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Die Meister von 2011: Nur Gerhardt schaffte den Sprung beim FC

Es war der große Tag für den 1. FC Köln und seine B-Junioren: Am 5. Juni 2011 holte die Mannschaft von Trainer Boris Schommers dank eines dramatischen 3:2-Sieges gegen den SV Werder Bremen im Finale um die Deutsche Meisterschaft den Titel. Für einige Spieler aus der U17 war es der Beginn einer Profi-Karriere. Doch nur einer schaffte es beim 1. FC Köln.

Köln – Es war das Traumtor von Lukas Scepanik in der 85. Minute, ein Schuss aus 30 Metern über den Bremer Keeper Fredrichs hinweg, der den Traum der im Schnitt 16-jährigen Geissböcke erfüllte. Deutscher Meister, ein Titel, der bleibt, den man niemandem der einstigen Youngster mehr nehmen kann.

Die Helden hießen Scepanik, Fabio La Monica und Sven Engelke – sie hatten die Tore erzielt. Die Stars hießen Yannick Gerhardt, Mitchell Weiser und Fabian Schnellhardt. Dazu standen Spieler wie Daniel Mesenhöler im Tor oder Marco Ban auf dem Rasen, die ebenfalls später beim FC noch eine Rolle spielen sollten.

Zwei Bundesliga- und vier Zweitliga-Profis

Doch der U17-Titel der Geissböcke von 2011 zeigt auch, wie groß der Sprung von den B-Junioren über die U19 zu den Profis ist. Gerhardt blieb der einzige Spieler, der es später beim FC in die erste Mannschaft schaffte und sich dort auch durchsetze. Weiser hätte es wohl zweifelsohne ebenso schaffen können, entschied sich aber nur ein Jahr nach dem Meistertitel für einen Wechsel zum FC Bayern. Er blieb bis zum Einsatz von Yann Aurel Bisseck in der Bundesliga der jüngste FC-Profi in der Klubgeschichte. Karriere machte er jedoch anderswo.

Neben dem Duo, das in der U17 zusammen im Mittelfeld agierte, blieb den weiteren Spielern aus der damaligen U17 der Sprung in die Bundesliga verwehrt. Schnellhardt, Mesenhöler und die Abwehrspieler Steffen Schäfer und Jannik Müller schafften es bei anderen Klubs in die Zweite Liga, andere wie Torheld Scepanik in die Dritte Liga. Profis wurden sie, sie erreichten ihr Ziel, das sie mit 16 Jahren ehrgeizig verfolgt hatten. Nur beim FC blieb es ihnen nicht vergönnt.

Am Sonntag geht es nur um den Titel

Einzig Gerhardt gelang beim FC der Durchbruch – beim Gegner SV Werder Bremen waren es übrigens zwei: Marnon Busch und Levent Aycicek. Solchen Spielern eifert die nächste Generation nach. Spieler wie Florian Wirtz, Marvin Obuz oder Jan Thielmann hoffen, in den kommenden Jahren über die A-Junioren und die U21 die Chance bei den Profis zu bekommen. Andere Talente, die aktuell noch nicht im Fokus stehen, könnten ihrerseits durch einen weiteren Entwicklungsschritt in den Vordergrund treten und die aktuellen Leistungsträger verdrängen. Doch am Sonntag in Dortmund wird es noch nicht um Bundesliga-Träume oder das Spielen in den großen Stadien gehen. Im Schatten des Signal Iduna Parks geht es im Stadion Rote Erde einzig und alleine um den Titel. Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln – denn Titel kann man niemandem nehmen. Egal, was danach kommt.

Das Schema zum Finale 2011

1. FC Köln: Mesenhöler – Engelke, Berg (53. Schäfer), Schell (81. Rolke), Müller – Wiebe, Weiser, Gerhardt, Ban (72. Scepanik), Schnellhardt – La Monica (41. Budimbu)

Werder Bremen: Frerichs – Busch (52. Kabul), Fröde, Röcker, von Haacke – Plendiskis, Lizius (61. Ruf), Aycicek, Zwerschke, Hilßner (49. Schwede) – Schmidt (41. Almpanis)

Tore: 1:0 Aycicek (4.), 1:1 Engelke (13.), 1:2 La Monica (27.), 2:2 Schwede (69.), 2:3 Scepanik (85.)

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