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Trainer-Entlassungs-Spielplan? Beierlorzers Chance!

Die Floskel, man müsse in den 34 Spieltagen einer Saison ohnehin gegen jeden Gegner zweimal antreten, ist so alt wie der Fußball – und so unehrlich wie kaum eine andere inhaltsleere Worthülse. Denn mitnichten ist ein Spielplan irrelevant für einen Saisonverlauf. Das Gegenteil ist der Fall. Den 1. FC Köln mit seinem neuen Trainer Achim Beierlorzer hat es in dieser Saison jedenfalls knüppelhart erwischt.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wolfsburg, Dortmund, Freiburg, Gladbach, Bayern, Schalke, Hertha – das ist die Grenzerfahrung, die den 1. FC Köln an den ersten sieben Spieltagen der kommenden Bundesliga-Saison erwartet. Vier der ersten sieben Gegner landeten in der vergangenen Saison unter den Top Sechs und spielen damit nächste Saison international. Schalke will sich für die letzte Spielzeit rehabilitieren, dazu Hertha mit neuer Multimillionen-Investoren-Power und das immer undankbare Auswärtsspiel in Freiburg, wo Köln nur selten gut aussah in der Vergangenheit. Der Spielplan ist für den FC eine kalte Dusche.

Denn es wäre überaus wichtig für die Geissböcke, solide in die kommende Bundesliga-Saison zu starten. Der Aufstieg geschah ohne die große Euphorie. Das politische Theater im Hintergrund lähmt den Klub auf oberster Führungsebene. Sportchef Armin Veh ist zwar der starke Mann, aber nicht unumstritten. Mit Achim Beierlorzer kommt zwar ein enorm motivierter, offenherziger und positiv-verrückter, aber eben auch ein Bundesliga-unerfahrener Trainer. Und der letzte Abstieg, herbeigeführt durch 16 sieglose Spiele in Serie von Spieltag eins ab, ist vielen Personen im Umfeld und wohl auch noch dem einen oder anderen Spieler in noch allzu unangenehm frischer Erinnerung.

Beierlorzer liebt solche Konstellationen

Der Aufsteiger wird sich also gegen die schweren Gegner direkt gewaltig strecken und in Bestform präsentieren müssen, um nicht nach wenigen Spieltagen im Tabellenkeller und damit im Abstiegskampf zu stecken. Sicher ist, dass sich Sportchef Armin Veh ein anderes Auftaktprogramm gewünscht hätte mit mehr Duellen gegen Mannschaften, mit denen man sich auf Augenhöhe wähnt. Oder ist dieser Spielplan möglicherweise doch gar kein Trainer-Entlassungs-Programm, sondern eine Chance für die Geissböcke, weil man in fast allen Spielen als klarer Außenseiter gelten wird? Klar ist: Beierlorzer mochte diese Rolle mit Regensburg, ärgerte mit seinem Team immer wieder die Großen der Zweiten Liga, unter anderem den HSV mit zwei Siegen sowie den FC und Paderborn mit je einem Dreier. Die Bundesliga ist bekanntlich ein anderes Kaliber, der Spielplan des FC eines der schwerster Auftaktprogramme, die möglich gewesen wären. Doch gerade diese Herausforderung könnte Kölns und Beierlorzers Chance sein. Denn die Erwartungshaltung, bekanntlich stets ein Problem in Köln, dürfte sich für den Saisonstart auf einem realistischen Niveau wiederfinden.

29 Kommentare
  1. Jose Mourinho says:

    Aber die Kommentare sind auf FAZ Niveau oder was? Einfach mal was zur Sache kommentieren wäre auch eine Idee. Das werde ich vom Gladbachtroll Alex aber wohl nie erleben. Ich glaube jedenfalls, dass Herr Merten durchaus grundsätzlich Recht hat. Natürlich muss man im Endeffekt gegen jeden Spielen aber es macht schon einen Unterschied ob man mit einem soliden Punkteschnitt in die Saison startet und entsprechend selbstbewusst ist oder (was gegen solche Gegner nun einmal wahrscheinlicher ist als gegen andere) mit 1 Punkt und dem Rücken zur Wand auf die Gegner trifft, gegen die man dann schon Punkten MUSS.

