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“Schmidl”: Als ob er nie weg gewesen wäre

Er lacht, umarmt, witzelt und gibt Kommandos in seinem unnachahmlichen Wiener Dialekt: Manfred Schmid wirkt dieser Tage in Kitzbühel, als sei er nie weg gewesen. Und doch erscheint die Erinnerung an das letzte Trainingslager mit dem einstigen Assistenten von Peter Stöger wie eine Ewigkeit entfernt. Dass der 48-Jährige zurück beim FC ist, tut dem Klub und der Mannschaft gut.

Aus Kitzbühel berichtet Marc L. Merten

Wer die Trainingseinheiten unter Peter Stöger und Manfred Schmid noch in Erinnerung hat, weiß, dass ein Bild stets mit „Schmidl“, wie er von Freunden gerufen wird, verbunden ist: Der Co-Trainer, wie er die farbigen Stangen trägt und aufstellt, die auf dem Trainingsplatz wie Hütchen für allerart Übungen genutzt werden können. Auch die Art, wie Schmid während solchen Übungen den Spielern das Wort „Stange“ zuruft, gehört zu diesen Erinnerungen.

Sie kommen hoch, wenn man dieser Tage die Trainingseinheiten beim 1. FC Köln beobachtet. Schmid, einst rechte Hand, Vertrauensperson und Freund von Peter Stöger, ist beim FC wieder zurück im Trainerstab. Mit Achim Beierlorzer und André Pawlak bildet er das Trio, das den FC in der Bundesliga wieder zum Erfolg führen soll. „Es fühlt sich gut an, wieder dabei zu sein“, sagte der 48-Jährige während dieser Woche dem GEISSBLOG.KOELN. „Es sind viele schöne Erinnerungen, die ich mit Kitzbühel verbinde. Es ist ja auch einfach schön hier.“

Das passt sehr gut

Der Österreicher fühlt sich ähnlich wohl, wieder im Dienste des FC auf dem Rasen zu stehen, wie die Spieler bislang mit dem neuen Trainerteam. Schien die ihm zunächst zugedachte Rolle des Chefscouts beim FC ungewohnt zu sein für den Wiener, passt mit Schmid als Assistent jetzt wieder alles ins Bild. Auch, weil im Trainerteam eine ähnliche Harmonie zu herrschen scheint wie einst in den besten Zeiten unter Stöger, Schmid und Bade. „Ich bin total begeistert von der Art und Weise, wie wir das bislang gemeinsam angehen“, schwärmte auch Beierlorzer im GBK-Interview. „André Pawlak und Manni Schmid bringen ihre Ideen ein und entwickeln alles mit. Auch wie Andreas Menger, Max Weuthen und Dennis Morschel denken, passt sehr gut. Wir diskutieren, debattieren und konzipieren alles gemeinsam.“

Bislang übt das Trainerteam die Arbeit noch mehr oder weniger gleich verteilt aus. Je näher der Bundesliga-Auftakt jedoch rückt, desto eher werden die Aufgaben umverteilt werden. Wer ein Spiel und den jeweiligen Gegner taktisch vorbereitet, wer die Nachbereitung übernimmt, wer einzelne taktische Elemente auf dem Platz anleitet – all das ist noch nicht im Detail besprochen. Erkennbar ist bislang aber schon, dass Beierlorzer keineswegs ein alles bestimmender Cheftrainer ist, sondern vielmehr das Wissen und die Ideen seiner Assistenten hören will und berücksichtigt. Schmid und Pawlak, die ähnlich offen ticken, kommt so eine andere Stellung zu als unter manch anderem Cheftrainer.

Gelassenheit und Zuversicht

In Kitzbühel jedenfalls erscheint wieder vieles wie früher, und es passt zu der Grundstimmung rund um den FC. Eine Gelassenheit ist in den sportlichen Bereich eingekehrt, die in den erfolgreichsten Jahren mit Schmid als Assistent dem FC zu großen Erfolgen verhalf. Auch bei der Konkurrenz ist inzwischen angekommen, dass sich in Köln wieder etwas entwickelt. Die Beierlorzer-Verpflichtung wurde in der Bundesliga ähnlich anerkennend aufgenommen wie die Ernennung von Schmid und Pawlak zu dessen Assistenten. Es läuft zwar noch immer nur die Vorbereitung. Doch eine solche Zuversicht, die den FC aktuell umgibt und die eng mit dem Trainerteam verbunden ist, hat den Geissböcken in den letzten zwei Jahren gefehlt.

5 Kommentare
    • Dirk Stegmann says:

      Na ist doch aber okay. Warum auch keine Euphorie verbreiten? Lass uns einfach auf die neue Saison freuen. Wenn’s im Team/Staff zu stimmen scheint – umso besser. Ich glaube mittlerweile weiß jeder, was realistisch möglich ist.

    • Karl Heinz Lenz says:

      Das sind ja solche auch wieder vorübergehenden Wellen in der Berichterstattung. Auch beim Kicker und in der Bild-Zeitung ist der Ton, was den FC angeht, sehr optimistisch. Auch die Fernseh-Kommentare der Spiele gegen Osnabrück, Werder und Bologna waren dem FC gegenüber sehr wohlwollend, nach dem Motto „Beim FC, da entsteht was“.
      Ich könnte mir vorstellen, dass auch die jüngsten Transfers Überraschung hervorgerufen haben. Wer hätte damit gerechnet, dass Spieler wie Verstraete, Skhiri, Schindler und Etzibhue zu einem Fahrstuhlverein wie dem FC kommen? Dass Drexler, Schaub und Kainz in der letzten Saison kamen, fand ich schon überraschend. Und auch das davor Hector und T. Horn beim FC geblieben sind. Es könnte also sein, dass unser FC draußen in der Welt des Fußballs einen besseren Ruf hat als viele von uns glauben. Wobei dieser Ruf ja auch mit den handelnden Personen des FC zu tun haben muss. Hector und T. Horn und die oben genannten Neuen haben möglicherweise mehr Vertrauen in den noch amtierenden Vorstand und in Armin Veh und Alexander Wehrle als viele von uns. Boom77 hat meines Erachtens recht, wenn er Spinner, Schumacher und Rittersbach in Schutz nimmt, wie auch an anderer Stelle Veh und Wehrle.
      Natürlich haben Sie Recht, Jose, das sind alles Schecks, von denen wir noch nicht wissen, ob sie gedeckt sind. Das wird erst die kommende BL-Saison zeigen.

    • Dennis König says:

      Es gibt eben nur schwarz und weiß, Champions League oder Abstieg. Das ist nunmal der FC…
      Nach dem „Trauerspiel“ im letzten Jahr bzw. dem Gewinn der Zweitligameisterschaft, ist es doch schön, dass es mal positiv in die Saison geht…

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