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FC-Neuzugang: Darum wechselte Ehizibue nicht nach Genua

Mit Kingsley Ehizibue hofft der 1. FC Köln, die Baustelle auf der Rechtsverteidigerposition geschlossen zu haben. Bei seinem Wechsel von seiner Heimatstadt nach Köln hat sich der 24-jährige vor allem auf sein gutes Gefühl verlassen, das im Winter noch einen Transfer in die Serie A verhindert hatte. Mit dem FC hat Ehizibue nun hingegen bereits klare Ziele. 

Köln – Nein, deutsch spricht Kingsley Ehizibue noch nicht. Obwohl der Niederländer in München geboren wurde, wuchs der Kölner Neuzugang in den Niederlanden auf. Durch seine eigene Interpretation der FC-Hymne bei seiner Vorstellung in der vergangenen Woche, hat sich Ehizibue trotz sprachlicher Barriere aber bereits in den Herzen der Fans gesungen.

Vier Jahre lang gehörte der Rechtsverteidiger zu den Leistungsträgern beim niederländischen Erstligisten PEC Zwolle. Mit dem Wechsel in die Bundesliga folgt für den 24-jährigen nun der nächste Schritt. Bei seiner Entscheidung für Köln verließ sich Ehizibue vor allem auf sein Gefühl: „Ich hatte schon das Gefühl, dass ich zu einem Verein wie dem PEC Zwolle wechseln würde, wenn es mit Köln klappt, nur eben größer. Das wurde am Freitag erneut bestätigt“, erklärte der zukünftige Kölner der niederländischen Zeitung De Stentor. „Durch die Wärme, mit der ich empfangen wurde, fühlte ich mich sofort wohl. Es ist ein großer Familienclub. Ich habe vorher gesagt, dass ich die Bundesliga als idealen nächsten Schritt sehe, weil dieser Wettbewerb sehr attraktiv ist. Insgesamt war das Gefühl richtig. Ich fühlte den Frieden in mir und konnte sofort ich selbst in diesem Club sein.“ Dieses Gefühl schien dem Niederländer im Winter bei seinem bevorstehenden Wechsel zum FC Genua zu fehlen. Ehizibue hatte den Medizincheck bereits absolviert, entschied sich jedoch für einen Verbleib in seiner Heimatstadt und verzichtete dem Vernehmen nach auf ein Jahresgehalt von knapp zwei Millionen Euro. „Das Buch habe ich ehrlich gesagt geschlossen. Das einzige was ich sagen möchte, ist, dass ich ihnen für ihr damaliges Interesse dankbar bin.“ Kurz nach dem geplatzten Wechsel im Januar sprach der Rechtsverteidiger von „der schwierigsten Entscheidung“ in seinem Leben. „Ich habe versucht, mich selbst zu überreden. Aber in Genua sagte mir mein Herz, ich solle nicht gehen.“

Das Lächeln meiner Mutter war für mich die schönste Reaktion

In seiner Vergangenheit betonte der Niederländer immer wieder, ein Gefühlsmensch zu sein. Mit dem Wechsel nach Köln scheint Ehizibue nun seinen Frieden gefunden und sich gleichzeitig den Traum von einem großen Verein erfüllt zu haben. Eine entscheidende Rolle scheint bei seinem Transfer auch die Nähe zu seiner Heimatstadt zu spielen. „Es ist von Vorteil, dass ich mit dem Auto in zwei Stunden in Zwolle sein kann“, erklärt Ehizibue. „Wenn ich ein paar Tage frei habe, werde ich in meine Stadt fahren. Für meine Eltern ist das auch schön, sie bleiben in der Nähe.“ Gerade die Verbindung zu seiner Familie ist für den gläubigen 24-jährigen von enormer Bedeutung. Schon zu seiner Vertragsunterschrift am Geißbockheim brachte Ehizibue die gesamte Familie mit. „Das Lächeln meiner Mutter, als der Wechsel perfekt war, war für mich die schönste Reaktion. Dass deine Eltern dich stolz ansehen, wenn du unterschreibst. Dieses Lächeln ist für mich so wertvoll.“

Keine Angst vor Coman oder Reus

In Köln hofft man, mit der Verpflichtung von Ehizibue die Baustelle auf der rechten Seite der Viererkette nun behoben zu haben. Seine Schnelligkeit und Robustheit passen zumindest in das Anforderungsprofil und die Ausrichtung von Trainer Achim Beierlorzer. Dass die Bundesliga aber auf einem anderen Niveau anzusehen ist als die Eredivisie, ist Ehizibue bewusst. „Es wird eine andere Geschichte. Aber so wie ich den Fußball mag, mag ich auch Herausforderungen.“ Dass er auf seiner Position in der nächsten Saison auf Spieler wie Kingsley Coman oder Marco Reus trifft, macht dem Eigengewächs aus Zwolle daher keine Angst. „Ich weiß, dass ich es solchen Leuten sehr schwer machen kann, solange ich weiter hart arbeite. Zumindest fühle ich mich dazu bereit.“

Nicht nur persönlich hat sich der Kölner Neuzugang mit bereits Ziele gesetzt. Mit dem FC hofft der Rechtsverteidiger, „in der Mitte der Bundesliga mithalten zu können.“ Von seinen zukünftigen Mannschaftskollegen hält Ehizibue bereits viel: „Jonas Hector ist deutscher Nationalspieler und mit Modeste und Cordoba haben wir zum Beispiel großartige Angreifer“, lobt der Niederländer die Kölner Mannschaft, fügt aber auch unterschwellig einen Auftrag hinzu: „Die Mannschaft ist bereits stark und wird hoffentlich noch weiter gestärkt.“

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