    • Boom77 says:

      Na, mit einem hat er jedenfalls Recht. Damit, dass es oft eine Floskel ist, gegen jeden Gegner in einer Saison zwei Mal antreten zu müssen… zumindest für die Trainer. Auch nächste Saison wird es wieder Trainer geben, die in der Saison nicht zwei Mal gegen jeden Gegner antreten dürfen. Hoffen wir, dass es nicht auch unseren Trainer treffen wird… denn dann läufts ja.

    • Ali Perez says:

      Die FAZ hat hohes Niveau??? Okay; sie hat höheres Niveau als der Express. Aber sie hat genau wie andere Zeitungen schwer zu kämpfen. Ihr fehlt das Geld für ihre Redaktionen. Guter Journalismus kommt da nicht mehr bei rum. Sofern der überhaupt möglich ist; als treuer Fan der Atlantikbrücke. Anderes Thema.

  2. Flizzy says:

    Nachdem ich eine Nacht darüber gepennt habe, alles machbare Spiele. Wolfsburg putzen wir, BVB nimmt nur einen Punkt mit nach Hause, aus Freiburg entführen wir einen Dreier, die Bauern ballern wir im Derby 3:1 weg, und Bayern bekommt von Tony wieder so ein Granatending eingeschenkt, das Neuer nicht weiß wo oben und unten ist. 11 Punkte!

  3. Lienen77 says:

    Sehr guter Kommentar Herr Merten.
    Klar bietet so ein Auftakt auch Chancen, doch realistischerweise wird es arg schwer.
    Neuer Trainer, neue Liga, neue Spieler und Automatismen die erst noch entwickelt werden müssen, um zu greifen.
    Und das bei den Hammergegnern zum Auftakt… Ruckzuck bist Du da als Spieler in der mentalen Negativspirale und baust halt – auch als Mannschaft – kein gesundes Selbstvertrauen auf.
    Das man eh gegen jeden antreten muss – ist Blödsinn, da hier zu Beginn nur Top-Mannschaften gebündelt gegen uns kommen…

  4. Karl Heinz Lenz says:

    Jammern als Dauerton. Auch Sportdirektor Zorc vom BVB hat sich bitter über den Spielplan beklagt. Als Sportler sage ich: Klasse, dass es volle Kanne losgeht! Toll, dass es schon sehr bald gegen Dortmund und die Bayern geht!

    Und: Sigmund Freud lässt grüßen. Das Wort „Entlassung“ in der Überschrift und dazu das Bild des Sportgeschäftsführers und des von ihm geholten Trainers. Herr Merten, wir wissen doch mittlerweile, woher bei Ihnen der Wind weht. Müssen Sie denn in jedem zweiten Artikel wieder ins selbe Horn blasen?

      • Karl Heinz Lenz says:

        Herr Mourinho, es kann ja sein, dass ich mich manchmal irre und es Unsinn ist, was ich hier in unserem Forum schreibe. Aber dennoch: Für mich ist es nicht in Ordnung wie Sie mit mir reden. Zumal mir nicht bewusst ist, dass ich Sie schon einmal angegriffen habe und Sie deshalb Grund hätten, mich so anzugehen.

      • Boom77 says:

        Im Übrigen… kam der Satz mit dem einen Punkt und dem Rücken zur Wand in Bezug auf die ersten sechs Spiele nicht von Dir? So viel zur Paranoia…. um eine Massenhysterie auszulösen, musst Du jetzt nur noch das Gerücht verbreiten, dass Veh den Beierlorzer schon entlassen hat und wir diese Spiele mit Stöger auf der Bank antreten werden. Zumindest glaube auch ich dann daran, dass wir nach diesen Spielen max. einen Punkt aauf dem Konto haben werden.

  5. Max Moor says:

    Ich kann diese Ängste auch nicht mehr hören !!!!!! Angstgegner Freiburg ..seid 1996 nix mehr geholt …. dann wird es endlich mal Zeit , gute Leistungen zu bringen . Wolfsburg 1. Spiel ist auch machbar wenn Köln vernünftig spielt ! Egal wer kommt , es muss gegen jeden gespielt werden , und kein Spiel ist einfach .

