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Videobeweis im Training: Modeste lässt Hector-Team jubeln


Das Training am Freitagvormittag war fast vorüber, da hatte die Mannschaft mit den gelben Leibchen noch einen letzten Freistoß vor sich, um das Standard-Training des 1. FC Köln für sich zu entscheiden. Eine zunächst verunglückte Kombination landete bei Louis Schaub. Der Österreicher zog aus 20 Metern ab, Anthony Modeste grätschte am langen Pfosten in den Ball – Tor. Doch dann musste erst einmal der Videobeweis bemüht werden.

Aus Kitzbühel berichtet Marc L. Merten

Wenige Stunden vor dem Testspiel des 1. FC Köln gegen den FC Bologna in Kufstein hat Trainer Achim Beierlorzer seine Spieler Standards trainieren lassen. Zwei Mannschaften wurden eingeteilt, konnten sich schon im Hotel verschiedene Varianten für Ecken und Freistöße überlegen und mussten im Training dann gegeneinander antreten. Ohne Gegenspieler funktionierten die Ideen teilweise gut. Mit Gegenspieler sah es dann aber weniger erfolgreich aus.

Bis zur allerletzten Standardsituation für die gelbe Mannschaft, bis zum Schuss von Louis Schaub und der Grätsche von Anthony Modeste. Der Franzose hatte sich im Rücken von Frederik Sörensen davon geschlichen und mit dem langen Bein den Ball an Torhüter Thomas Kessler vorbei ins Tor befördert. Danach brachen alle Bänne. Modeste jubelte, als habe er gerade den FC nach Europa geschossen. Seine Mitspieler brüllten lautstark und liefen ihrem Stürmer hinterher. Währenddessen zog Kessler die imaginären Linien eines Bildschirmes nach, um den Videobeweis einzufordern.

Drohne macht Videobeweis im Training möglich

Und tatsächlich: Weil Videoanalyst Hannes Dold die Drohne über dem Trainingsplatz hatte kreisen lassen, gab es die Chance, das Tor zu überprüfen. Dold, Beierlorzer und auch Modeste beugten sich über ein Smartphone, um die entscheidende Szene zu begutachten. Auch Jhon Cordoba von der gegnerischen Mannschaft kam hinzu, um zu kontrollieren, dass alles rechtens zu ging. Am Ende jubelte Modeste, offenbar sah er sich klar nicht im Abseits.

„Da müssen wir noch einmal eine kalibrierte Linie reinmontieren“, sagte Beierlorzer hinterher lachend. Der Trainer erfreute sich einmal mehr an der ausgelassenen Stimmung seiner Spieler. „Das war eine ganz enge Nummer. Aber im Zweifel für den Angreifer – insofern könnte es 1:0 für die gelbe Mannschaft ausgegangen sein.“ Danach wurde der FC-Trainer ernster. Denn der 51-Jährige betonte, wie wichtig Standards für die kommende Saison werden könnten. Gegen Bremen und Osnabrück hatte das Trainerteam noch drei einfache Standard-Varianten für Ecken und Freistöße vorgegeben, nun sollte der Input auch von den Spielern selbst kommen. Die Feinheiten werden in den verbliebenen drei Wochen bis zum Bundesliga-Start erarbeitet.

Es geht nicht einfacher, als per Standard ein Tor zu erzielen

„Es geht nicht einfacher, als per Standard ein Tor zu erzielen“, betonte Beierlorzer den Stellenwert der ruhenden Bälle für die kommende Saison aus FC-Sicht. „Wenn man sieht, wie viel Mühen man aufwenden muss, um ein Tor zu erzielen, dann kann ein Standard sehr helfen. Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass wir uns auch so viele Torchancen erspielen können. Doch auch dann springen ja auch oftmals Ecken und Freistöße heraus, die wir dann verwerten wollen.“ Mit Anthony Modeste, Jhon Cordoba, Simon Terodde, Lasse Sobiech, Kingsley Ehizibue, Rafael Czichos, Jonas Hector und anderen Spielern wie dem aktuell nicht fest eingeplanten Frederik Sörensen verfügt der FC über diverse hochgewachsene Spieler, die in der kommenden Saison gefährlich werden soll. Mit oder ohne Videobeweis.

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