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Beierlorzer ist da: Kann sich Veh jetzt zurücklehnen?

Armin und Achim: Das neue Duo der sportlichen Leitung beim 1. FC Köln will die Geissböcke in der kommenden Saison in der Bundesliga etablieren. Gelingt Armin Veh und Achim Beierlorzer der Erfolg in Liga eins? Am Donnerstag hat sich der neue Chefcoach am Geißbockheim vorgestellt. Veh hofft, mit dieser Personalie etwas zu erreichen, was ihm bislang nicht gelang.

Köln – Am Mittwoch war Achim Beierlorzer in Köln angekommen und hatte sofort die Gespräche gesucht. Mit seinen künftigen Assistenztrainern André Pawlak und Manfred Schmid, mit dem erweiterten Trainerteam um Andreas Menger, Max Weuthen, Dennis Morschel sowie die medizinische Abteilung. Am Donnerstag stellte sich der 51-Jährige dann an der Geschäftsstelle und vor Beginn des Trainings seiner künftigen Mannschaft vor.

Während Pawlak und Schmid die Spieler dann auf den Rasen führten, um sich auf das letzte Freundschaftsspiel der Saison am Freitagabend in Porz vorzubereiten, traten Beierlorzer und Sportchef Veh vor die Presse und erklärten, wie es zu dem Wechsel des Trainers vom SSV Jahn Regensburg zum Effzeh kam. Der FC hatte sich für die Präsentation etwas einfallen lassen, hatte im Restaurant am Geißbockheim die sonst schlichte Einrichtung mit einem extra installierten Podium aufgehübscht, zwei Gips-Geissböcke mit Schals und Fahne sowie ein kleines Tor und eine Hans-Schäfer-Südkurven-Fotowand aufgestellt. Der neue Trainer sollte einen warmen Empfang bekommen, waren die vergangenen Wochen beim FC doch eher kritisch und skeptisch mit Blick auf die Bundesliga verlaufen.

Das alles Entscheidende ist die Menschenführung

Beierlorzer versuchte direkt, diesem Eindruck zu widersprechen. Positiv, optimistisch, eloquent und offen präsentierte sich der künftige Cheftrainer und gab sich mit einer Lockerheit, die seinem Vorgänger Markus Anfang in all den Monaten nie vergönnt war. „Ich freue mich riesig mit dieser Mannschaft in die Bundesliga zu gehen“, sagte der frühere Mathematik- und Sportlehrer. „Zweitliga-Meister zu werden ist eine riesige Leistung. Wenn man in dieser Art und Weise aufsteigt, das weiß ich aus meiner Zeit in Leipzig, braucht man eine Bundesliga-Mannschaft. Wir sprechen auf fast allen Positionen über absolute Topspieler, teilweise mit riesiger Bundesliga-Erfahrung. Deshalb kann ich es nicht ganz nachvollziehen, dass die Mannschaft so kritisch beäugt wird.“

Der künftige Trainer vergeudete keine Zeit, für einen optimistischen Blick in die kommenden Monate zu werben. Beierlorzer gab sich keinen Illusionen hin, dass es beim FC in der kommenden Saison um etwas anderes gehen könnte als um den Klassenerhalt. Doch der 51-Jährige versuchte, aus dieser Aufgabe eine positive Zielsetzung zu formulieren. „Als ich vor zwei Jahren nach Regensburg kam, war der Klub gerade aus der Dritten Liga aufgestiegen. Damals hieß es: ‚Wie sollen wir mit dieser Mannschaft jemals den Klassenerhalt in der Zweiten Liga schaffen?‘ Am Ende sind wir Fünfter geworden. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass wir Fünfter werden – das habe ich nicht gesagt“, beeilte sich Beierlorzer lächelnd hinzuzufügen. „Was ich damit sagen will: Wir müssen positiv an die Sache herangehen. Wir können hier etwas erzeugen.“