  6. FC-Freund says:

    Der Spielplan ist wie er ist und wird auch durch noch so viel Jammern nicht anders !!!
    Vielleicht sollte man einen Antrag stellen doch lieber wieder in der 2. Liga zu spielen und mit einem Heimspiel gegen Sandhausen gefolgt von einem Auswärtsspiel Aue anfangen zu dürfen! Ist bestimmt besser für die Psyche unserer traumatisierten Seelchen auf dem Platz!

    • Boom77 says:

      Wenn es um die Psychologie geht, wäre ich lieber für die 3. Liga und mit einem Beginn im Rahmen eines Heimspiels inkl. Derbysieg gegen Viktoria Köln und dann einem Auswärtssieg gegen 1860. Da schwillt dann die Brust der Spieler ;)

  7. Franz-Josef Pesch says:

    Man kann gegen die Gegner der ersten Spieltage nur gut aussehen wenn man mit dem nötigen Biss in die Spiele geht und nicht wie in vielen Zweitligaspielen Angsthasenfussball praktiziert.
    Das Sorgenkind der Mannschaft ist die Abwehr, die wegen Schlafmützigkeit in vielen Spielen schon in der Anfangsphase der Mannschaft große Probleme bereitete. Der „Veh“ wirds schon richten…..und wenn nicht ? die Situation kennen wir ja schon vom Vorjahr !!

  8. Ali Perez says:

    Am Anfang und am Ende einer Saison sind immer spezielle Resultate möglich. Gerade am Anfang einer Saison weiß keine Mannschaft, wo sie steht. Ich rechne mir nichts gegen Dortmund und die Bayern aus, aber Wolfsburg geht auch mit einem neuen, bundesligaunerfahrenen Trainer an den Start. Na klar ist Freiburg unbequem, aber das ist Hertha auch. Wann sollen wir denn mit Punkten rechnen??? Zu hause gegen Paderborn??? Wenn es sooo realistisch ist, dass wir nach fünf Spielen mit null Punkten dastehen werden, dann muss man sich ernsthaft fragen, gegen wen es überhaupt realistisch ist, zu gewinnen oder etwas mitzunehmen; …wenn man sich schon gegen Freiburg einscheisst. Da bleiben eigentlich, realistisch nur Paderborn, Union und Düsseldorf. Denn Augsburg ist für uns ähnlich unbequem wie Freiburg; besser mal null Punkte einkalkulieren.

    Ich bleibe dabei; der Sportsgeist des GBK und einiger Kommentatoren hier ist erschreckend. Man kann den Auftakt auch gegen direkte Mitkonkurrenten, also vermeintlich schwächere Gegner versemmeln. Alles ist möglich.

    • Gerd Mrosk says:

      Denke auch das man den ein oder anderen Punkt holt und aber spätestens gegen Hertha nen 3er einfahren muss.Viele meinen hier das man zu 12-14 Mannschaften die Punkte schicken soll und lieber die Reisekosten in Spieler investiert,die im Leben nicht zum FC kommen .Der nacke Blick auf die Realität ,wo der FC tatsächlich steht ,geht hier einfach vielen völlig abhanden.

  9. Gerd Mrosk says:

    Schon auffällig wie vehement sich Jose hier hinter bestimmten Personen positioniert.Obgleich ich schon oft seine Meinung teilen kann ,kann ich Karl Heinz‘ Meinung mindestens zu grossen Teilen nachvollziehen,auch was die Affinität des GBK zum vorgeschlagenen Präsidium betrifft und welchen Ursprung das haben könnte.

    • Ali Perez says:

      Jose bewegt sich auf dünnem Eis. Herr Lenz liefert immerhin Argumente für seine Meinung, während Jose sich hier schon des öfteren in Widersprüche verstrickt hat. Dass er jetzt beleidigend gegenüber sehr höflichen Personen wird, motiviert mich geradezu einzuschreiten. Bisher sind ihm immer menschenfreundliche Kommentatoren zur Hilfe gekommen, wenn ich ihn mir vorgeknöpft habe. Mir ist dabei natürlich klar, dass sich die Dummheit Kraft ihrer selbst nicht erkennen kann. Aber Spaß macht es trotzdem.

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