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Tage der Wahrheit: Trainer- und Vorstandsfrage geklärt

Die Trainerlösung: Achim Beierlorzer

Heute soll die Scharade enden: Der 1. FC Köln will die Karten auf den Tisch legen. Am Sonntag haben sich die Gremien der Geissböcke getroffen und erst den künftigen Trainer bestätigt und später über das vom Mitgliederrat ausgewählte Vorstandsteam beraten. Das Versteckspiel hat ein Ende.

Köln – „Das ist echt eine blöde Situation für euch“, sagte Achim Beierlorzer am Sonntag nach dem Spiel auf der Pressekonferenz grinsend. „Es ist doch auch mal ein guter Ansatz für Journalisten, Geduld zu zeigen.“ Der Trainer des SSV Jahn Regensburg hatte seinen Spaß daran, nichts zu sagen und doch zu verraten, dass er der nächste Trainer des 1. FC Köln wird.

Diese Entscheidung stand schon vor dem Spiel fest. Da hatte der Gemeinsame Ausschuss des FC getagt und war dem Vorschlag von Sportchef Armin Veh gefolgt, Beierlorzer als Trainer zu verpflichten. Der Beschluss war letztlich nur noch Formsache gewesen. Denn klar war auch: Hätte sich das Gremium gegen den Veh-Vorschlag gestellt, hätte der Geschäftsführer Sport wohl hingeschmissen. Zwar kann man beim Effzeh in diesen Monaten fast nichts mehr ausschließen, doch dieses Szenario war dann doch kaum vorstellbar gewesen. Und so beschloss das siebenköpfige Gremium (drei Vorstände, die Aufsichtsrats- und Beirats-Vorsitzenden, zwei Mitgliederrats-Vorsitzende), dass der 51-jährige Noch-Trainer des SSV Jahn Regensburg auf Markus Anfang und André Pawlak folgen wird.

Veh lobt Spielstil unter Beierlorzer

„Ich möchte dazu nichts sagen, aber natürlich ist es hier toll“, sagte Beierlorzer nach dem 5:3-Sieg seiner Mannschaft in Köln. Der künftige FC-Coach hatte eine Duftmarke hinterlassen. Das fand auch Veh, der später lobte: „Regensburgs Spiel ist sehr laufintensiv, sehr strukturiert. Die haben mit dem kleinen Etat, den sie haben, Optimales herausgeholt und dabei sehr ansehnlichen Fußball mit viel Power gespielt.“ Man habe beim FC das Spiel des SSV Jahn – und damit Beierlorzers Spielstil – „in der Vorrunde sehr intensiv analysiert“. Ob da schon die Idee aufgekeimt war, den 51-Jährigen zu verpflichten, sollte es mit Anfang mal nicht klappen? Die Gerüchte halten sich jedenfalls hartnäckig, dass Veh mit Beierlorzer schon länger einig war.

Beierlorzer überraschte auf der Pressekonferenz jedenfalls damit, dass er eigentlich nichts sagen wollte und dann doch durchschimmern ließ, er habe sich bereits mit dem FC intensiver auseinandergesetzt. „Vor drei Monaten habe ich zu meiner Familie gesagt: Wenn Ihr ein geiles Fußballspiel sehen wollt, müsst Ihr hierher nach Köln in dieses Stadion. Es ist ein sensationelles Stadion mit sensationellen Fans.“ Und als der Trainer sogar gefragt wurde, ob er personelle Empfehlungen für den FC in der Bundesliga habe, antwortete Beierlorzer: „Dass der 1. FC Köln die beste Mannschaft dieser Liga war, das steht nicht nur wegen des Tabellenplatzes fest. Da muss nicht viel gemacht werden. Nur punktuell – und dann Vollgas voraus.“

23 Kommentare
  1. Tom51427 says:

    Da muss nicht viel gemacht werden. Nur punktuell – und dann Vollgas voraus.“

    Das hat er übrigens gesagt, nachdem er vorher noch ausführte, dass ihm eine ausführliche Analyse nicht möglich wäre, da man sich dafür in die Kaderplanung „detailliert einfuchsen“ müsse.

    Unglücklicher Start, welcher zumindest mir kein Vertrauen vermittelt, dass der Mann wirklich weiß, auf was er sich einlässt.

