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Verhaltene Aufstiegsparty: „Hatten unsere Emotionen schon ausgelebt“


Der 1. FC Köln hat nach der 3:5 (0:3)-Pleite gegen den SSV Jahn Regensburg die Zweitliga-Meisterschaft und damit die Rückkehr in die Bundesliga gefeiert. Es war eine verhaltene Party, was nicht nur dem bitteren Ergebnis geschuldet war.

Köln – Als Schiedsrichter Dr. Robert Kampka das letzte FC-Heimspiel der Saison um 17:23 abpfiff, liefen die ersten Köln-Fans auf das Spielfeld. Ein Platzsturm sollte es jedoch nicht werden. Eher eine vorsichtige, ruhige Platzbegehung ohne die ganz große Aufregung und Explosion der Gefühle. Das hatte sich allerdings schon angedeutet, denn während der Partie wurde es am lautesten, wenn auf dem Platz eigentlich gar nichts passierte. Sondern auf der Anzeigetafel.

Der HSV verspielt den Aufstieg

Mehrfach waren die Zwischenergebnisse der anderen Zweitliga-Paarungen im Stadion eingeblendet worden. Besonders im Blick hatten die Zuschauer dabei die Spiele zwischen Union Berlin und Magdeburg sowie natürlich das direkte Aufstiegs-Duell zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV. Als nach einer halben Stunde zum ersten Mal die Zwischenstände gezeigt wurden, brandete großer Jubel auf. Union und Paderborn führten – der HSV drohte den Aufstieg endgültig zu verspielen.

Im zweiten Durchgang nahm der FC die eigenen Zuschauer aufgrund einer Leistungssteigerung und dreier Treffer dann endlich auch selbst emotional mit. Am lautesten wurde es allerdings weiterhin, wenn die Ergebnisse der anderen Plätze eingeblendet wurden – und der HSV erst 0:2, dann 1:3 und schließlich 1:4 hinten lag. Dass der Effzeh trotz einer Aufholjagd gegen Regensburg am Ende nicht mehr zum Ausgleich kam, spielte keine große Rolle mehr, wenngleich spätestens nach dem 3:4 durch Anthony Modeste noch mal eine Eruption durch Müngersdorf ging.

Wir haben unsere Emotionen letztlich in Nürnberg ausgelebt

„Am Ende war uns das Ergebnis scheißegal. Wir freuen uns über die Meisterschaft und den Aufstieg“, meinte Armin Veh nach dem Spiel. „Am Ende musst du auch einfach feiern können, wenn du das ganze Jahr für dein Ziel gekämpft hast“, sagte der Sportchef. Dass die Stimmung trotz allem wenig überschwänglich daher gekommen war, erkannte aber auch er.

„Es ist natürlich etwas anderes, wenn du den Aufstieg unmittelbar nach dem Spiel geschafft hat. Dann ist es emotionaler. Wir haben unsere Emotionen letztlich in Nürnberg ausgelebt, an dem Abend, als wir die Meisterschaft klargemacht haben. Das ist natürlich etwas anderes“, sagte Veh. So wurde es für Spieler und Fans einr Meisterparty mit angezogener Handbremse. Auch die anschließende Pressekonferenz verlief kurios.

Der neue und der alter FC-Trainer

Nebeneinander saßen der aktuelle und der künftige Köln-Trainer: André Pawlak und Achim Beierlorzer. Erst überraschten einige FC-Profis um Vize-Kapitän Marco Höger Pawlak mit einer Bierdusche vor laufenden Kameras. Bei den anschließenden Fragen der Medienvertreter drehte sich aber fast alles nur noch um Regensburg-Coach Beierlorzer und sein bevorstehendes Engagement beim 1. FC Köln.

Der Trainer des SSV Jahn Regensburg versuchte den Fragen der Reporter auszuweichen und verriet doch, dass er sich bereits Gedanken um seinen neuen Job macht. Bereits am Dienstag könnte Beierlorzer als neuer FC-Trainer präsentiert werden. Die PK war der Abschluss eines Tages, an dem sich beim FC alles zwischen den Stühlen bewegt hatte: zwischen Zweiter Liga und Bundesliga, zwischen Niederlage und Aufstiegsparty, zwischen altem und neuem Trainer. Es fühlte sich an wie der Abschluss der Saison. Nicht nur, weil Stadionsprecher Michael Trippel zwischenzeitlich vom „letzten Spieltag“ gesprochen hatte. Dabei steht noch ein Duell an – am kommenden Sonntag in Magdeburg.

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