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Thomas Kessler: Erster Einsatz seit über zwei Jahren


Das erste Mal seit über zwei Jahren stand Thomas Kessler in Magdeburg für den 1. FC Köln zwischen den Pfosten. Sein Einsatz im letzten Saisonspiel war auch eine Belohnung für die langjährige Loyalität als Nummer zwei hinter Timo Horn. Ist seine Zukunft indes doch noch nicht geklärt? 

Köln – Für Thomas Kessler startete das Spiel in Magdeburg denkbar schlecht: Nach nur 14 Sekunden spielte der Torhüter den Ball mit seinem ersten Kontakt Magdeburgs Chahed in die Füße und leitete somit die erste Chance der Gastgeber ein. Der Ersatzkeeper brauchte seine Zeit, um in seinem ersten Pflichtspiel nach über zwei Jahren ins Spiel zu finden. So passierte ihm in der 10. Minuten die identische Situation noch einmal: Nach einem Rückpass landete die Kugel erneut über Kessler bei Chahed.

Zwei Glanztaten vor der Pause

In der Folge waren seine Mitspieler bemüht, dem 33-jährigen Rückhalt zu geben und ihn in den Spielaufbau mit einzubinden. Mit zunehmender Spieldauer gewann Kessler schließlich an Sicherheit und bewahrte seine Mannschaft im ersten Durchgang gleich zwei Mal vor einem Gegentreffer. Erst lenkte er mit den Fingerspitzen einen Schuss von Costly an die Latte, dann war der Schlussmann gegen Chahed zur Stelle. Beim Gegentreffer nach dem Seitenwechsel ließ sich Kessler zwar tunneln, war aus kurzer Distanz aber machtlos gegen Lohkemper. Ansonsten verlebte der Kölner eine ruhige zweite Hälfte in Magdeburg.

Belohnung für langjährige Loyalität

Für Thomas Kessler war der Einsatz im letzten Saisonspiel eine Belohnung für die langjährige Loyalität zum Verein. Seit 2000 spielt der Torhüter für den FC und blieb dem Verein bis auf zwei Leihen zum FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt immer treu. Und das, obwohl der Keeper in keiner Saison die Nummer eins war.

Für den Ersatztorwart war es in Magdeburg überhaupt das erste Pflichtspiel seit dem 4. März 2017. Damals unterlagen die Kölner zuhause mit 0:3 dem Rekordmeister aus München. In jener Spielzeit, in der der FC am Ende in die Europa League eingezogen war, kam Kessler aufgrund der längeren Verletzungspause von Timo Horn gleich 13 Mal in der Bundesliga und einmal im DFB-Pokal zum Einsatz. Sein erstes Spiel absolvierte der Keeper damals bekanntermaßen beim 2:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach, an dessen Erfolg er maßgeblich beteiligt war.

Seit der Saison 2012/13 hütet Timo Horn beim 1. FC Köln den Kasten. Thomas Kessler war mit seinen damals 26 Jahren wohl im besten Torhüter-Alter. Doch statt, wie andere Keeper, die Herausforderung als Nummer eins bei einem anderen Verein zu suchen, reihte sich Kessler hinter Horn als Nummer zwei ein. Ein Konkurrenzkampf mit seinem Torhüter-Kollegen existiert seither nicht, vom FC ist dieser aber auch nicht ernsthaft gewünscht. Für die Leistungen der beiden Schlussmänner dürfte diese Situation allerdings wenig förderlich sein. Für Horn nicht, weil er weiß, dass er am nächsten Spieltag ohnehin im Tor stehen wird. Und auch für Kessler nicht, weil er weiß, dass er unabhängig von seiner Trainingsleistung weiterhin nur auf der Bank sitzen wird.

Wie geht es mit Kessler weiter?

Nun läuft der Vertrag der jahrelangen Nummer zwei im Sommer in Köln aus. Eine Vertragsverlängerung schien bereits perfekt. Doch nachdem der GEISSBLOG.KOELN berichtet hatte, der FC und Kessler seien sich praktisch einig, beeilte sich der Klub dem zu widersprechen – wenn auch nicht öffentlich. Wochenlang hatte man hinter vorgehaltener Hand erklärt, dass eine Einigung eigentlich nur noch Formsache sei. Dann sickerte durch, man sei sich einig. Nun heißt es, man habe noch nicht einmal konkret über einen neuen Vertrag verhandelt.

Nach dem Spiel in Magdeburg sagte Kessler offen: „Ich kann es eigentlich kaum erwarten, mal ein paar Wochen das Geißbockheim nicht zu sehen. Das war ein total anstrengendes Jahr, vor allem für den Kopf.“ Alle seien froh, nächstes Jahr wieder in der Bundesliga zu spielen. Doch nun müsse man erst einmal den Kopf frei bekommen. Ob sich Kessler dann noch ein weiteres Jahr hinter Horn auf die Bank setzen wird, werden wohl erst die Gespräche in den kommenden Tagen oder Wochen zeigen.

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