    Ausbaden wird es am Ende leider mal wieder der Verein…

    • Jose Mourinho says:

      Man kann zu diesem Zeitpunkt vom aktuellen Regensburger Trainer wohl nicht realistisch fundierte Ausführungen zu unserem Kader erwarten. Ich halte ja nicht viel von Vehs Wirken, aber deswegen muss jetzt der neue Trainer auch nicht auf Teufel komm raus schlecht geredet werden. Der kann ja z.B. nix dafür, dass Veh Ablöse für ihn zahlt. So schlecht hat sich weder Regensburg noch der Beierlortzer gestern in der PK verkauft.

      • Tom51427 says:

        Es geht nicht darum, den Trainer schlecht zu reden. Es geht um die Frage, ob Kader und Trainer zusammen passen. Was ich kritisch anmerke, ist seine Einschätzung des Kaders, welche er jetzt ohne Not raushaut. Es glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass sich der Mann nicht intensiv Gedanken gemacht hat und sich auch bereits mit Veh ausgetauscht hat, bevor er den sicheren Hafen Regensburg ohne Not verlässt und hier einen neuen Vertrag unterschreibt?! Vor dem Hintergrund bereitet mir halt seine Einschätzung Sorge. Deshalb kann er ja trotzdem ein guter Trainer sein. Aber diesen verbalen Einstieg kritisiere ich halt.

        • Friedrich Ebert says:

          Was erwarten Sie bitte schön an dieser Stelle? Soll er als Trainer von Regensburg Kritik an Spielern eines fremden Vereins äußern? Auf ein Defizit in der Verteidigung oder in der Schnelligkeit hinweisen? Natürlich kommen da nur Floskeln auf solch eine Frage. Insbesondere dann, wenn mein zukünftiger Arbeitgeber bereits geäußet hat, dass er nur auf wenigen Positionen den Verein durch Neuzugänge verstärken will. Verstehe die Empörung nicht, noch weniger, wie man da von einem schlechten Einstieg sprechen kann. Manchen täte es wirklich gut, sich mit Urteilen zunächst noch zurück zu halten.

          • Tom51427 says:

            Ich erwarte, dass er sich zum jetzigen Zeitpunkt mit solchen Aussagen zurückhält. Er sprach zuerst davon, dass man sich zur Beurteilung eines Kaders in diesen „extrem einfuchsen“ müsse. Damit wäre er fein raus gewesen. Dass er dennoch diese Aussage hinterher schob, sagt halt auch etwas über die Person aus. Und dies bereitet mir Sorge. Nicht mehr und nicht weniger habe ich geschrieben. Das hat überhaupt gar nix mit seiner Fähigkeit als Trainer zu tun. Die kann ich in keinster Weise beurteilen.

  2. FelixH says:

    Die Frage ist auch hier wieder, ob Trainer Philosophie und Kader zusammen passen. Auch hier zeigt sich wieder, dass Veh nicht wirklich strategisch vorgeht. Wenn man diese Art (Beierlorzer) Fußball spielen lassen möchte, muss man erstens den Kader verjüngen und zweitens um 5 Km/H im Schnitt beschleunigen.. Aber dies ist der erste Step. Ich kann doch nicht hingehen und einen Trainer verpflichten und daran festmachen, dass der 1. Fc Köln nächtes Jahr die Gegner presst wie Liverpool mit Klopp. Völlig falscher Ansatz und einfach nur totaler Aktionismus mit vollkommener Ahnungslosigkeit. Veh ist ein Fifa Manager, mehr nicht.

  3. Adam Klöppel says:

    2 Aussagen, die ich gelesen habe und zu denen ich etwas sagen möchte:

    Zu der Aussage, dass man nur punktuell etwas machen müsste. Ein neuer Trainer, der schon vorab seinen Kader öffentlich in die Tonne kloppt, brauch meines Erachtens gar nicht erst anfangen. Selbstverständlich wird sich AB in einer Analyse klar sein was er spielen lassen kann und wo noch Spieler kommen müssen.

    Klopp hat in Liverpool einen change eingeleitet. Vom ersten Tag bis heute hat er die Mentalität des Vereins geändert. Das war ein weiter Weg bis er es geschafft hat.

    Wenn AB versucht einen change einzuleiten, so bin ich gerne bereit ihm die nötige Zeit zu geben. Er hat in Regensburg in den Jahren Mentalität installiert. Spieler, die wirklich unangenehm zu bespielen sind. Ich habe das Spiel in Regensburg live vor Ort verfolgt (und andere via Sky) Die sind körperlich und geistig willig und fit.