In der gut halbstündigen Pressekonferenz wurde schnell deutlich, wofür Beierlorzer stehen will. „Der wichtigste Punkt, das alles Entscheidende, ist die Menschenführung, die Spieler in einem Ziel zu vereinen. Das müssen wir Fußballtrainer täglich umsetzen. Da hilft mir mein Beruf als Lehrer, aber auch meine Rolle als Familienvater und meine Geschichte, als jüngstes von neun Kindern in einer großen Familie aufgewachsen zu sein.“

Damit ich nicht mehr so häufig da sein muss…

Veh selbst hielt sich am Donnerstag während der Pressekonferenz zurück, der Fokus lag auf dem neuen Trainer. Der Sportchef erklärte lediglich, dass er hoffe, mit Achim Beierlorzer, André Pawlak und Manfred Schmid das richtige Trainerteam für die Mission Klassenerhalt gefunden zu haben. Er habe Beierlorzer schon länger beobachten lassen, um zu wissen, wie der 51-Jährige trainieren lasse, mit einer Mannschaft umgehe und diese taktisch entwickele. Schließlich hätten ihn die Gespräche mit dem Fußballlehrer überzeugt, um diesem die Aufgabe zu übertragen. „Ich bin überzeugt, dass Achim zum FC passt und ich mich dann auch mal zurücklehnen und Home Office machen kann und nicht mehr so häufig da sein muss, weil ich die Mannschaft in gute Hände gegeben habe.“

Eine Aussage, die der Sportchef zwar mit einem Lachen garnierte, die aber durchaus Gewicht hat. In seinen ersten anderthalb Jahren als Geschäftsführer Sport setzte Veh zunächst auf Stefan Ruthenbeck und später auf Markus Anfang. Insbesondere die Verpflichtung Anfangs erwies sich als perspektivisch nicht kompatibel mit der Mannschaft und dem Klub. Veh musste bekanntlich früh in der Saison eingreifen und fühlte sich offenbar gezwungen, sein Trainerteam über den Saisonverlauf stärker betreuen zu müssen als ihm lieb gewesen wäre. Mit Beierlorzer, Pawlak und Schmid soll dieses Coaching der Coaches ein Ende haben. Zurücklehnen kann sich Veh in den kommenden Wochen allerdings trotzdem nicht. Denn der neue Trainer verwies darauf, dass bei allem Lob für den bestehenden Kader in der Defensive personell noch nachgelegt werden müsse. Doch da sind sich Trainer und Sportchef einig.

17 Kommentare
  1. Flizzy says:

    Wenn es nach der allgemeinen Meinung im effzeh-Forum geht, dann leht sich Veh schon seitdem er hier ist zurück. Dazu trinkt er dann Wein, beißt genüßlich dazu in den Käse und schaut ins Tal der Zufriedenheit.

    Ich habe es genau einen Monat in dem Forum ausgehalten…

  2. Anti Raute says:

    Konditionstraining macht mit Sicherheit nicht Beierlorzer. Dafür haben wir die Co Trainer…Schmid weiß ja nun, wie es NICHT geht, er wird den gleichen Fehler wohl nicht ein 2. Mal machen.

    Ohne die notwendigen Transfers ist alles nicht bemerkbar. Mit dieser Mannschaft geht es nur um Platz 15 oder 16. Wir können nur hoffen, dass Union noch mit aufsteigt, aber daran glaube ich leider nicht.

    • Gerd Mrosk says:

      Richtig,auf Fitness wird richtig richtig viel Wert gelegt.Erstens der schlechten Erfahrung geschuldet,aber auch der Spielidee des neuen Trainers,jederzeit aktiv zu sein .Bin gespannt ,wen man dazu holt und wie alles umgesetzt werden kann.1. Pressekonferenz ,die auch mal aussagekräftig war für den Otto Normalmitgliedsbeitragzahlerdauerkartenkonsument

  3. Holger says:

    Ich werde nicht müde es zu wiederholen :-)
    In dieser Mannschaft steckt wesentlich mehr als sie bisher gezeigt hat.
    Diese Mannschaft wurde mit Ausnahme von Cordoba komplett zurück entwickelt!
    Nun gilt es den Rückwärtsgang raus zu nehmen und mit 3-4 sinnvollen Verstärkungen nach vorne zu gehen und dann ist auch ein guter Mittelfeldplatz drin.
    Wir müssen auf den Kader und auch den bisher vernachlässigten Nachwuchs bauen!
    Was wir definitiv brauchen sind mindestens 1 IV und ein richtig guter DM.
    Meine subjektive Meinung, bin aber nur Fan und kein Fachmann :-)

