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Gegner-Beobachtung: FC spioniert bei Wolfsburg gegen Union

Der Samstag in Kitzbühel verlief beim 1. FC Köln ruhig. Am Morgen trainierte die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer noch einmal. Am Nachmittag bekamen die Spieler dann frei. Doch nicht alle Mitarbeiter der Geissböcke konnten sich zurücklehnen. Videoanalyst Hannes Dold fuhr 80 Kilometer, um sich das Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Union Berlin anzuschauen.

Aus Anif bei Salzburg berichtet Marc L. Merten

Österreich ist ein beliebtes Pflaster für Trainingslager der Bundesligisten. Vor einer Woche weilte RB Leipzig in Seefeld, Bayer 04 Leverkusen in Zell am See, Werder Bremen in Zell am Ziller. Parallel zum FC in Kitzbühel trainiert der FC Schalke 04 in Mittersil nur 30 Kilometer von Kitzbühel entfernt. Eintracht Frankfurt ist gerade in Windischgarsten eingetroffen, gab sich dort mit der TSG Hoffenheim die Klinke in die Hand. Fortuna Düsseldorf verließ am Freitag Maria Alm, während Hertha BSC in Stegersbach Quartier bezog. Gleichzeitig trainiert Freiburg in Schruns und der FC Augsburg in Bad Häring. Und dann sind da noch Union Berlin und der VfL Wolfsburg. Letztere beiden Klubs trafen am Samstagnachmittag in Anif bei Salzburg direkt aufeinander.

Für den VfL Wolfsburg, den ersten Gegner der Geissböcke in der Bundesliga am 17. August, war es der letzte Test vor der Rückreise nach einem einwöchigen Aufenthalt in Schladming. Und so nutzte man beim 1. FC Köln die Chance, am Samstag den Videoanalysten Hannes Dold kurzerhand nach Anif zu schicken, um die Wölfe unter ihrem neuen Trainer Oliver Glasner genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Partie, gespielt über 4×30 Minuten, endete 1:1. Sebastian Andersson hatte Union Berlin bereits in der zweiten Minute nach einem Freistoß von der rechten Seite per Kopf in Führung gebracht. Wolfsburgs Neuzugang Joao Victor glich in der 78. Minute nach einem Fehler der Berliner im Aufbauspiel aus.

Hartel fehlt beim Test und wechselt nach Bielefeld

Dold konnte nebst den beiden Bundesligisten auch ehemalige Geissböcke im Trikot der Gegner beobachten. Yannick Gerhardt stand in Wolfsburg vermeintlich stärkster Elf in der Anfangsformation. Gleiches galt für Neven Subotic bei Union Berlin, während sich Anthony Ujah erst im Verlauf der Partie eingewechselt wurde. Nicht mehr bei Union weilte am Samstag dagegen Marcel Hartel. Der 23-Jährige, auf den die Geissböcke in diesem Sommer noch eine Rückkaufoption gehabt hätten, schloss sich am Samstag Arminia Bielefeld an und geht damit nicht den Weg mit den Eisernen mit in die erste Liga. Insgesamt 60 Pflichtspiele absolvierte Hartel, das Kölner Eigengewächs, für Union.

„Union zu verlassen, ist mir nicht leichtgefallen. Trotzdem denke ich, dass der Wechsel für mich die beste Lösung ist“, wurde Hartel nach seinem Wechsel zitiert. „Ich hatte zwei tolle Jahre in Berlin. Für mich persönlich geht es jetzt aber darum, so viel Spielzeit wie möglich zu sammeln. Ich möchte gerne häufiger auf dem Platz stehen als zuletzt“, sagte der ehemalige U21-Nationalspieler, der im Januar 2019 noch das Tor des Monats erzielt hatte – per Fallrückzieher gegen den 1. FC Köln.

Ähnliche Kunststücke konnte FC-Analyst Dold am Samstag nicht bewundern. Bei den Wölfen, die in einem 3-4-3 begannen, machte Mittelfeld-Neuzugang Xaver Schlager ebenso auf sich aufmerksam wie Jerome Roussillon über die linke Außenbahn. Union unter Trainer Urs Fischer zeigte sich überaus aggressiv. Das Mittelfeld-Zentrum mit den beiden Routiniers Manuel Schmiedebach und Christian Gentner sorgte für eine stabile Defensive, die gegen die eigentlich offensivstarken Wolfsburger über die zwei Stunden Spielzeit wenig zuließ. Nach der Partie reiste Wolfsburg zurück in die Heimat und Dold zurück nach Kitzbühel. Der Effzeh bestreitet am Sonntag sein letztes Testspiel im Trainingslager gegen den FC Villarreal, ehe es am Montag zurück nach Köln geht.

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