wenn Beierlorzer urkomisch no sagt.Ja klar muss das Binnenverhältnis stimmen zwischen ALLEN im Trainerteam und der Mannschaft.Ob das jetzt jemand unterschätzt hat ist nebensächlich,auch wenn es Veh war.Es stand über allem der Schritt Aufstieg und der war praktisch nur im Februar kurz gefährdet(klar,nur meine Sichtweise).Jetzt hat Veh ein Team installiert an dem er gnadenlos gemessen werden wird ohne Wenn und Aber.Da kann er locker mit Leben.Von Spielern,die wohl sicher an der Angel sind hab ich eigentlich nichts gehört,aber die Scoutingfrage brennt auch mehr unter den Nägeln.Ich denke da hat uns Veh nicht ein X für ein U vorgemacht.Eigentlich ist der Zeitpunkt perfekt für einen kompletten Neustart.Ich bin zuversichtlich ,was die Zukunft der Mannschaft mit dem neuen Trainerteam betrifft.Aber major hat natürlich Recht,das mit dem Präsidium ist ein völlig andere Baustelle ,die dringendst abgearbeitet werden sollte,besser gestern als heute.Auch die Reputation eines Vereines kann Dinge in die Wege leiten,die uns sportlich endlich in ruhigere Fahrwässer bringen kann.Ganz oben muss das Fundament angerührt werden.

  6. NICK says:

    Ich verstehe trotzdem nicht, warum der FC immer Leute für wichtige Positionen holt, die dann kurzfristig darauf wieder unbedingt was anderes machen wollen – war so beim U21-Trainer, beim Leiter Jugend, jetzt beim Chefscout…hier gehts wahrscheinlich auch wieder nur ums Geld…

    Nach der so positiven Entwicklung der U21 hätte ich Pawlak dort gernd weiter gesehen, aber auch verdieng man ald Bundesliga-Co sicher mehr…

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