  4. Matthias says:

    Herr Merten, kapieren sie denn nie, dass Markus Anfang schon verpflichtet war, bevor Veh seine Tätigkeit beim FC angetreten hat?
    Aber sie versuchen immer und immer wieder Armin Veh Fehler anzuhängen, machen das aber äußerst ungeschickt und mit falschen Sachverhalten!

    • Jose Mourinho says:

      Belege? Immer wieder wird diese Geschichte erzählt. Weil Herr Veh sich ja sonst kaum mit den Ellebogen durchsetzt? Natürlich wollte er Anfang auch. „Markus Anfang ist ein Trainer, der einer Mannschaft erkennbar eine Handschrift mit auf den Weg geben kann“, wird FC-Geschäftsführer Armin Veh in einer Vereinsmitteilung zitiert. „Das hat er in Kiel bereits unter Beweis gestellt. Gerade in der Rückrunde hat er gezeigt, dass er auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich arbeiten kann und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.“
      Im Übrigen kann man Veh vieles vorwerfen, aber Anfang zu holen war ja objektiv keine schlechte Idee damals und hat auch den Aufstieg gebracht.

      • Gerd Mrosk says:

        Sagen wir mal so,abgenickt hat er ihn schon,was blieb ihm auch anderes übrig.Einerlei,diese Nachkarterei bringt jetzt keinen weiter.Veh äussert ja zwischen den Zeilen,das er jetzt seine Hausaufgaben gemacht hat und machen wird mit der Scoutingabteilung und den Neuzugängen.Die Bundesliga wird alle möglichen Fehler offenbaren,schonungslos.

    • Gerd Mrosk says:

      Scheint so als springen hier einige auf den Zug auf,das hier Politik im Blog verfolgt wird.Andererseits belächelt man andere Foren.Ja was denn nu?Ich lass mich überhaupt nicht beeinflussen was meine Meinung betrifft,sondern hinterfrage eher noch mehr,also so what?Veh hat weder den Trainer verpflichtet noch sein Veto eingelegt.Mal nüchtern betrachtet.Was ich aber grottig finde ist ,wenn man hier das Forum madig macht mit Unterstellungen.Einfach weg bleiben und woanders schreiben wäre ne Alternative,denn Journalismus bleibt Journalismus

  5. major says:

    „Wir sprechen auf fast allen Positionen über absolute Topspieler…“…dazu noch die „Strahlkraft des Koloss Effzeh“…
    Hat der sich in der Postleitzahl vertan? „ABSOLUTE TOPSPIELER“ ???
    Der Hoeneß soll ja schon einen „Notfallplan Köln“ ausgerufen haben. Es herrscht Alarm in München, Leipzig und Dortmund!

    Gibt doch wieder Punktabzug bei meiner Zuversichtsnote…

    • Gerd Mrosk says:

      Der ist halt sehr zuversichtlich ,das er Spieler A-Z wieder in seine eigentliche Form bringen kann,dazu 2-3 Neuzugänge integrieren kann und dann ab ins Abenteuer Bundesliga.Ich hab nix gegen Aufbruchsstimmung von nem Neuen,allerdings setzt er sich mit derlei Einschätzungen natürlich auch unter Bringschuld.Ich trau im jedenfalls zu im Verbund mit dem Trainerteam ,das sogar besser performt wird von einigen abgeschriebenen in Liga 1

  6. Holger says:

    Ich denke das neue Trainerteam wird fördern und fordern.
    Wenn er einen schnellen aktiven Fussball spielen will, dann wird er die Spieler schon fit machen und wer nicht mitzieht, der wird nicht spielen.
    Er sagt, in seinem System findet sich jeder schnell zurecht, somit hat er Zeit um Grundlagen zu powern :-)
    Richtig so !

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