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Gegen Bologna beginnt der Kampf um die Stammplätze


Am Freitag um 18 Uhr steht für den 1. FC Köln der erste Test im Trainingslager in Kitzbühel an. Gegner ist der FC Bologna, in der vergangenen Saison Zehnter der Serie A. Der Trainer des Ex-Klubs von Frederik Sörensen hat gerade erst schwere Diagnose hinnehmen müssen. Am Freitag soll aber das Sportliche im Mittelpunkt stehen.

Aus Kitzbühel berichtet Marc L. Merten

Sinisa Mihajlovic war einst für seine wuchtigen Freistöße berühmt. Der jugoslawische und serbische Nationalspieler und heutige Trainer gilt als einer der großen Idole in seiner Heimat. Umso schockierter reagierten die Menschen in seinem Land, als sie vor zwei Wochen erfuhren, dass Mihajlovic an Leukämie erkrankt ist. Ins Trainingslager nach Österreich ist der 50-Jährige nicht gereist. Er wird die Arbeit seiner Mannschaft nur aus der Ferne verfolgen können, hat aber bereits erklärt, er wolle unbedingt Bologna-Coach bleiben.

Bologna, für die Frederik Sörensen zwei Jahre spielte und wohin der Kölner Innenverteidiger am liebsten wieder wechseln würde, hat keine großen Stars im Kader. Als die Italiener am Mittwoch den Wechsel des dänischen Talents Andreas Skov Olsen bekannt gaben, für den sie sechs Millionen Euro an den FC Nordsjealland überweisen, galt dies als Coup. Überhaupt sind die Neuzugänge, allen voran Riccardo Orsolini von Juventus Turin, die auffälligsten Namen der Norditaliener.

Wir wollen die Spielzeit einzelner Spieler sukzessive steigern

„Eine Top-Mannschaft aus der Serie A“ erwartet den FC trotzdem in den Augen von Achim Beierlorzer. Da die Italiener eine Woche später in die Saison starten werden als die Geissböcke in der Bundesliga, dürfte der Vorbereitungsstand nicht ganz identisch sein. Im Gegensatz zur Vorwoche, als der FC auf den SV Werder Bremen traf und damit auf einen direkten Konkurrenten, müsste Köln im Vergleich zu Bologna körperlich nun leicht im Vorteil sein. „Wir können jetzt das sehen, was wir versucht haben im Training zu justieren“, sagte Beierlorzer. „Wie weit sind die Abstände der Stürmer zueinander, wie weit sind die zwei Zehner dahinter von den Stürmern entfernt, wie schnell schließen wir die Lücken?“ Diese Fragen will der FC-Coach am Freitagabend beantwortet sehen.

Dabei machte der 51-Jährige seinen Spielern erstmals Druck. Denn klar ist: Ab sofort wird jede Aufstellung einen ersten Indikator geben, wer eher für die Stammformation zum Pflichtspielauftakt im August in Frage kommen wird. Wer mehr Spielzeit und wer weniger Spielzeit erhält, wird ab sofort ein Hinweis auf die Kräfteverhältnisse im FC-Kader sein. „Jeder Spieler wird sich gegen Bologna und Villarreal auf höchstem Niveau zeigen können“, betonte Beierlorzer. „Wir wollen die Spielzeit einzelner Spieler sukzessive steigern.“

Meré im Plan – aber keine Option für Bologna

Ein Spieler wird zumindest am Freitagabend noch nicht zum Einsatz kommen – oder wenn, dann nur in der Schlussphase. Jorge Meré hat nach seinem verlängerten Urlaub durch die U21-Europameisterschaft noch körperlichen Nachholbedarf, den er am Freitag in einer Extra-Schicht aufholen soll. „Mit Jorge haben wir besprochen, dass wir ihn gegen Bologna noch fast weglassen werden. Dafür wird er mehr gegen Villarreal spielen“, sagte Beierlorzer. „So können wir mit ihm die Zeit nutzen, um ihn noch stärker zu belasten.“ Der Spanier liege aber im Plan. „Ich bin völlig überzeugt, dass Jorge die zweieinhalb Wochen bis Wiesbaden und dreieinhalb Wochen bis Wolfsburg nutzen wird, damit es hinhaut.“

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