    Da AB nach meinen Informationen völlig klar in der Birne ist vertraue ich ihm in Bezug auf das Mitnehmen von Menschen auf diesem Weg.

    Ein solcher Umbruch bei uns braucht Zeit. Wird nicht in einer Saison zu schaffen sein.

    • FelixH says:

      Ich zweifel hier nicht an AB, sondern an Armins Veh strategischen Fähigkeiten. Vor einem Jahr noch hat er Koziello gekauft, Terrode, jetzt Geiß und dazu noch die langsamen Innenverteidiger. Mit der Begründung, sein Ansatz ist Ballbesitzfußball. Jetzt sieht er plötzlich, oh wir brauchen Tempo und Power und nur Ballbesitz bringt uns nicht weiter und er switcht wieder seine Strategie. Was will er dann nächtes Jahr spielen? Ich sehe da einfach keine Idee/Strategie hinter seinen Verpflichtungen von Spielern und Trainern. Und Markus Anfang war auch Armin Vehs Trainer. Zitat: „Ich hoffe Markus und ich arbeiten noch eine lange Zeit zusammen.“

    • Robert Jakhel says:

      Hallo, Du vergleichst hier Köln mit Liverpool? In Liverpoool konnte Klopp jedes Jahr für 100 Mio. neue Spieler einkaufen….
      Was hat den Beierlorzer in seiner Kariere erreicht? Wir zahlen jetzt ca. 800.000 Euro Abfindung an Regensburg und in paar Monaten nochmal soviel Abfindung. Wetten?
      Zeit? Wieviel Zeit willst Du einem Trainer geben? Wenn wir die ersten 10 Spiele nicht gewinnen und letzter sind muss man reagieren….oder mit Beierlorzer in die 2 Liga gehen. Sehr naiv von Dir….

  4. Christ Walker says:

    „Die haben mit dem kleinen Etat, den sie haben, Optimales herausgeholt und dabei sehr ansehnlichen Fußball mit viel Power gespielt.“

    War das die Aussage zur Verpflichtung von Anfang oder wie darf ich das verstehen?

  5. Jörg Schieber says:

    Alexander Wehrle wünscht sich Toni Schumacher auch künftig im FC-Vorstand. Aha.

    Ich würd ja gerne mal wissen, womit A. Wehrle diese Aussage begründet? Manch einem fehlt im neu vorgeschlagenen Vorstandsteam ja sportliche Kompetenz. Wo war/ist diese sportliche Kompetenz denn bitte im jetzigen Team? Ebenso wäre es gut zu wissen, wer aus der jetzigen Führung ständig Indiskretionen an die Medien durchsteckt?

    Deshalb: Wenn A. Wehrle wirklich so einen Satz raushaut, sollte er mal erläutern, wie er die Vorstandsarbeit in dieser Saison bewertet?!? Und er sollte mal erläutern, inwiefern T.Schumacher sportliche Kompetenz in diesen Club einfließen hat lassen?

  6. Paul says:

    Das sieht doch alles viel besser aus, als man vor ein paar Wochen vermutet hätte. Auch, wenn Armin Veh einiges ziemlich schlecht gemacht hat, ist das alles im Rahmen der Kontinuität wohl nicht besser hinzugekommen gewesen. Wenn es jetzt nicht klappt, dann muss Veh seinen Hut nehmen. Hoffen wir das Beste mit dem neuen Präsidium und dem neuen Trainer.

  7. peter wallscheid says:

    Veh und Wehrle haben längst die Macht beim FC übernommen. Nur keiner hats bisher gemerkt !
    Die holen wieder einen Trainer aus der tiefsten Fussball- Provinz, mit den gleichen Begründungen wie bei Markus Anfang und zahlen auch noch Ablöse. Kölle Alaaf !

  8. Geisbock Renner says:

    Die Arbeit von H. Wehrle wird von vielen überschätzt. Im neuen Vorstand gibt es jemand der H. Wehrle viel Arbeit abgenommen hat. Er wird es mindestens genau so gut machen wie H. Wehrle. Ich habe das schon vor einem Jahr geschrieben. Der eigentliche Machthaber beim FC ist Wehrle. Somit steht er genau so in der Verantwortung wie der momentane Vorstand. Alaaf

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