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Nach Skhiri-Leak: Der FC sucht die undichte Stelle


Der voraussichtliche Wechsel von Ellyes Skhiri zum 1. FC Köln hätte eigentlich nicht frühzeitig öffentlich werden sollen. Beim FC ist man nun auf der Suche nach der undichten Stelle, von welcher die geheimen Informationen zu dem Transfer nach außen getragen worden waren. Noch haben die Geißböcken keinen Verdächtigen im Visier, wollen der ganzen Geschichte aber nachgehen. 

Köln – Nach der Spitzel-Affäre im vergangenen Februar um Markus Anfang folgt nun die Maulwurf-Suche. Am Mittwochabend machte ein Nutzer des Transfermarkt.de Forums auf sich aufmerksam, in dem er einen möglichen Transfer von Ellyes Skhiri zum 1. FC Köln öffentlich machte. Seine Glaubwürdigkeit wollte der User mit der Tatsache untermauern, dass er bereits vor einem Jahr den Wechsel von Dominique Heintz zum SC Freiburg tags zuvor vorausgesagt hatte.

FC will Transfer-Maulwurf identifizieren

Dass Transfers bei den meisten Vereinen nicht erst mit der Vollzugsmeldung öffentlich werden, ist heutzutage prinzipiell die Regel statt die Ausnahme. Nicht selten versuchen Spielerberater ihre Profis über gezielt gestreute Gerüchte oder Informationen zu laufenden Verhandlungen noch attraktiver und begehrlicher zu machen. In Fall des 1. FC Köln und Ellyes Skhiri stellt sich die Situation jedoch anders dar.

Mit seinem insgesamt erst elften Beitrag verriet der Nutzer „Quelle_Fussbal“ die vermeintliche Verpflichtung von Skhiri und liegt damit nach dem Heintz-Wechsel wohl erneut richtig, wie Armin Veh am Freitag andeutete. Was genau der betreffende Nutzer mit der Informationen bezwecken wollte, ist unklar. Mittlerweile hat der User seinen Account gelöscht. Wohl auch, weil er mittlerweile mitbekommen haben dürfte, dass man beim FC versucht herauszufinden, wer sich hinter dem User verbirgt.

Gleichzeitig weiß Sportchef Armin Veh aber auch, dass es nicht einfach werden könnte, an die Daten des vermeintlichen Maulwurfes zu kommen. „Es ist schwierig, das rauszukriegen. Aber wir versuchen es natürlich“, bestätigte Veh am Freitag. Ob der User selbst beim FC arbeitet oder seine Infos lediglich von jemandem aus dem Umfeld des Spielers oder des FC erhalten hat, ist unklar. Einen Verdächtigen hat Veh jedenfalls bislang nicht. „Ich vermute erstmal gar keinen, weil ja die Unschuldsvermutung gilt. Wenn ich jemanden vermuten würde, hätte ich ihn ja schon vorverurteilt“, erklärte Veh. Trotzdem wird man der Sache beim FC nachgehen.

In der Regel sind nur wenige Personen an einem Transfer lange im Voraus beteiligt und informiert. Beim FC müssen die Verantwortlichen erst kurz vor dem Vertragsabschluss den Gemeinsamen Ausschuss über den geplanten Transfer informieren. Im besagten GA sitzen derzeit neben dem Vorstand um Stefan Müller-Römer, Toni Schuhmacher und Markus Ritterbach die beiden Vorsitzenden des Mitgliederrates Carsten Wettich und Walther Boecker. Auch Karl-Ludwig Kley (Vorsitzender des Beirates) und Lionel Souque (Vorsitzender des Aufsichtsrates) gehören dem GA an. Doch dass das Leck in besagtem Fall dort zu finden ist, dürfte als unwahrscheinlich gelten, da sich besagter Informant lediglich gezielt zu den Transfers von Heintz nach Freiburg und Skhiri nach Köln geäußert hat – und sich zwischen diesen Deals keine offensichtlichen Verbindungen herstellen lassen. So tappen die Verantwortlichen beim FC zunächst im Dunkeln. Klar ist, dass man den Maulwurf identifizieren will, um auch zukünftige Transferaktivitäten nicht zu gefährden. „Wenn wir die Möglichkeit haben, das herauszufinden, werden wir das Beste dafür tun“, sagte Veh – wissend, dass Lecks und vorab öffentlich gemachte Informationen ebenso zum Business gehören wie Verantwortliche auf allen Ebenen, die bewusst öffentlich falsche Fährten legen, um im Hintergrund in Ruhe arbeiten zu können. Die Transferzeit wird daher wohl immer auch ein Spiel um die Deutungs- und Informationshoheit sowie um den Wert eines Gerüchts bleiben.

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