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Feinschliff im Angriff: Welcher Stürmer passt zu wem?


Der 1. FC Köln hat in der Offensive wahrlich ein Luxus-Problem. Mit Anthony Modeste, Jhon Cordoba und Simon Terodde haben die Geißböcke gleich drei Angreifer in ihren Reihen, die einen legitimen Anspruch auf die Startformation erheben dürften. In der ersten Elf von Achim Beierlorzer ist jedoch nur Platz für maximal zwei Stürmer. Im zweiten Trainingslager in Kitzbühel beginnt nun der Kampf um die Rangfolge. 

Köln – Es war eine der bitteren Randnotizen des Saisonendspurts mit Auswirkung auf die kommende Spielzeit: Jhon Cordoba wird das erste Bundesliga-Spiel nach dem Wiederaufstieg mit dem 1. FC Köln verpassen. Nach seiner Roten Karte im vorletzten Zweitligaspiel gegen Beierlorzers Ex-Mannschaft Jahn Regensburg wurde der Kolumbianer für zwei Spiele gesperrt. Demnach wird Cordoba dem FC beim Auftakt gegen den VfL Wolfsburg fehlen. Eine Startelfgarantie für Simon Terodde und Anthony Modeste gegen die Wölfe?

Beierlorzer lässt sich alle Optionen offen

Dass die Geißböcke in der kommenden Saison im 4-4-2-System mit zwei Stürmern auflaufen werden, gilt als sicher. Unklar ist hingegen, ob Beierlorzer immer zwei seiner drei Stoßstürmer nominieren wird. Ein Blick auf die bisherigen Testspiele zeigte: Gegen Frechen agierten zunächst Cordoba und Modeste zusammen, später Terodde und Dominick Drexler. Gegen den FC Bad Dürrheim standen alle drei Stoßstürmer jeweils 30 Minuten mit einer hängenden Spitze an ihrer Seite auf dem Platz: Terodde mit Louis Schaub, Cordoba mit Kingsley Schindler und Modeste mit Drexler. Auch gegen Reutlingen standen die drei Stürmer zu keiner Zeit gemeinsam auf dem Platz. Zunächst begann Darko Churlinov neben Cordoba, dann neben Modeste. Im zweiten Durchgang spielte Louis Schaub neben dem Franzosen und später gemeinsam mit Simon Terodde. Und nachdem beim Testspiel-Turnier in Lohne gegen den VfL Osnabrück Cordoba und Schindler gemeinsam mit Drexler im Mittelfeld für die Tore sorgten, standen gegen Werder Bremen erstmals Modeste und Terodde zusammen auf dem Feld.

Um die bestmögliche Formation für die Bundesliga zu finden, bleiben dem FC noch drei hochkarätige Testspiele. Im Trainingslager treffen die Kölner auf den FC Bologna und den FC Villareal. Einen Tag vor der Saisoneröffnung am 3. August steht der Härtetest beim FC Southampton auf dem Programm. Für Beierlorzer gilt es, in diesen drei Spielen seine Startelf für das Pokalspiel und den Bundesliga-Auftakt zu finden. „Wir werden jetzt auch vermehrt versuchen, Formationen zu finden, die am ersten Spieltag beginnen könnten“, erklärte der Trainer nach dem Turniersieg in Lohne.

Dass sich Modeste und Terodde nun aber zurücklehnen können, weil Cordoba am ersten Spieltag gesperrt fehlt, ist mitnichten der Fall. Zwar wäre das Sturm-Duo die naheliegende Option im klassischen 4-4-2. Doch genauso wahrscheinlich erscheint derzeit die Variante mit einem echten Stoßstürmer und einer hängenden Spitze dahinter – gerade auswärts in Wolfsburg, wo das Konterspiel für den FC eine Waffe werden könnte. Dafür haben sich Schindler, Drexler, Schaub und Churlinov in Position gebracht. Während Schaub und Drexler sowohl zentral als auch außen einsetzbar sind und die Angreifer mit kreativen Aktionen in Abschlusspositionen bringen könnten, könnten Schindler und Churlinov mit ihrem Tempo eine Waffe sein.

Ein Hauen und Stechen um die Plätze

Für den bevorzugten Spielstil von Beierlorzer zählt Geschwindigkeit ohnehin zu den wichtigsten Kriterien. Über schnelles Umschaltspiel wollen die Geißböcke in der neuen Saison zum Erfolg kommen. Im Angriff kommt das vor allem Cordoba zu gute, der bereits gezeigt hat, dass er sich von der Mittellinie startend bis in den Strafraum durchtanken und zum Torabschluss kommen kann. Die anderen beiden Angreifen bestechen vermehrt durch den Killer-Instinkt im gegnerischen Sechszehner. Vor allem Ooffensiv wird es in der neuen Spielzeit beim Aufsteiger also ein Hauen und Stechen um die Plätze geben. Da Cordoba nur im ersten Spiel gesperrt fehlt, wird mindestens einer der drei Stürmer künftig auf der Bank Platz nehmen müssen. Wer die besseren und schlechteren Karten haben wird, dürfte sich nun in den kommenden zwei Wochen herauskristallisieren. Klar ist, dass jeder der drei in der Vergangenheit ein Empfehlungsschreiben abgeben konnte: Terodde mit seinen 29 Saisontoren, Cordoba als neuer Publikumslieblings mit 20 Treffern dicht dahinter. Und nicht zuletzt Anthony Modeste, der ambitioniert sein dürfte, an seine 25-Tore-Marke aus der Saison 2016/17 heran zu kommen. Für die neue Saison mit einem neuen Trainer dürften diese Zahlen jedoch nur noch geringen Wert haben. Alle drei Spieler werden sich nun erneut im Kampf um die Startelfplätze beweisen müssen.

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