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„Das wird knallhart“: Schwere Aufgabe für Mark Zimmermann

Der 1. FC Köln gibt die U21 für die kommende Saison in die Hände von Mark Zimmermann. Der 45-Jährige sieht mit seiner grauen Mähne zwar schon aus wie ein alter Hase. Als Trainer hat der Fußballlehrer aber bisher nur für seinen Jugendklub Carl Zeiss Jena gearbeitet. Beim FC übernimmt er ein schweres Erbe. Auch, weil die Regionalliga-Mannschaft der Geissböcke seit Jahren nicht zur Ruhe kommt.

Köln – Die Liste der U21-Trainer beim 1. FC Köln aus den letzten Jahren ist lang. Nach Stephan Engels, der zwei Jahre zwischen 2013 und 2015 die Geschicke geleitet hatte, blieb kein Trainer länger als ein Jahr. Martin Heck in der Saison 2015/16, dann Stefan Emmerling, Patrick Helmes, Daniel Meyer, André Pawlak, Markus Daun, wieder Pawlak, Kevin McKenna und nun eben Mark Zimmermann.

Der einstige Bundesliga-Profi, der mit Unterhaching im Oberhaus und mit mehreren Klubs in der Zweiten Liga spielte, trainierte zuletzt in Jena das Drittliga-Team und war im Winter entlassen worden. Nach einem halben Jahr beginnt für Zimmermann nun die erste Aufgabe als Übungsleiter außerhalb Jenas. „Ich wollte nicht das erstbeste Angebot annehmen, das mir vor die Flinte kommt, aber ich wollte ab Sommer wieder arbeiten“, sagte Zimmermann dem GEISSBLOG.KOELN. „Bei einem Bundesliga-Klub zu trainieren war einer der wichtigsten Gründe, warum ich das Angebot des FC angenommen habe. Deswegen war ich auch positiv angespannt vor dieser Aufgabe.“

Zehn Abgänge, elf Neuzugänge

Diese Aufgabe ist durchaus komplex. Kein Trainerteam, das in den letzten vier Jahren übernahm, konnte die U21 von Anfang der Saison an aus dem Abstiegskampf heraushalten. Mehrheitlich bedurfte es enormer Kraftakte in der Rückrunde, um nicht den Gang in die fünfte Liga antreten zu müssen. Zuletzt gelang unter Pawlak ein kaum für möglich gehaltener Turnaround, als die Mannschaft nach nur zehn Punkten in der Hinrunde nach der Winterpause plötzlich Rückrunden-Meister wurde und sich noch vor dem letzten Spieltag rettete.

Doch Zimmermann weiß, dass die erfolgreiche Rückrunde in diesem Sommer schon nichts mehr wert ist. Zehn Spieler haben den Klub verlassen, darüber hinaus sind Nikolas Nartey und und Ismail Jakobs aktuell ebenso wenig für die zweite Mannschaft eingeplant wie die U19-Talente Darko Churlinov, Noah Katterbach und Tomas Ostrak, die im Normalfall von den A-Junioren zur U21 aufgestiegen wären. Alle fünf werden ab Juli bei den Profis trainieren, entweder dort bleiben oder verliehen. Zimmermann wird mit ihnen lediglich dann planen können, sollten sie den Sprung zu den Profis nicht sofort schaffen, sondern bei der U21 Spielpraxis bekommen.

Gerüst aus vier erfahrenen Spielern

Und so kamen bislang sieben neue Spieler von anderen Klubs, vier Talente aus der U19 rückten auf. Einmal mehr wird es für das Trainerteam darum gehen, schnellstmöglich aus einem neu zusammengewürfelten Team eine Einheit zu formen und jene Nachwuchsspieler, für die die Regionalliga noch neu ist, an den Erwachsenenfußball zu gewöhnen. Viel Zeit bleibt nicht, zumal Zimmermann nebst den eigenen Spielern auch die Liga kennen lernen muss. Dabei kann er auf die Erfahrung seines Assistenten McKenna zurückgreifen. Auch Pawlak soll als Bindeglied zu den Profis und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

„Wir sind nicht nur vom Namen her einen U21, sondern auch von der Erfahrung“, sagte Zimmermann. „Unser Ziel ist es, konstant zu spielen auf einem Niveau, mit dem wir nicht unten reinzurutschen. Die Mannschaft hat eine sensationelle Rückrunde gespielt. Das heißt aber nicht, dass es so weitergehen wird. Es wird knallhart.“ Man wolle der Musik nicht, wie in den letzten Jahren, von Beginn an hinterher laufen. Ein Ziel, das auch in den Vorjahren vorgegeben worden war. Ein Ziel, das jedoch schwer zu erreichen sein wird. Auch deshalb lag in diesem Sommer der Fokus auf Neuzugängen, die zwar noch jung sind, aber bereits über Regionalliga-Erfahrung verfügen. Das Gerüst sollen die erfahrenen Spieler geben, allen voran Marius Laux, Lukas Nottbeck, Vincent Geimer und Neuzugang Lucas Musculus. Mit Laux verbindet Zimmermann übrigens eine Besonderheit: Der 33-jährige Routinier und der 45-jährige FC-Trainer haben vor 14 Jahren noch gegeneinander gespielt. Jetzt sollen sie gemeinsam für ruhigere Zeiten bei der U21 sorgen.

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